Heute möchte ich auf das Thema Leiterschaft eingehen und schauen, was die Bibel uns darüber aufzeigen kann. Wie wird Leiterschaft in der Bibel definiert und was sind die Voraussetzungen? Wie kann ich Leiterschaft beurteilen und warum sind diese Dinge für einen Gläubigen von Relevanz.

Das Thema Leiterschaft im biblischen Sinne ist sehr komplex und findet Anwendung in allen Lebensbereichen, wie z.B.:

  • innerhalb der Familie (Mann, Frau, Kinder)
  • im Arbeitsalltag (Vorgesetzter, Untergebener)
  • innerhalb einer Glaubensgemeinschaft (Gemeindeleiter, Pastoren, Älteste)
  • innerhalb einer Kommune (Regierungsorgane in Dörfern und Städten)
  • über einer Nation (Staatsoberhäupter, Minister u.ä.)

Diese und weitere Bereiche werden in der Bibel behandelt. Dieser Text soll sich jedoch spezifisch mit der Thematik Leiterschaft innerhalb einer Glaubensgemeinschaft befassen.

Die folgend aufgeführten Prinzipien richten sich vor Allem an Menschen, welche sich momentan in einer intakten Glaubensgemeinschaft befinden. Mir ist aber auch vollkommen klar, dass dies nicht immer der Fall sein wird. Vor allem, wenn man davon sprechen möchte, dass die Gemeinschaft von einem qualifizierten Leiter geführt wird. Auch für den Fall, dass Sie momentan  nicht Teil einer Glaubensgemeinde sind, können die hier aufgeführten Anregungen behilflich dabei sein, die Eignung eines evtl. zukünftigen Leiters besser einschätzen zu können.

Denn eines ist ganz wichtig zu verstehen, die Verantwortung für den eigenen Glauben, trägt jeder Gläubige für sich persönlich. Man sollte nicht dem Irrglauben erliegen, dass man von der eigenen Verantwortung entbunden wird, indem man blind den Anweisungen eines Gemeinleiters oder Pastors folgt. Wir stehen in der Pflicht die Vorgaben eines Pastors anhand der Bibel auf Richtigkeit hin zu überprüfen. Dies kann beinhalten, dass man sich von einer Gemeinde trennen muss, wenn deren Glaubensausrichtung konträr zur Bibel ausgerichtet ist. 

Wir finden sowohl im Alten- als auch im Neuen Testament viele Beispiele dafür, wie Leiterschaft von Gott eingesetzt wurde und welche Eigenschaften ein guter Leiter mitbringen sollte. Darüber hinaus können wir aber auch wiederholt erkennen, dass kein Mensch oder Leiter frei von Fehlern ist. Nur Yeshua konnte all diese Aspekte und Voraussetzungen in Gänze erfüllen, frei von Fehlern und Sünden. Im 1. Korintherbrief Kapitel 11/3 lesen wir folgendes:

„Ich will aber, daß ihr wisset, daß Christus eines jeglichen Mannes Haupt ist, der Mann aber des Weibes Haupt, Gott aber Christi Haupt.

Gott der Vater ist oberste Autorität über allem, gefolgt von Yeshua und schließlich übergehend zu denjenigen, welche in Leitungsfunktionen gesetzt worden sind. Wir sehen darüber hinaus auch, dass Leiterschaft nicht erst im Amt eines Pastors oder Ältesten beginnt. Die kleinste Zelle einer Gesellschaft / Gemeinschaft ist die Familie. Dort wurde der Hausvater als Vorsteher seiner Familie eingesetzt. Ein jeglicher Ehemann / Familienvater ist mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe betraut worden. Dies sehen wir schon bei unserem Vater Abraham, welcher diese Leitungsfunktion innerhalb seiner Familie erfüllte.

1. Mose 18/17-19: 17: „Da sprach der HERR: Sollte ich Abraham verbergen, was ich tun will, 18 da Abraham gewiß ein großes und starkes Volk werden soll, und alle Völker auf Erden in ihm sollen gesegnet werden? 19 Denn ich habe ihn dafür erkoren, daß er seinen Kindern und seinem Hause nach ihm befehle, des HERRN Weg zu halten und zu tun, was recht und billig ist, damit der HERR auf Abraham bringe, was er ihm verheißen hat.”

 

Das Gebot sich zu versammeln

Es bleibt zu beachten, dass es ein biblisches Gebot ist, sich zu versammeln und den Gottesdienst innerhalb einer Gemeinschaft auszuleben. 

Im 2. Buch Mose, Kapitel 23, Vers 1-3 lesen wir folgendes:

„1 Und der HERR redete zu Mose und sprach: Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: 2 Das sind die Feste des HERRN, da ihr heilige Festversammlungen einberufen sollt; das sind meine Feste: 3 Sechs Tage lang soll man arbeiten, aber am siebenten Tag ist die Sabbatfeier, eine heilige Versammlung; da sollt ihr kein Werk tun; denn es ist der Sabbat des HERRN, in allen euren Wohnorten.”

Hier ist zu sehen, dass Gott seinem Volk geboten hat, eine heilige Versammlung einzuberufen sei es zu seinen Festtagen oder zum Sabbat. Es ist keine Option, die Gemeinschaft aufzusuchen sondern ein Gebot. Wie bereits erwähnt, setzt dies Voraus, dass eine biblische Gemeinschaft sich in erreichbarer Entfernung befindet. Sollte dem nicht so sein, empfehle ich trotzdem zu mindestens ab und zu auch weitere Strecken in Kauf zu nehmen um in regelmäßigen Abständen Gemeinschaft mit anderen Geschwistern zu halten. Im Neuen Testament werden diejenigen gerügt, welche die Gemeinschaft verlassen haben.

Hebräerbrief Kapitel 10/23-24:

„23 Laßt uns das Bekenntnis der Hoffnung unbeweglich festhalten, (denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat) –; 24 und laßt uns aufeinander achthaben zur Anreizung zur Liebe und zu guten Werken, 25 indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei etlichen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, je mehr ihr den Tag herannahen sehet.”

Menschen, welche die Gemeinschaft bewusst meiden, tun dies zu ihrem eigenen Schaden und meistens liegt es darin begründet, dass so jemand Dinge in seinem Leben hat, welche geheim bleiben sollen. Das Problem daran ist, dass man zwar in der Lage sein mag, andere Menschen zu täuschen, Gott jedoch kann nicht getäuscht werden.

Sprüche 18/1:

„1 Wer sich absondert, pflegt seine Liebhaberei und wehrt sich gegen alles, was heilsam ist.”

Johanesbrief Kapitel 2/19:

„19 Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben. Aber es sollte offenbar werden, daß nicht alle von uns sind.”

Eine funktionierende Gemeinschaft setzt voraus, dass es mindestens einen Gemeindeleiter gibt und je nach Größe vielleicht auch den einen oder anderen Ältesten, welcher unterstützend tätig ist. Zu Yeshuas Zeiten und davor haben sich die Gläubigen in Synagogen getroffen. Dort waren Synagogenvorsteher eingesetzt, welche das Volk lehrten und unterwiesen. Beipiele hierzu finden wir in den Evangelien und in der Apostelgeschichte (Luk 8/49, Apg 18/8).

Was sind die Voraussetzungen eines biblischen Leiters?

Nicht jeder, der es anstrebt ein Amt als Leiter oder Pastor anzunehmen, ist auch dafür geeignet. Die Bibel gibt uns an mehreren Stellen klare Anforderungen, welche ein biblischer Leiter zu erfüllen hat. Daher liegt es in der Verantwortung eines jeden Gläubigen genau zu prüfen, welchen Leiter er sich unterordnen möchte.

5. Mose 1/10-15: „10 denn der HERR, euer Gott, hat euch gemehrt, und siehe, ihr seid heute wie die Sterne des Himmels an Menge. 11 Der HERR, eurer Väter Gott, mache euch noch viel tausendmal zahlreicher als ihr seid, und segne euch, wie er euch versprochen hat! 12 Wie kann ich aber allein eure Beschwerden, eure Klagen und eure Streitigkeiten tragen? 13 Schaffet euch weise, verständige und erfahrene Männer von euren Stämmen her, so will ich sie an eure Spitze stellen!”

Hier sehen wir, dass ein Leiter nicht zu jung sein darf und darüber hinaus über die nötigen Bibelkenntnisse und Erfahrungswerte verfügen muss, um einer solch verantwortungsvollen Aufgabe nachkommen zu können. Im neuen Testament finden wir dazu noch eine Konkretisierung dieser Vorgaben.

1. Timotheos 3/1-13: „1 Glaubwürdig ist das Wort: Wer nach einem Aufseheramt trachtet, der begehrt eine schöne Wirksamkeit. 2 Nun soll aber ein Aufseher untadelig sein, eines Weibes Mann, nüchtern, besonnen, ehrbar, gastfrei, lehrtüchtig; 3 kein Trinker, kein Raufbold, sondern gelinde, nicht händelsüchtig, nicht habsüchtig; 4 einer, der seinem eigenen Hause wohl vorsteht und die Kinder mit aller Würde in Schranken hält 5 wenn aber jemand seinem eigenen Hause nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen?

kein Neuling, damit er nicht aufgeblasen werde und dem Gericht des Teufels verfalle. 7 Er muß aber auch ein gutes Zeugnis haben von denen außerhalb der Gemeinde, damit er nicht der Lästerung und der Schlinge des Teufels verfalle. 8 Gleicherweise sollen auch die Diakonen ehrbar sein, nicht doppelzüngig, nicht vielem Weingenuß ergeben, nicht gewinnsüchtig; 9 sie sollen das Geheimnis des Glaubens in reinem Gewissen bewahren. 10 Und diese soll man zuerst prüfen; dann mögen sie dienen, wenn sie untadelig sind. 11 Ihre Frauen sollen ebenfalls ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern, treu in allem. 12 Die Diakonen sollen jeder nur eine Frau haben, ihren Kindern und ihrem Hause wohl vorstehen; 13 denn wenn sie ihren Dienst wohl versehen, erwerben sie sich selbst eine schöne Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben in Christus Jesus.”

Dies sind sehr wichtige und aussagekräftige Verse zum Thema Leiterschaft. Ein jeglicher möge prüfen, ob sein Gemeindeleiter / Pastor diese Voraussetzungen grundsätzlich erfüllt. Wie wir zuvor schon im Korintherbrief und über Abraham gelesen haben, muss ein Leiter der Vorstand seiner Familie sein. Denn wer seiner Familie nicht nach biblischen Maßstäben vorstehen kann, ist auch nicht dazu geeignet einer Gemeinde vorzustehen. Darüber hinaus ist eine der Voraussetzungen, dass der Gemeindeleiter mit einer Frau verheiratet ist.

Innerhalb einer Glaubensgemeinschaft gibt es verschiedenste Probleme und Fragen, welche durch den Leiter behandelt werden müssen. Er muss in der Lage sein, sowohl alleinstehende Mitglieder als auch Ehepaare zu beraten. Dies ist aber auf einer glaubwürdigen Art und Weise nur möglich, wenn er in der Praxis vorleben kann, wie eine Ehe nach biblischen Grundsätzen geführt wird. Nur wenn die Menschen anhand seines praktischen Lebenswandels diese Früchte sehen können, werden sie bereit sein, entsprechende Ratschläge für sich selbst anzunehmen.

Leiterschaft in biblischen Zeiten

Schon seit Anbeginn der Zeit wurden geistige Leiter (Priester und Leiviten) eingesetzt. Diese wurden mit Vollmacht ausgestattet über Fragen der Torah und der Nachfolge verbindlich zu entscheiden.

5. Mose 17/8-13:

„8 Wenn es dir zu schwer wird, ein Urteil zu fällen in Sachen eines Mordes oder eines Streites oder einer Prügelei, die innerhalb deiner Tore vorkommt, so sollst du dich aufmachen und hinauf gehen an den Ort, den der HERR, dein Gott, erwählen wird. 9 Und du sollst zu den Priestern, den Leviten, und zu dem Richter kommen, der zu derselben Zeit im Amte sein wird, und fragen; die sollen dir das Urteil sprechen. 10 Und du sollst tun nach dem, was sie dir sagen, an dem Orte, den der HERR erwählt hat, und sollst darauf achten, daß du tuest nach allem, was sie dich lehren werden.
11 Nach dem Gesetze, das sie dich lehren, und nach dem Urteil, das sie dir fällen, sollst du handeln; du sollst von der Erkenntnis, die sie eröffnen, weder zur Rechten noch zur Linken abweichen. 12 Und wenn jemand so vermessen wäre, daß er dem Priester, der daselbst dem HERRN, deinem Gott, dient, oder dem Richter nicht gehorchte, der soll sterben; also sollst du das Böse aus Israel ausrotten, 13 daß alles Volk es höre und sich fürchte und nicht mehr vermessen sei.”

Leider haben wir ein Gremium wie oben erwähnt heute nicht mehr im Amt. Es gibt keinen Ältestenrat mehr in Jerusalem, welcher die Autorität hat, verbindlich für ganz Israel über Streitfragen zur Torah zu entscheiden. Die Konsequenz daraus können wir regelmäßig erleben. Es gibt heutzutage verschiedenste Ansichten darüber, welcher Kalender zu befolgen ist, wann und wie der Shabbat zu halten und vieles weitere. Das hat zur Folge, dass es sehr viele Spaltungen innerhalb des Leibes gibt.

Der Mangel an Einigkeit und Zusammenhalt wiederum, resultiert in einem Mangel an effektiver Arbeit bei der Verkündigung des Evangeliums. Wahrscheinlich wird dieser Zustand anhalten, bis Maschiach wiederkommt. Doch im Neuen Testament können wir sehen, dass diese Strukturen noch bestand hatten.

Wir haben weiter oben bereits etabliert, dass Yeshua als oberste Instanz über einem jeden steht, welche behauptet, ihm nachzufolgen. Darüber hinaus können wir aber auch an verschiedenen Stellen sehen, dass sich die Apostel den eingesetzten Autoritäten unterordneten, auch nach Yeshuas Auferstehung und Himmelfahrt.

In der Apostelgeschichte Kapitel 15 lesen wir, dass unter den Aposteln ein Streit entstand im Bezug auf die Beschneidung von Neubekehrten. Da man nicht zu einer einvernehmlichen Lösung fand, wurden Paulus und Barnabas nach Jerusalem gesandt, um den Fall vor dem dort ansässigen Ältestenrat zu bringen (Apostelgeschichte 15/2). Zu jener Zeit war Jakobus der oberste Vorsteher der Gemeinde und nachdem die Argumente vorgetragen wurden, erhob er das Wort und gab sein Urteil zu dieser Angelegenheit ab (Apostelgeschichte 15/13-21). Der Beschluss wurde schriftlich festgehalten und an die anderen Gemeinden verschickt.

Ein weiteres Beispiel ist Apostelgeschichte 23/1-5. Dort sehen wir, dass Paulus vor den hohen Rat des Hohepriesters geführt wurde zum Zwecke einer Vernehmung.

Apostelgeschichte 23/2-6:

„1 Da sah Paulus den Hohen Rat fest an und sprach: Ihr Männer und Brüder, ich habe mit allem guten Gewissen Gott zu dienen gesucht bis auf diesen Tag. 2 Aber der Hohepriester Ananias befahl den Umstehenden, ihn auf den Mund zu schlagen. 3 Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand! Du sitzest da, mich zu richten nach dem Gesetz, und heißest mich schlagen wider das Gesetz? 4 Die Umstehenden aber sprachen: Schmähst du den Hohenpriester Gottes? 5 Da sprach Paulus: Ich wußte nicht, ihr Brüder, daß er Hoherpriester ist, denn es steht geschrieben: »Den Obersten deines Volkes sollst du nicht schmähen.”

Zwar ging Paulus mit der Vorgehensweise des Hohepriesters nicht konform, jedoch wusste er, dass Ananias kraft seines Amtes eine Autoritätsposition innehatte, welche es zu achten galt. Dies heißt jedoch nicht, dass wir auf Autoritäten hören dürfen, wenn deren Anweisungen gegen Gottes Wort gehen. Entsprechend gab es eine Situation, wo Petrus und den anderen Aposteln vom hohen Rat verboten wurde, den Namen Yeshuas unterm Volk zu predigen. Dieser Anweisung haben sich die Apostel mit folgender Begründung widersetzt:

Apostelgeschichte 4/19-20:„19 Petrus aber und Johannes antworteten ihnen und sprachen: Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott; 20 denn es ist uns unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.”

Anhand der oberen Auszüge kann man erkennen, dass die Apostel und die frühe Glaubensgemeinschaft wussten, dass Autorität von Gott eingesetzt wurde und zu achten galt.

Wie relevant ist Leiterschaft Heute?

Die Voraussetzungen eines Leiters haben wir uns bereits angeschaut, es konnte auch dargestellt werden, dass die Apostel und die frühe Glaubensgemeinschaft hierarchisch organisiert war (es gab einen leitenden Apostel, einen Ältestenrat in Jerusalem usw.). Ich bin der Meinung, dass ein jeder dazu aufgerufen ist, sich Leiterschaft unterzuordnen. Den einsamen Gläubigen, welcher eigenverantwortlich seine Entscheidungen trifft, ohne Überprüfung und Rückversicherung von anderen Brüdern, gibt es in der Bibel nicht. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass eine Verweigerung gegen die Annahme von Leiterschaft eine große Gefahr in sich birgt und ultimativ zum Glaubensabfall führen kann.

Ein jeder Gläubige ist für seinen eigenen Glauben voll zur Verantwortung zu ziehen. Das bedeutet, dass jeder für sich die Verpflichtung hat zu prüfen, ob eine Gemeinschaft und die Leiterschaft der Gemeinschaft auf biblischen Grundlagen gestellt ist. Keiner wird sich dahinter verstecken können, dass der Leiter ihn fehlgeleitet hätte. Ein jeglicher möge anhand seine Leiterschaft anhand der biblischen Vorraussetzungen für einen Leiter messen. Darüber hinaus ist zu prüfen ob Entscheidungen der Leiterschaft mit Gottes Geboten im Einklang stehen. Sollte kein biblisch legitimierter Leiter lokal zur Verfügung stehen, dann besteht evtl. die Möglichkeit über das Internet Kontakt aufzunehmen mit Brüdern, die einen entsprechenden Dienst zur Verfügung stellen.

Folgend möchte ich einige Verse aufführen, welche besagen, dass die Unterordnung unter einer Leiterschaft biblisch geboten ist:

1.Petrus 5/1-6:

„1 Die Ältesten unter euch ermahne ich nun als Mitältester und Zeuge der Leiden Christi, aber auch als Mitgenosse der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll: 2 Weidet die Herde Gottes bei euch, nicht gezwungen, sondern freiwillig, nicht aus schnöder Gewinnsucht, sondern aus Zuneigung, 3 nicht als Herrscher über die euch zugewiesenen Seelen, sondern als Vorbilder der Herde! 4 So werdet ihr, wenn der Oberhirt erscheint, den unverwelklichen Ehrenkranz davontragen! 5 Gleicherweise ihr Jüngeren, seid untertan den Ältesten; umschürzet euch aber alle gegenseitig mit der Demut! Denn »Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade«. 6 So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit!”

Hebräer 13/17:

„17 Gehorchet euren Führern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen als solche, die Rechenschaft ablegen sollen, damit sie das mit Freuden tun mögen und nicht mit Seufzen; denn das wäre euch zum Schaden!

Leiterschaft hat demnach nicht nur die Aufgabe den Gläubigen im Wort zu lehren, sondern auch den Wandel eines jeden einzelnen zu überprüfen und wenn nötig auch Zurechtweisung zu erteilen. Viele jedoch nehmen Anstoß daran, wenn sie von Leitern oder Mitbrüdern für ihren Wandel gerügt werden. Oftmals resultiert dieses dann darin, dass man sich von der Gemeinschaft trennt, sowie eine Verantwortlichkeit für das eigene Leben eingefordert wird. Die Folgen eines solchen Handelns können verheerend sein, wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden.

Zusammenfassend bleibt folgendes festzuhalten:

  • Leiterschaft ist ein essentieller Bestandteil der biblischen Gemeinschaft
  • ein jeglicher ist dazu aufgerufen sich biblischer Leiterschaft unterzuordnen
  • die Pflicht zur Unterordnung gilt übrigens auch für Brüder, welche in Leiterschaft eingesetzt worden sind
  • eine legitime Leiterschaft trifft Entscheidungen, anhand der biblischen Grundlagen und erfüllt die biblischen Vorraussetzungen für Leiterschaft (s.o.)

 

Gefahren bei Nichtannahme von biblisch legitimierter Leiterschaft

Nachdem etabliert werden konnte, dass die Bibel uns gebietet, dass wir uns von Gott eingesetzter Leiterschaft unterzuordnen, möchte ich folgend auf die Gefahren eingehen, wenn dem nicht nachzukommen wird. Hierzu werden wir uns ein paar Beispiele aus der Bibel anschauen.

Im 4. Buch Mose Kapitel 16 lesen wir von der Rotte Korah, welcher ein Levit aus der Linie der Kahatiter war. Demnach hatte er schon einen sehr hohen Dienst innerhalb der Gemeinde Israels. Die Kahatiter waren mit dem Dienst betraut, die heiligen Geräte der Stiftshütte zu tragen, während der Wüstenwanderung. Dieses reichte ihm jedoch nicht. Er suchte sich Verbündete und stiftete zu einer Revolte gegen Mose und Aaron an. Sie begehrten das Amt des Priestertums für sich und wollten ebenfalls vor dem Altar Räucherwerk darbringen.

Dieser Dienst wurde von Gott jedoch Aaron und seinen Söhnen übertragen. Mose warnte Korah und seine Nachfolger vor diesem Schritt, doch sie ließen sich nicht davon abbringen. Sie besaßen sogar die Kühnheit, mit Räucherpfannen vor die Stiftshütte zu treten, in der Hoffnung, von Gott angenommen zu werden. Gott war darüber sehr erbost und war gewillt ganz Israel auszulöschen. Gegen von Gott eingesetzte Leiterschaft zu gehen gilt als Rebellion gegen Gott persönlich. Nur aufgrund der Fürbitte von Mose für das Volk, konnte die Plage über ganz Israel noch abgewendet werden. Trotzdem gab es eine schwere Strafe gegen die Aufrührer und deren Nachfolger.

4. Mose 16/32-35:

„32 und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang sie und ihre Familien und alle Menschen, die Korah angehörten, und die ganze Habe. 33 Und sie fuhren, sie und alles, was ihnen angehörte, lebendig in den Scheol hinab; und die Erde bedeckte sie, und sie wurden mitten aus der Versammlung vertilgt. 34 Und ganz Israel, das rings um sie her war, floh bei ihrem Geschrei; denn sie sprachen: Daß die Erde uns nicht verschlinge! 35 Und Feuer ging aus vom HERRN und fraß die zweihundertfünfzig Männer, die das Räucherwerk dargebracht hatten.”

Kaum war diese Episode ausgestanden, lesen wir im 4. Mose in Kapitel 17, dass das Volk sich nun erneut gegen Mose erhob.

4. Mose 17/6 und Vers 9-14:

„6 Und die ganze Gemeinde der Kinder Israel murrte am anderen Morgen wider Mose und wider Aaron und sprach: Ihr habt das Volk des HERRN getötet!”

„9 Und der HERR redete zu Mose und sprach: 10 Hebet euch weg aus der Mitte dieser Gemeinde, und ich will sie vernichten in einem Augenblick! Da fielen sie auf ihr Angesicht. 11 Und Mose sprach zu Aaron: Nimm die Räucherpfanne und tue Feuer vom Altar darauf und lege Räucherwerk auf, und bringe es eilends zu der Gemeinde und tue Sühnung für sie; denn der Zorn ist ausgegangen vom HERRN, die Plage hat begonnen. 12 Und Aaron nahm die Räucherpfanne, so wie Mose geredet hatte, und lief mitten unter die Versammlung, und siehe, die Plage hatte unter dem Volke begonnen; und er legte das Räucherwerk auf und tat Sühnung für das Volk. 13 Und er stand zwischen den Toten und den Lebendigen, und der Plage ward gewehrt. 14 Und es waren derer, die an der Plage starben, vierzehntausend siebenhundert, außer denen, die Korahs wegen gestorben waren.”

Auch im Neuen Testament können wir sehen, dass die Rebellion gegen Leiterschaft mit Glaubensabfall gleichzusetzen ist. So lesen wir im Lukas Evangelium Kapitel 10 lesen wir, dass Yeshua 70 seiner Jünger damit beauftragt in Zweierteams das Evangelium zu verkündigen. Ganz zu Anfang haben wir bereits davon gesprochen, dass alle Autorität von Gott dem Vater ausgeht zu Yeshua. Dieser wiederum ist das Haupt eines jeden Mannes und stattet auch, die von ihm eingesetzten Leiter mit der Vollmacht aus zu lehren und zu unterweisen.

Nochmals zur Erinnerung, ein jeder möge prüfen, ob der Leiter, unter welchem er sich untergeordnet hat, die Voraussetzungen eines von Gott eingesetzten Leiters erfüllt. Diese Voraussetzungen haben wir bereits behandelt. In Vers 16 sagt Yeshua was er von Menschen hält, die Leiterschaft ablehnen und die Zurechtweisung scheuen:

„Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat.”

Matthäus 18/15-17:

„15 Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so gehe hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. 16 Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruhe. 17 Hört er aber diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch die Gemeinde nicht, so gelte er dir wie ein Heide und Zöllner.”

Wir müssen uns jetzt nochmal in Erinnerung rufen, was es bedeutet, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Als Israel aus Ägypten gezogen ist und 40 Jahre durch die Wüste wandern musste, bedeutete ein Ausschluss i.d.R. ein Todesurteil. Denn Gott versorgte das Volk mit Manna und Wasser aus dem Felsen, welcher Israel folgte (1. Korinth. 10/4). Ohne Gottes Versorgung war ein Überleben allein in der Wüste faktisch ausgeschlossen. Im Glaubenswandel in unserer heutigen Zeit gelten die gleichen Standards.

Gott verlangt von seinen Nachfolgern einen heiligen und aufrechten Lebenswandel. Damit dieser gewährleistet werden kann, braucht es Überprüfung und Zurechtweisung. Diese wird durch die Leiterschaft und die Gemeinde bereitgestellt. Jemand, der aufgrund von Rebellion dauerhaft ausgeschlossen werden muss, befindet sich in einem Zustand, wo seine geistige Versorgung nicht mehr gewährleistet werden kann. Sollte ein solcher Zustand unverändert bleiben, dann ist der geistige Tod nur eine Frage der Zeit. Vielen mag die Ernsthaftigkeit dieser Tatsache nicht im vollen Umfang bewusst sein. Dies ändert jedoch nichts an den Tatsachen. 

 

Fazit

folgendes bleibt festzuhalten:

  • Gott hat ein Volk (Israel) zur Nachfolge berufen und daher ist eine Nachfolge nur möglich als Teil eines Leibes in Yeshua.
  • Dieser besteht aus den einzelnen Mitgliedern und den eingesetzten Leitern und Ältesten.
  • Wenn möglich sollte eine qualifizierte Leiterschaft zu Rate gezogen werden. 
  • Es gibt klare Richtlinien und Voraussetzungen für Individuen, die einen Leiterschaftsfunktion innerhalb des Leibes anstreben.
  • Wir sollen uns zwar Leiterschaft unterordnen, dies entbindet uns jedoch nicht von der Verantwortung für unser Handeln. Ein jeder möge seine Leiterschaft anhand der biblischen Vorgaben und Voraussetzungen überprüfen. Wer sich fehlleiten lässt, muss trotzdem seinen Teil der Verantwortung tragen.
  • Die Aufgabe der Leiterschaft liegt neben der Unterrichtung im Wort darin, den persönlichen Lebenswandel seiner Schützlinge zu prüfen und auf Probleme hinzuweisen.
  • Es kann vorkommen, dass Gemeinschaften sich auch mal trennen, sei es aufgrund von Meinungsverschiedenheiten (s. Paulus und Barnabas Apg 15/39).
  • Rebellion gegen Leiterschaft ist mit Rebellion gegen Gott persönlich gleich zu setzen (4. Mose 16-17)
  • ein Ausschluss oder der eigenwillige Rückzug aus Gemeinschaft kann bei anhaltender Dauer den Glaubensabfall zur Folge.

 

Ich hoffe, dass es gelungen ist klar zu machen, dass Leiterschaft ein integraler Bestandteil bei der Glaubensnachfolge darstellt. Diese Tatsache wird oft außer Acht gelassen. Wobei es natürlich davon abhängig ist, dass eine qualifizierte Leiterschaft auch verfügbar ist. Man möge sich nicht täuschen, Zurechtweisung und Erbauung sind Teil des Wachstumsprozesses, welchen ein jeglicher unterworfen ist. Wer dies bewusst meidet oder aus falscher Eitelkeit ablehnt, läuft Gefahr, seine Erlösung in Yeshua aufs Spiel zu setzen. Dies ist ein sehr ernstes Thema