Shalom,

heute möchte ich mich mit dem Konzept auseinandersetzen, dass die Gemeinde als die Braut Yeshuas bezeichnet wird und Yeshua entsprechend als Bräutigam. Zuerst werde ich diese Aussage biblisch belegen und danach möchte ich schauen, was wir im Bezug auf unsere Glaubensnachfolge daraus lernen können.

Yeshua der Bräutigam

Johannes der Täufer bezeichnet Yeshua als den Bräutigam, Johannes 3/28-30:

Ihr selbst bezeugt mir, dass ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der da steht und ihn hört, ist hocherfreut über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt. Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.

Yeshua bezeichnet sich selbst als den Bräutigam, Markus 2/18-20:

Und die Jünger des Johannes und die der Pharisäer pflegten zu fasten, und sie kamen zu ihm und fragten: Warum fasten die Jünger des Johannes und der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann, in jenen Tagen, werden sie fasten.

 

Die Gemeinde (Israel) als die Braut

Der Apostel Paulus bezeichnet die Gemeinde der Gläubigen als die Braut, welche der Messias zur Ehe nehmen wird, 2. Korinther 11/2:

Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau Christus zuzuführen.

Epheser 5/31-32:

Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.

 

Im Buch Jeremia wird aufgezeigt, wer die Braut ist und welchen Plan Gott für seine Braut hat, Jeremia 31/31-33:

Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht der Herr. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.

Wir finden zu Jeremia 31/31 auch eine Bestätigung im Neuen Testament. Im Hebräerbrief Kapitel 8/8 wird definiert, mit wem der Neue Bund geschlossen wurde. Der Autor zitiert dort das Buch Jeremia 31/31, wo geschrieben steht, dass der Neue Bund mit dem Haus Israel und dem Haus Juda geschlossen wurde. Egal, woher wir stammen, ob aus Israel oder den Heidennationen, in Yeshua ist einem jeden von uns offen, Teil der Gemeinde Gottes zu werden. So lesen wir im Römerbrief 11/17, dass wir als Heiden in die Volksgemeinschaft von Israel eingepfropft wurden. Dies wird auch nochmal bestätigt im Epheserbrief 2/11-13

Darum gedenkt daran, dass ihr, die ihr einst Heiden im Fleisch wart und Unbeschnittene genannt wurdet von der sogenannten Beschneidung, die am Fleisch mit der Hand geschieht, dass ihr in jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung; ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus.

Welche Funktion haben die Braut und der Bräutigam?

Nachdem etabliert werden konnte, wer aus biblischer Sicht der Bräutigam ist und wer die Braut ist, möchte ich mich im Folgenden mit der Frage auseinandersetzen, welche Funktion und Aufgabe einem jeglichen zukommt. Wenn man es auf den einfachsten Nenner herunter bricht, dann ist der Bräutigam der Geber und die Braut empfängt. Aus dieser Zusammenkunft soll wiederum Leben entstehen. Etwas Vergleichbares finden wir in der Empfängnis von Maria, Matthäus 1/18:

Die Geburt Jesu Christi aber geschah auf diese Weise: Als nämlich seine Mutter Maria mit Joseph verlobt war, noch ehe sie zusammengekommen waren, erwies es sich, dass sie vom Heiligen Geist schwanger geworden war.

Dieses Konzept findet sich auch in der Beziehung zwischen Yeshua und seiner Gemeinde wieder. Die Gläubigen sollen den Heiligen Geist empfangen, damit sie in die Lage versetzt werden, in der Nachfolge Gottes geleitet zu werden. Dieses wiederum soll dazu führen, dass Früchte des Geistes hervorgebracht werden. Im Lukas Evangelium 11/13 spricht Yeshua davon, dass die Gläubigen den Vater darum bitten sollen, ihnen den Heiligen Geist zu geben: 

Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel [den] Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!

Es ist von großer Bedeutung, dass der Heilige Geist auf diejenigen kommt, welche sich in der Nachfolge Yeshuas begeben wollen. Dieses lesen wir u.a. in der Apostelgeschichte 8/14-17

Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Diese kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen; denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.

Der Apostel Paulus ermahnt uns auch, dass der Geist auf einem jeglichen Nachfolger gekommen sein muss, Römer 8/9

Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein.

Der Heilige Geist soll die Nachfolger u.a. darin befähigen, die Früchte des Geistes hervorzubringen. Diese finden wir im Galaterbrief 5/22

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Die Frucht des Heiligen Geistes steht im direkten Gegensatz zu den Werken des Fleisches, Galater 5/19-21

Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

Ein jeglicher von uns muss sich fragen, ob wir bereits die Früchte des Geistes hervorbringen oder ob wir immer noch gemäß dem Fleisch wandeln. Denn wie wir gelesen haben, werden diejenigen, welche gemäß dem Fleisch wandeln, Gottes Reich nicht erben. Dies bestätigt der Apostel Paulus auch nochmal im Römerbrief 8/1

So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.

Das Wort Gottes als Same

Ein weiterer Aspekt, was die Braut (die Gemeinde) von ihrem Bräutigam empfangen soll, ist das Wort Gottes. Im Gleichnis vom Sämann ist die Rede davon, dass jemand hinausging, um zu säen. Im Lukas Evangelium 8/11 lesen wir folgendes: 

Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes.

Das Wort Gottes ist also der Same, welcher zusätzlich zum Geist von der Braut empfangen werden soll. Auch hier stellt sich die Frage, inwiefern wir als “Gläubige” überhaupt bereit sind, diesen Samen zu empfangen. 

  • Lesen wir das Wort Gottes überhaupt?
  • Falls ja, sind wir dann auch bereit, Gottes Wort Folge zu leisten? (siehe hierzu: “Die 10 Gebote im täglichen Leben”
  • Oder lehnen wir Gottes Wort womöglich sogar ab? Mit z.B. folgenden Thesen: “Gottes Gebote wurden in Jesus hinweg getan”, “Wir sind nun frei vom Gesetz”, usw.) 

Die obigen Punkte sind nur ein kleiner Auszug verbreiteten Lehren und Ideen. Wir sollten uns hier nochmal vor Augen führen, was es bedeutet, diesen oder ähnlichen Ideen anzuhängen. Wer Gottes Wort ablehnt, indem er/sie z.B. sagt, dass gewisse Teile heute keine Gültigkeit mehr haben, lehnt somit den Samen Gottes ab. Man kann auch sagen, dass man Gott als Bräutigam abgelehnt, da man den Samen Gottes als verachtenswert ansieht. Es ist fraglich, ob so jemand überhaupt schon Gottes Geist empfangen hat. Wie wir zuvor bereits gelesen haben, gehören wir nur zu Yeshua, wenn wir seinen Geist empfangen haben, (Römer 8/9). 

Fazit

Yeshua ist der Bräutigam, welcher gestorben ist, damit seine Braut (die Gemeinde = Israel) nicht sterben muss, sondern leben kann. Yeshua ist es auch, welcher seine Braut mit allem versorgt, was sie braucht, um geistig überleben zu können. Dies wiederum setzt voraus, dass die Braut auch bereit ist, diese Dinge zu empfangen. Dies wäre das Wort Gottes (der Same) und der Heilige Geist. Erst wenn die Braut (= jeder einzelne “Gläubige”) bereit ist, diese Dinge in Empfang zu nehmen, kann daraus neues geistiges Leben entstehen.  Nur dann können wir überhaupt darauf hoffen, den Auftrag Yeshuas zu erfüllen, Matthäus 28/19:

So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Ohne Gottes Wort und seinem Geist ist dies nicht machbar. Wir müssen verstehen, dass die wahrhaftige Braut mit Freuden die Dinge empfängt, welche von ihrem Bräutigam stammen. Zuallererst die Erlösung, welche uns in Yeshua zuteil wird und folgend auch sein Wort und der Heilige Geist.