Im heutigen Post möchte ich mir die Verbindungen zwischen Noahs Flut und der Glaubenstaufe anschauen. Die Flut und die Taufe werden in der Bibel mehrfach miteinander in Verbindung gesetzt. Der Zustand der vorsintflutlichen Welt und der Zustand des fleischlichen Menschen, weisen diverse Parallelen auf. Die Sintflut diente dazu eine gravierende, vom Menschen herbeigeführte, Fehlentwicklung zu korrigieren. Das Ziel war die Reinigung und Neugeburt der aus den Fugen geratenen Schöpfung.

Warum sandte Gott die Sintflut über die Welt?

Vor der Flut war die Welt erfüllt von Boshaftigkeit und Frevel. Gott entschied, dass es Zeit war, diesem Treiben ein Ende zu setzten.

Als aber der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen sehr groß war auf der Erde und alles Trachten der Gedanken seines Herzens allezeit nur böse, da reute es den Herrn, dass er den Menschen gemacht hatte auf der Erde, und es betrübte ihn in seinem Herzen. Und der Herr sprach: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, vom Menschen an bis zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln des Himmels; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe! Noah aber fand Gnade in den Augen des Herrn.

1. Mose 6/5-8

Die Menschen hatten sich abgewandt von Gott und folgten ihrem Herzen anstelle von Gottes Ratschlüssen. Der Wandel des fleischlichen Menschen kann vor Gott nicht wohlgefällig sein und führt zu einer zunehmenden Distanz zwischen Gott und dem Menschen. Ohne eine Richtlinie und Gottes Ordnung führt der Weg des Menschen in eine zunehmende Verrohung und Boshaftigkeit.

Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden, weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht; und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen.

Römerbrief 8 / 6-8

Vor der Flut wählten die Menschen einen Lebenswandel gemäß dem Fleisch, fern von Gott. Der damit verbundene Verfall jeglicher Gottesfurcht und die darauffolgenden Verwerfungen führten zum Gericht durch die Flut.

Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung empfangen hatte über die Dinge, die man noch nicht sah, von Gottesfurcht bewegt eine Arche zur Rettung seines Hauses; durch ihn verurteilte er die Welt und wurde ein Erbe der Gerechtigkeit aufgrund des Glaubens.

Hebräerbrief 11 / 7

Zustand der in der heutigen Zeit

Es gibt viele nicht gläubige Menschen, welche ein nach weltlichen Maßstäben ordentliches Leben führen. Dies liegt dann aber i.d.R. daran, dass diese Menschen zu Mindestens teilweise nach Werten und Moralvorstellungen leben, welche Gott uns aufgetragen hat. Als Beispiel möchte hier Gebote nennen, wie:

  • Du sollst nicht töten.
  • Du sollst nicht stehlen.
  • Rede kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten.
  • Du sollst nicht ehebrechen.

Leider geht die gesamtgesellschaftliche Entwicklung jedoch eher in eine andere Richtung. Die Verrohung, die Rücksichtslosigkeit und die Gewalt nehmen stetig zu. Wir sehen, dass selbst Rettungssanitäter und Feuerwehrleute immer damit rechnen müssen angegriffen zu werden. Der Respekt vor Polizei und anderen Ordnungshütern ist sowieso schon lange dahin.

Die Hemmschwelle zur Anwendung selbst schwerster Gewalt gegen Mitmenschen sinkt fortlaufend. Die Spaltungen innerhalb der Gesellschaft werden größer und der Wille zu einem konstruktiven politischen Diskurs schwindet zusehends. Es wäre töricht anzunehmen, dass sich diese Entwicklung noch einmal umkehren ließe. Vielmehr wird noch sehr viel schlimmer werden. Denn die Mehrheit der Menschen ist mehr denn je auf einem Weg, entgegen Gottes Geboten und Ratschlüssen.

Die Medien sind gefüllt von immer drastischeren Darstellungen von Gewalt und sexuellen Ausschweifungen. Egoismus, Selbstliebe, Ausschweifungen und die völlige Missachtung jeglicher Grundsätze des zwischenmenschlichen Zusammenlebens sind an der Tagesordnung. Beispielhaft dafür ist das Gafferphänomen. Hier finden Menschen es angebracht sich am Leid anderer zu ergötzen und nehmen es in Kauf, dass Sie Rettungskräfte den Zugang zu den Verletzten Personen versperren. Oftmals werden solche Situationen noch mit dem Handy gefilmt und bei Facebook gepostet. Doch die Gaffer sind nur eine Seite des Problems, denn anscheinend gibt es viele Menschen, welche sich diese Videos dann anschauen und kommentieren bzw. liken.

Wie in den Tagen Noahs

Im Hinblick auf die Endzeit spricht die Bibel davon, dass die Welt wieder in eine Zustand verfallen wird, wie er auch kurz vor dem Hereinbrechen der Sintflut herrschte.

Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. Denn wie sie in den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging, und nichts merkten, bis die Sintflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.

Matthäus 24 / 37-39

Der allgemeine gesellschaftliche und moralische Verfall, sowie die Zuspitzung der weltpolitischen Lage zu immer ernsthafteren Konflikten sind somit ein Zeichen dafür, dass die Endzeit näher rückt. Wie lange es tatsächlich noch dauern wird, lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Die Welt nach der Flut versprach die Chance auf einen Neuanfang, welcher zu einer Korrektur der Verwerfungen der alten Welt führen sollte. Diese Hoffnung sollte jedoch nur sehr kurz währen und nahmen schon sehr schnell eine andere Wendung. Ein Beispiel hierzu wären die Geschehnisse beim Turmbau zu Babel und die Gewaltherrschaft durch Nimrod. Dieser setzte sich an die Sperrspitze einer Rebellion gegen Gottes Ordnungen und Gebote und verfolgte seinen Herrschafts- und Machtanspruch ohne jegliche Rücksicht.

Auch zeugte Kusch den Nimrod; der war der erste Gewalthaber auf Erden. Er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn; daher sagt man: »Ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn wie Nimrod«. (bzw. im Angesicht des Herren).

1. Mose 10 / 8-9

Die Sintflut, die Taufe und die Neugeburt

Wie zuvor erwähnt, können die Taufe und die Sintflut jedoch auch als Sinnbild auf den menschlichen Zustand gesehen werden. Sowie die Sintflut die gefallene Welt reinigen und erneuern sollte, dient die Taufe zur Reinigung und zur Neugeburt des gefallenen Menschen.

Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte; und er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht durch den Geist, in welchem er auch hinging und den Geistern im Gefängnis verkündigte, die vor Zeiten sich weigerten zu glauben, als Gottes Langmut einstmals zuwartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in der wenige, nämlich acht Seelen, hindurchgerettet wurden durch das Wasser, welches jetzt auch uns in einem bildlichen Sinn rettet in der Taufe, die nicht ein Abtun der Unreinheit des Fleisches ist, sondern das Zeugnis eines guten Gewissens vor Gott durch die Auferstehung Jesu Christi.

1. Petrus 3:18-21

Die Taufe dient dabei als Sinnbild für den Tod des alten Menschen, welcher getauft auf Yeshua als neue Schöpfung aus der Taufe hervorkommt. In den allermeisten Fällen ist die Taufe jedoch erst der Anfang des Glaubenswandels. Der Mensch erklärt kraft seiner Taufe seinen Willen, von nun an seinem Schöpfer und Erlöser Jesus Christus nachzufolgen. Von nun an gilt es, den fleischlichen Wandel abzulegen und mehr gemäß dem Geist zu wandeln. Dieser leitet und befähigt uns darin, unser Leben gemäß Gottes Geboten hin auszurichten.

Was wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde? Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben? Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind? Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm einsgemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.

Römerbrief 6 / 1-5

Fazit

In den Tagen Noahs wurde die Welt erfüllt mit Boshaftigkeit und anderen Verfehlungen. Daher musste eine Reinigung her durch die Sintflut. Für die verurteilte Welt zum Gericht und für den Erlösten Noah zur Reinigung und Erlösung von der gefallenen Welt. Daraus folgte ein kompletter Neuanfang, wie auch die Taufe den Beginn eines neuen Lebens im erneuerten Wandel bedeuten soll.