Shalom, 

Gott gab durch Mose am Berg Sinai die 10 Gebote an sein Volk Israel . Grundsätzlich sind sich die meisten Menschen darüber einig, dass diese Gebote auch heute noch in der Nachfolge eine Relevanz haben und grundsätzlich zu befolgen sind. Dieser Text soll eine Hilfestellung für diejenigen sein, welche gewillt sind, Gottes Gebote zu befolgen und für ein besseres Verständnis in der heutigen Anwendung sorgen. Im folgenden werde ich jedes Gebot einzeln betrachten und schauen, welche Parallelen wir in der Schrift finden können und wie ein Leben gemäß den Gebote gestaltet werden kann.

1. Gebot:

Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt hat. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!

  • Hier gebietet Gott, dass es nur einen Gott gibt und dass wir keine anderen Götter anbeten sollen. Die erste Frage, die sich ein jeglicher stellen muss, ist, ob er /sie denn schon wahrhaftig aus Ägypten herausgeführt wurde. Wenn wir z.B. noch die heidnischen / ägyptischen Festtage feiern (z.B. Weihnachten und Ostern), dann sind wir noch gar nicht wahrhaftig aus Ägypten herausgekommen. Es gab einen spezifischen Grund, weshalb das Volk Israel aus Ägypten ausziehen sollte, 2. Mose 3/12:

Da sprach er: Ich will mit dir sein; und dies soll dir das Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du das Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr an diesem Berg Gott dienen!

  • Einer der Gründe, wieso Gott sein Volk aus Ägypten holte, war somit, dass das Volk Ihm dienen sollte. Als nächstes möchte ich zeigen, was es heißt, Gott zu dienen, 5. Mose 13/5:

Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhängen.

  • Hier können wir eindeutig sehen, wenn man Gott dienen möchte, dass es beinhaltet, seine Gebote zu halten. Meine eingangs erwähnte Frage sollte somit jeder für sich beantworten können. Wenn wir weiterhin an den Festen und dem Götzendienst aus Ägypten und den Heidennationen festhalten und uns darüber hinaus weigern, Gottes Gebote zu halten, dann dienen wir Gott überhaupt gar nicht. Jeder auf den dies zutrifft, scheitert somit bereits am ersten Gebot. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch die folgenden Gebote nicht gehalten werden, wie z.B. der Sabbat. Wir finden hierzu auch eine Bestätigung durch Yeshua selbst, welcher bezeugt, dass er diejenigen, welche ohne das Gesetz waren (=ohne Torah), nie gekannt hat.

Matthäus 7/21-23: 

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!

2. Gebot:

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

  • Götzen können viele Formen annehmen. Zu den offensichtlicheren Beispielen zählen Dinge wie Weihnachtsbäume und Buddha- oder Engelsfiguren. Es gibt auch andere Formen des Götzendienstes, welche uns vielleicht nicht sofort auffallen. In der heutigen Zeit gibt es viele Menschen, die sogenannte Idole oder Stars verehren / anbeten. Diese können aus dem Bereich Sport oder Unterhaltung kommen. Darüber hinaus laufen wir Gefahr, uns an dem materiellen Überfluss zu ergötzen. Reichtum an sich ist keine Sünde per se, auch in der Bibel gab es gerechte, reiche Männer. Doch die Frage ist, wie wir mit diesem Reichtum umgehen und wie wir ihn einsetzen. Ein beständiges Bestreben nach immer mehr Reichtum kann auch zu einem Götzen werden. Insbesondere dann, wenn wir unsere kostbare Zeit zu einem übermäßigen Anteil dazu nutzen, diesem nachzujagen.
  • Im weiteren Verlauf des 2. Gebotes ist die Rede davon, dass Gott die Schuld der Väter an den Kindern heimsucht. Ich verstehe das so, dass die Kinder oftmals die Verhaltensweisen ihrer Eltern annehmen. Wenn der Vater schon im Götzendienst verstrickt war, dann besteht eine erhöhte Gefahr, dass die Kinder dies auch tun. Darüber hinaus kann es sein, dass durch das Verschulden der Eltern ein Nachteil für die Kinder entsteht, z.B. wenn der Vater das Erbe der Kinder verschwendet hat. Gott prüft zwar, ob die Kinder es den Sünden ihrer Väter gleichtun, jedoch werden sie nicht für die Sünden der Väter haftbar gemacht, wenn sie selbst davon ablassen, Hesekiel 18/19-23:

19 Ihr aber sagt: Warum soll der Sohn die Missetat des Vaters nicht mittragen? Weil der Sohn Recht und Gerechtigkeit geübt hat; er hat alle meine Satzungen bewahrt und befolgt; er soll gewisslich leben! 20 Die Seele, welche sündigt, die soll sterben! Der Sohn soll nicht die Missetat des Vaters mittragen, und der Vater soll nicht die Missetat des Sohnes mittragen. Auf dem Gerechten sei seine Gerechtigkeit, und auf dem Gottlosen sei seine Gottlosigkeit! Gott wünscht die Umkehr des Sünders 21 Wenn aber der Gottlose umkehrt von allen seinen Sünden, die er begangen hat, und alle meine Satzungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt, so soll er gewiss leben; er soll nicht sterben. 22 An alle seine Übertretungen, die er begangen hat, soll nicht mehr gedacht werden; er soll leben um seiner Gerechtigkeit willen, die er getan hat! 23 Oder habe ich etwa Gefallen am Tod des Gottlosen, spricht Gott, der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich von seinen Wegen bekehrt und lebt?

3. Gebot:

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Gottes Namen zu missbrauchen. Wir sind dazu aufgerufen, im Namen Gottes nicht zu lügen, 3. Mose 19/12:

 Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen, sodass du den Namen deines Gottes entheiligst! Ich bin der Herr.

  • Den Gottes zu nutzen, um ihn zu lästern, ist ebenfalls untersagt, 3. Mose 24/11:

Da lästerte der Sohn der israelitischen Frau den Namen [des Herrn] und fluchte [ihm]. Daraufhin brachte man ihn zu Mose. Seine Mutter aber hieß Selomit und war die Tochter Dibris, vom Stamm Dan.

Die oben genannten Beispiele sollten den meisten bekannt sein und tendenziell werden Menschen, welche sich als “gläubig” bezeichnen, eher nicht darin gefunden werden, so etwas zu tun. Eine größere Gefahr, dieses Gebot zu brechen, besteht meiner Meinung nach darin, dass man vorgibt, “gläubig” zu sein, jedoch keinen entsprechenden Lebenswandel an den Tag legt. Die Art wie wir sprechen, unser Verhalten, sowohl privat als auch in der Öffentlichkeit, kann sehr oft dazu beitragen, dass wir den Namen Gottes missbrauchen. Viele von uns sind sich dessen vielleicht nicht einmal bewusst, doch wir müssen uns daran gewöhnen einen höheren Standart an uns selbst zu legen.

  • Wie verhalten wir uns auf unserer Arbeit und was für einen Eindruck haben unsere Kollegen und Vorgesetzten von uns?
  • Wie verhalten wir uns anderen Menschen gegenüber?
  • Halten wir unsere Zunge im Zaum oder sondern wir ständig unreine Sprache und Lästerungen von uns ab?

Wenn wir an diesen und anderen Dingen scheitern, dann kann der Name Gottes dadurch in den Dreck gezogen werden. Insbesondere, wenn wir vermeintlich schon seit Jahren “im Glauben wandeln”. Wir müssen beständig an der Formung und Verbesserung unserer Charaktereigenschaften arbeiten, durch Gebet und Selbstdisziplin, damit wir kein abschreckendes Beispiel für einen “Gläubigen” abgeben, Psalm 50/16-19:

16 Zu dem Gottlosen aber spricht Gott: »Was zählst du meine Satzungen auf und nimmst meinen Bund in deinen Mund, 17 da du doch Zucht hasst und meine Worte verwirfst? 18 Siehst du einen Dieb, so freundest du dich mit ihm an, und mit Ehebrechern hast du Gemeinschaft; 19 deinen Mund lässt du Böses reden, und deine Zunge knüpft Betrug.

4. Gebot:

Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn! Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und geheiligt.

  • Das Sabbatgebot wird in großen Teilen des heutigen Christentums ignoriert. Anstatt Gottes verordneten Ruhetag zu halten, wurde der Tag der Versammlung auf den Sonntag gelegt. Natürlich gibt es für diese Praxis keinerlei biblische Grundlage, doch das ist nicht mal das Hauptproblem. Mal angenommen die Menschen haben es wirklich auf dem Herzen, Gott zu dienen und gehorsam zu sein, und sie wissen es vielleicht nicht besser und glauben tatsächlich, dass der biblische Sabbat am Sonntag stattfindet. Dann jedoch wäre zu erwarten, dass die Menschen den Sonntag dann wenigstens wie einen Sabbat halten würden. Doch das ist nicht der Fall, wie wir folgend sehen werden. Im Buch Nehemia gibt es einige Beispiele dafür, was am Sabbat verboten ist, Nememia 17/15-19:

15 Zu jener Zeit sah ich, dass etliche in Juda am Sabbat die Kelter traten und Garben einbrachten und Esel beluden, auch Wein, Trauben, Feigen und allerlei Lasten aufluden und dies am Sabbat nach Jerusalem brachten. Da verwarnte ich sie an dem Tag, da sie die Lebensmittel verkauften. 16 Es wohnten auch Tyrer in [der Stadt], die brachten Fische und allerlei Ware und verkauften sie am Sabbat den Kindern Judas und in Jerusalem

17 Da stritt ich mit den Vornehmsten von Juda und sprach zu ihnen: Was ist das für eine schlimme Sache, die ihr tut, dass ihr den Sabbat entheiligt?18 Machten es nicht eure Väter so, und brachte unser Gott [nicht darum] all dies Unglück über uns und über diese Stadt? Und ihr bringt noch mehr Zorn über Israel, indem ihr den Sabbat entheiligt? 19 Und es geschah, sobald es dunkel wurde in den Toren Jerusalems vor dem Sabbat, da befahl ich, die Tore zu schließen; und ich befahl, man solle sie nicht öffnen bis nach dem Sabbat; und ich stellte einige meiner Diener an den Toren auf, damit man am Sabbattag keine Last hereinbringe.

Hier können wir einige interessante Dinge sehen, die es am Sabbat zu beachten gilt . Der Sabbat beginnt am Freitag Abend nach Sonnenuntergang und hält somit bis zum Samstagabend nach Sonnenuntergang an, also 24 Stunden. Darüber hinaus ist es verboten, an diesem Tag Werktagsarbeit zu verrichten, wie Handel zu treiben oder Waren zu kaufen. Nun möchte ich die Frage in den Raum stellen, ob diejenigen, welche den Sabbat am Sonntag halten, dies beachten. Ich glaube, dass ein Großteil dieser Personen sehr wohl am Sonntag einkauft , z.B. um Essen zu gehen.

Manch einer macht vielleicht sogar Gartenarbeit o.ä. Darüber hinaus soll der Sabbat dazu dienen, unsere Zeit zu nutzen, um eine Beziehung mit Gott zu pflegen. Das beinhaltet z.B. das Studium im Wort, Lobpreis und / oder Gebet. Auch der Faktor Erholung soll am Sabbat eine Rolle spielen, damit wir gestärkt in die neue Woche gehen können. Wer stattdessen den Sabbat / Sonntag jedoch mitunter dazu nutzt, andere für sich arbeiten zu lassen (Restaurantbesuch, Ausflug in den Zoo / Freizeitparkt o.ä.) oder sich mit Nichtigkeiten befasst, der verfehlt die Einhaltung eines biblischen Ruhetages gänzlich. Dabei lasse ich es jetzt mal dahingestellt, ob dieser Ruhetag am Samstag oder Sonntag gehalten wird. Daran sehen wir, dass die meisten gar nicht gewillt sind, Gottes Gebote zu befolgen. Stattdessen geht es mehr um das eigene Vergnügen. Der Sabbat soll dazu dienen, Gott näher zu kommen und auch um Erholung von der Arbeitswoche zu finden, Jesaja 58 / 13-14: 

Wenn du am Sabbat deinen Fuß zurückhältst, dass du nicht an meinem heiligen Tag das tust, was dir gefällt, wenn du den Sabbat deine Lust nennst und den heiligen [Tag] des Herrn ehrenwert; wenn du ihn ehrst, sodass du nicht deine Gänge erledigst und nicht dein Geschäft treibst, noch nichtige Worte redest; dann wirst du an dem Herrn deine Lust haben; und ich will dich über die Höhen des Landes führen und dich speisen mit dem Erbe deines Vaters Jakob! Ja, der Mund des Herrn hat es verheißen.

 

5. Gebot:

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt!

  • Dies Gebot ist auch recht selbsterklärend denke ich. Es beinhaltet jedoch nicht nur die leiblichen Eltern, sondern kann auch auf Personen gedeutet werden, welche eine entsprechende Rolle, ähnlich dem Vater oder der Mutter, einnehmen. Dies können z.B. Gemeindeleiter oder Gemeindeälteste sein. In meinem Video Familie im biblischen Kontext gehe ich näher auf diese Thematik ein.  Generell möchte Gott, dass wir einen gesunden Respekt gegenüber Älteren haben, 3. Mose 19/32: 

Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Person eines Alten ehren; und du sollst dich fürchten vor deinem Gott! Ich bin der Herr.

6.Gebot:

Du sollst nicht töten!

  • Dieses Gebot ist falsch übersetzt. Wenn man liest, “Du sollst nicht töten”, kann man auf die Idee kommen, dass eine jegliche Tötung verboten wäre. Dem ist nicht so, das hebräische Wort für “töten” hier ist “Ratzach”. Dies wäre passender mit “Morden” zu übersetzten, also eine unrechtmäßige Tötung. Ein Polizist, welcher in einer Notwehrsituation dazu gezwungen ist, einen gefährlichen Angreifer zu erschießen, würde z.B. nicht gegen das Gebot verstoßen, da es sich um eine rechtmäßige Tötung im biblischen Sinne handelt. Eine biblisch rechtmäßige Tötung ist natürlich in enge Grenzen gefasst und die von mir oben beschriebene Notwehrsituation ist vielleicht eine der häufigsten Applikationen. Eine Tötung aus Hass, Habgier oder aus anderen niederen Beweggründen wäre wiederum als Mord zu klassifizieren und stellt einen eindeutigen Verstoß gegen das 6. Gebot dar.

 

7. Gebot:

Du sollst nicht ehebrechen!

  • Auch dieses Gebot ist eigentlich eindeutig und selbsterklärend. Ein Ehebruch liegt natürlich insbesondere dann vor, wenn der Mann oder die Frau einen sexuellen Akt mit einer anderen Person als dem Ehepartner vollzieht. Darüber hinaus lehrt Yeshua uns aber auch, dass Ehebruch nicht erst mit dem tatsächlichen Akt eintritt, Matthäus 5/27-28:

27 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen!« 28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Insbesondere wir Männer sind dazu aufgerufen, unsere Augen und Gedanken rein zu halten. Dies kann beinhalten, entsprechende Maßnahme zu ergreifen, wenn nötig z.B. Fasten. Ein weiterer Gefahrenherd kann das Internet sein, daher müssen wir darauf achten, welche Seiten wir uns anschauen. Es sollte selbstverständlich sein, dass der Konsum von Pornografie ein eindeutiges Beispiel für Ehebruch im biblischen Sinne darstellt. Auch unverheiratete Männer müssen sich von Pornografie strikt enthalten, da es den Tatbestand der Hurerei erfüllt. Sollte dies ein Problem darstellen, rate ich im Zweifel den Internetzugang zu kündigen, solange bis eine zuverlässige Enthaltung von diesen Dingen möglich wird.

 

8. Gebot:

Du sollst nicht stehlen!

  • Dieses Gebot bedarf auch keiner großen Erklärung glaube ich. Jegliche Form von Diebstahl gilt es zu vermeiden. Je nachdem, wie eng man dies interpretieren möchte, beinhaltet dies z.B. auch, dass man Arbeitsmaterialien nicht mit nach Hause nimmt (z.B. Papier oder Büromaterial). Natürlich muss da auch der Diebstahl von geistigem Eigentum benannt werden, z.B. das illegale Downloaden von Filmen und Musik. 

 

9. Gebot:

Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!

  • Dies beinhaltet natürlich jegliche Art von Verleumdung oder Lüge über andere Personen. Wir können uns auch schon teilhaftig an dieser Sünde machen, in dem wir zuhören, wenn jemand ein falsches Zeugnis (Lästern) über andere Personen verbreitet. Wenn uns etwas an jemanden stört, dann ist es das Beste und Aufrichtigste, es dieser Person direkt und persönlich zu sagen.

 

10. Gebot:

Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!

  • Habgier ist sicherlich eine der häufigsten Ursachen, welche dazu führen kann, dieses Gebot zu brechen. Wenn wir von Habgier geleitet werden, dann werden wir getrübten Sinnes sein und Habgier kann generell nie gestillt werden. Es wird immer etwas geben, was wir gerne haben wollen aber nicht bekommen und es wird immer auch Personen geben, die mehr Güter haben als wir. Das wiederum führt dann zu Neid und zur Begierde dieser Dinge. Darum gilt es vor allem, frei von Habgier zu werden. 

 

Psalmen 119:36:

 Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zur Habgier!

Jeremia 22:17:

Aber deine Augen und dein Herz sind auf nichts anderes aus als auf deinen Gewinn, und auf das Vergießen unschuldigen Blutes und darauf, Bedrückung und Misshandlung zu verüben!

Lukas 12:15:

Er sagte aber zu ihnen: Habt acht und hütet euch vor der Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluss ab, den er an Gütern hat.

 

Fazit

Die zehn Gebote sind ein absolutes Grundfundament, wenn es darum geht, ein gottgefälliges Leben zu führen. Oftmals werden diese jedoch nur teilweise oder auch gar nicht beachtet (z.B. das Sabbatgebot). Die Sünde ist in der Bibel sehr klar definiert, so lesen wir im 1. Johannesbrief Kapitel 3/4: 

Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.

Das Wort Gesetzlosigkeit (gr. Anomia) bedeutet ohne Gesetz (=ohne Torah). Wir haben auch in Yeshua und unter der Gnade keinen Freifahrtschein zur fortlaufenden Sünde. Wer die Sünde tut, ohne Buße (=Abkehr vom sündhaften Verhalten) zu tun, wird nicht in das Reich Gottes hineinkommen, 1. Korinther 6/9-11: 

9 Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder, 10 weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben. 11 Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!

Darum müssen wir uns darin üben, unsere fleischlichen Gelüste zu zügeln, geleitet durch den Heiligen Geist. Es gibt Gnade, wo wir trotz eigener Anstrengung Fehler machen. Doch nirgendwo in der Bibel findet man eine Berechtigung dafür, dass die Gnade alles zudeckt und wir gedankenlos in unserem sündhaften Verhalten verharren dürfen. Die Buße soll auf die Gnade folgen. Möge Gott uns die Kraft dafür schenken, dass unser Charakter und unser Verhalten mehr und mehr gemäß dem Vorbild Yeshuas geformt wird.