Im 2. Buch Mose, Kapitel 25-30 wird die Konstruktion der Stiftshütte, der darin befindlichen heiligen Geräte und die Kleidung der Priester beschrieben. Bei der Stiftshütte handelt es sich um den mobilen Vorläufer zum heiligen Tempel in Jerusalem. Während der Zeit der Wüstenwanderung und bis zur Erbauung des ersten Tempels war die Stiftshütte der zentrale Ort für die Anbetung und den priesterlichen Dienst. Dies beinhaltete u.a. den regelmäßigen Opferdienst und die Einhaltung der biblischen Festtage.

Das reine Öl aus zerstoßenen Oliven

Das Innere der Stiftshütte war unterteilt in das Heiligtum und dem Allerheiligsten. Im Heiligtum befanden sich der Schaubrottisch, die Menorah und der Räucheraltar. Im Allerheiligsten, welches vom Heiligtum durch einen Vorhang getrennt war, wurde die Bundeslade aufbewahrt. Alle diese Dinge haben einen hohen symbolischen Wert und lehren uns vieles über Gottes Plan der Erlösung, Yeshua und dem gottgefälligen Bild des Menschen im Allgemeinen. In dieser Ausarbeitung soll es jedoch spezifisch um das Öl für die Menorah gehen, welche die einzige Lichtquelle innerhalb der Stiftshütte war.

Das innere der Stiftshütte mit den heiligen Geräten (Menorah, Schaubrottisch, Räucheraltar, Bundeslade).
Die Stiftshütte

Die Lampen des siebenarmigen Leuchter wurden mit nur dem reinsten Olivenöl gespeist. Die Gewinnung des Öls war sehr aufwendig und wurde durch eine sanfte Kaltpressung gewonnen. Bei jeder Olive wurde jeweils nur der erste Tropfen des Öls für die Menorah verwendet.

Und du sollst den Kindern Israels gebieten, dass sie dir reines Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter bringen, damit beständig Licht unterhalten werden kann.

2. Mose, Kapitel 27/20

Öl und Feuer als Symbol für den Heiligen Geist

Das Öl der Menorah, die einzige Lichtquelle innerhalb der Stiftshütte, benötigt das reine Olivenöl zum Leuchten. Die Schaubrote symbolisieren u.a. das Wort Gottes. Denn Brot steht sinnbildlich für Gottes Wort, welches wir zu uns nehmen müssen, damit wir nicht geistig bzw. physisch verhungern.


Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!«

Matthäus 4/4

Ohne das Licht der Menorah könnte das Brot (= Wort Gottes) in der Dunkelheit nicht gesehen (=gelesen bzw. verstanden) werden. Das Licht wiederum wird durch das reine Olivenöl bereitgestellt. In der Bibel ist Öl oftmals ein Sinnbild auf die Salbung durch den Heiligen Geist.

Der Geist des Herrn, des Herrschers, ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und Öffnung des Kerkers den Gebundenen,

Jesaja 61/1

Erst der Heilige Geist öffnet uns das Verständnis für das Wort Gottes. Darüber hinaus dient der Heilige Geist als Siegel für die Erlösung in Yeshua.

Gott aber, der uns zusammen mit euch in Christus fest gegründet und uns gesalbt hat, er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben.

2. Korintherbrief 1/21-22

Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein.

Römerbrief 8/9

Diese Symbolik wird noch einmal unterstrichen in der Tatsache, dass die sieben Flammen der Menorah ebenfalls auf den Heiligen Geist verweisen. Als der Heilige Geist in der Apostelgeschichte auf die Jünger fällt, erschienen Feuerflammen über den Köpfen der Jünger.

Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.

Apostelgeschichte 2/1-4

Die Ölpressung der Oliven

Hier noch mal zur Erinnerung: Die Kinder Israels sollten reines Öl aus zerstoßenen Oliven für die Menorah bringen. Diese sollten dazu dienen, dass ein beständiges Licht unterhalten werden kann, 2. Mose 27/20.

Das Wort “beständig” ist das hebräische Wort Tamid (תָּמִֽיד). Dieses Wort kann übersetzt werden mit: beständig, fortwährend, ewig.

Nur das reinste Öl der Oliven (der 1. Tropfen) war zur Verwendung für den Leuchter zugelassen. Die zerdrückten Oliven sind ein Sinnbild auf den Menschen. Nur der 1. Tropfen speist den Leuchter. Der Rest ist wertlos für Gott. Dieser Tropfen ist ein Sinnbild für die Seele des Menschen. Das Wort Tamid (=ewig) deutet auf die Beständigkeit der Seele im Vergleich zum vergänglichen Fleisch. Der Rest der Olive ist das Fleisch, welches vergehen und sterben wird. Yeshua selbest geht auch darauf ein so lesen wir folgendes:

Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschmettert werden; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.

Matthäus 21/44

Der Messias weist uns darauf hin, dass, wenn wir uns auf Ihn fallen lassen, werden wir zerschmettert werden (=die Pressung der Olive für das reine Öl). Er wird jedoch diejenigen zermalmen, auf welche er auf zerstörerische Weise fallen wird (=das Gericht bei seiner Rückkehr).

Die Seele des Menschen ist kostbar für Gott. Alles weitere muss sterben und wird hinweggetan werden. Das Öl deutet auch auf den Heiligen Geist, welcher in uns sein soll, damit wir überhaupt in die Lage versetzt werden, einen gottgefälligeren Lebenswandel zu beschreiten. Gott möchte, dass wir gemäß dem Geist wandeln und nicht gemäß dem Fleisch. 

Denn diejenigen, die gemäß [der Wesensart] des Fleisches sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht; diejenigen aber, die gemäß [der Wesensart] des Geistes sind, [trachten] nach dem, was dem Geist entspricht. Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden, weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht; und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein.

Römerbrief 8/5-9

Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Matthäus 14/38

Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht.

Römerbrief 7/18

Das aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können; auch erbt das Verwesliche nicht die Unverweslichkeit.

1. Korintherbrief 15/50

Gott möchte, dass Menschen ihren Wandel gemäß der Leitung des Heiligen Geistes und nicht gemäß der fleischlichen Gelüsten ausrichten. Ein Wandel gemäß des Fleisches wird letztendlich ins Verderben führen. Im Galaterbrief finden wir eine Erläuterung über diesen Kampf zwischen den Gelüsten des Fleisches und dem reinen Wandel gemäß des Geistes.

Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch;und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt. Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit;
Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden. Die Frucht des Geistesaber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.

Galaterbrief 5/16-24

Fazit

Wie wir hier feststellen konnten, muss das Fleisch (=die Olive) sterben, damit der Geist (=das reine Öl) in uns leben kann. Der Wandel gemäß des Geistes soll über den Wandel nach dem Fleisch triumphieren. Wenn der fleischlich gesinnte Mensch in uns stirbt, Kraft der Erlösung in Yeshua, dann wird der Geist in uns wirken und zum ewigen Leben führen.