Die Stiftshütte lehrt uns sehr viele Dinge darüber, unter welchen Umständen wir uns Gott nähern dürfen. Sie ist der Weg aus dem Exil zurück in die Gegenwart Gottes. Sie ist darüber hinaus auch ein Sinnbild darauf, welche Eigenschaften wir als Gläubige haben sollen, damit unser Lebenswandel mehr mit Gottes Ratschlüssen übereinstimmt. Gleiches gilt auch für die Opfertiere, welche im priesterlichen Dienst im Bereich der Stiftshütte Gott dargebracht wurden.

Nach dem Sündenfall wurden Adam und Eva aus dem Garten Eden verbannt. Durch den Sündenfall war ein direkter Kontakt zwischen Gott und den Menschen nicht mehr möglich. Es bedurfte gar des Opfertodes unseres Erlösers und Heilands Yeshua als Sühnung für die Schuld und Sünde des Menschen. Der Ausschluss aus dem Garten Eden in das Exil machte unmissverständlich klar, dass ein Zugang zu Gott nun so nicht mehr möglich war. Vielmehr bedurfte es eines Mittlers zwischen Gott und den Menschen.

Die Stiftshütte als Wegweiser zurück zu Gott

Wie bereits erwähnt, wurden Adam und Eva ins Exil verbannt.


Und er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim lagern und die Flamme des blitzenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.

1. Mose 3/24

Der Weg in das Exil führte nach Osten. Die Stifthütte hatte einen Vorhof, welcher durch einen Zaun aus weißen Leinen eingefasst war. Die Rückseite der Stiftshütte befand sich im Westen.

Aber an der Rückseite der Wohnung, nach Westen zu, sollst du sechs Bretter machen.

2. Mose 26/22

Demnach befand sich die Vorderseite und somit auch der Eingang zum Vorhof im Osten. Der Weg aus dem nach Osten führenden Exil zurück zu Gott führt somit aus dem Osten in den Westen. Wenn man durch den Eingang in den Vorhof kommt, sieht man als erstes den großen Brandopferalter, gefolgt von dem ehernen Becken und schließlich die Stiftshütte selbst. Die Rückkehr zu Gott beginnt folglich mit dem Opfer. Ohne Opfer keine Sühnung für die Sünde, da diese nur mit Blut erfolgen kann.

Und fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.

Hebräerbrief 9/22

Zu Zeiten der Stiftshütte erfolgte die Sühnung durch die im 3. Buch Mose beschriebenen Opfertiere. Diese dienten jedoch nur als Platzhalter und Ausblick für das wahrhaftige Opfer, welches Yeshua für uns erbracht hat.

So wird der Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweiten Mal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil.

Hebräerbrief 9/28

Denn weil das Gesetz nur einen Schatten der zukünftigen [Heils-] Güter hat, nicht die Gestalt der Dinge selbst, so kann es auch mit den gleichen alljährlichen Opfern, die man immer wieder darbringt, die Hinzutretenden niemals zur Vollendung bringen.

Hebräerbrief 10/1

Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen!

Hebräerbrief 10/4

Yeshua selbst verweist darauf, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Kein Weg führt zum Vater, als durch ihn.

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!

Johannes 14/6

Nach dem Brandopferalter folgt das eherne Becken, welches mit Wasser gefüllt war. Hier mussten die Priester ihre Hände und Füße waschen, bevor es ihnen gestattet war, die Stiftshütte zu betreten.

Du sollst auch ein ehernes Becken machen mit einem ehernen Fuß, zum Waschen, und sollst es aufstellen zwischen der Stiftshütte und dem Altar, und Wasser darein tun, daß Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße waschen. Wenn sie in die Stiftshütte gehen wollen, so sollen sie sich mit Wasser waschen, damit sie nicht sterben; desgleichen wenn sie zum Altar nahen, um zu dienen und anzuzünden die Feueropfer des HERRN. Und zwar sollen sie ihre Hände und ihre Füße waschen, damit sie nicht sterben. Das soll ihnen eine ewig gültige Ordnung sein, Aaron und seinen Nachkommen, für ihr Geschlecht.

2. Mose 30/18-21

Die Waschung im ehernen Becken verstehe ich als Verweis auf die Taufe in Christus. Nachdem das Opfer in Yeshua angenommen wurde, geht es zur Taufe und erst dann führt der Weg weiter in das Heiligtum. Hieran können wir am Beispiel der Stiftshütte sehen, dass der Weg aus dem sündenbedingten Exil zurück zu Gott über das Opfer Yeshuas und die Taufe führt.

Das Innere der Stiftshütte

Im Inneren der Stiftshütte befindet sich das Heiligtum und das Allerheiligste. Die beiden Bereiche sind durch einen Vorhang getrennt. Im Heiligtum befindet sich die Menorah zur Südseite und der Schaubrottisch mit den 12 Schaubroten zur Nordseite hin. Direkt vor dem Vorhang, welcher zum Allerheiligsten führt, steht der Räucheraltar.

Stiftshütte: Heiligtum / Allerheiligstes

Die Menorah mit den sieben Leuchtern ist die einzige Lichtquelle innerhalb der Stiftshütte. Sie wird gespeist mit dem reinen Olivenöl. Das Öl der Menorah und insbesondere die Leuchter sind ein Symbol für den Heiligen Geist.

Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten. Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.

Apostelgeschichte 2/3-4

Gegenüber der Menorah befindet sich der Schaubrottisch, auf welchem zwölf Schaubrote aufgeschichtet waren. Die Zwölf verweist auf die zwölf Stämme Israels und das Brot ist ein Sinnbild für das Wort Gottes, welches Israel gegeben wurde.

Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!

Matthäus 4/4

Gottes Wort und Ratschlüsse wurden Israel übergeben. Gottes Wort ist sinnbildlich in den Schaubroten repräsentiert. Ohne das Licht der Menorah wären wir im Dunkeln und könnten Gottes Wort und Ratschlüsse nicht erkennen. Das Öl der Menorah in Verbindung mit den Leuchtern deutet auf den Heiligen Geist.

Für weitere Details zu diesem Thema (Öl, Menorah, Heiliger Geist) verweise ich auf folgenden Blogpost: http://hirte-israels.de/das-oel-der-menorah-und-die-menschliche-seele/

Vor dem Allerheiligsten befindet sich der Räucheralter. Das Räucherwerk deutet auf das Gebet, welches vor der Bundeslade aufsteigt. Die Bundeslade selbst steht stellvertretend für die Anwesenheit Gottes auf Erden.

Lass mein Gebet wie Räucherwerk gelten vor dir, das Aufheben meiner Hände wie das Abendopfer.

Psalm 141/2

Dort will ich mit dir zusammenkommen und mit dir reden von dem Sühnedeckel herab, zwischen den beiden Cherubim, die auf der Lade des Zeugnisses sind, über alles, was ich dir für die Kinder Israels befehlen will

2. Buch Mose 25/22

Das Räucherwerk war jedoch nur wohlgefällig, wenn das Feuer zum Räuchern vom Opferalter herkam. Es durfte kein fremdes Feuer von irgendwo anders her dafür genommen werden. Aarons Söhne Nadab und Abihu nahmen fremdes Feuer um zu räuchern und verloren dafür ihr Leben.

Danach nehme er die Pfanne voll Feuerkohlen von dem Altar, der vor dem HERRN steht, und seine beiden Hände voll wohlriechenden zerstoßenen Räucherwerks und bringe es hinein hinter den Vorhang

3. Mose 16/12

Aber Nadab und Abihu starben vor dem HERRN, als sie fremdes Feuer vor den HERRN brachten, in der Wüste Sinai; sie hatten aber keine Söhne. Und Eleasar und Itamar dienten als Priester vor ihrem Vater Aaron.

4. Mose 3/4

Hinter dem Vorhang zum Allerheiligsten befindet sich schließlich die Bundeslade mit den 10 Geboten. Man kann diesen Ort auch als das “Herzstück” der Stiftshütte bezeichnen. Auch wir sollen Gottes Wort und Gebot auf unseren Herzen geschrieben haben.

Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.

Jeremia 31/33 und Hebräerbrief 10/16

Der Gläubige als wandelnde Stiftshütte

Der Vorhof der Stiftshütte hat einen Zaun aus weißen Leinentüchern. Hierin können wir den Aufruf verstehen, dass wir äußerlich rein und unbefleckt sein sollen. Der Räucheraltar deutet zum einen auf das Opfer Yeshuas, welches wir angenommen haben, wenn wir aus dem Exil zurück zu Gott finden möchten. Darüber hinaus deutet es aber auch darauf hin, dass unser ganzer Lebenswandel gottgefällig sein soll. Dies geschiet z.B. dadurch, dass wir daran arbeiten, schlechte Eigenschaften abzulegen und gottlosem Lebenswandel entsagen. Diese und ähnliche Dinge sind ein wohlgefälliges Opfer vor Gott.

Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist

Römerbrief 12/1-2

Im Inneren der Stiftshütte finden wir die Menorah mit dem reinen Olivenöl. Dies deutet auf den Heiligen Geist. Dieser erleuchtet und innerlich und bestätigt, dass wir zu Gott gehören. Kraft dessen öffnet sich unser Verständnis für Gottes Wort (die Schaubrote).

Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein.

Römerbrief 8/9

Wenn diese Dinge erfüllt sind, gehen wir vor Gott mit Gebet, symbolisiert durch das wohlriechende Räucherwerk.

Wie wird man zur wandelnden Stiftshütte?

Die Torah ist explizit darin, dass Mose es war, welcher die Stiftshütte aufgerichtet hat. Außerdem wird an mehreren Stellen erwähnt, dass alles so gemacht wurde, wie Gott es befohlen hat. Erst danach füllte Gottes Herrlichkeit die Stiftshütte.

Und Mose tat alles, wie es ihm der HERR geboten hatte; genau so machte er es. Und es geschah im zweiten Jahr, am ersten Tag des ersten Monats, da wurde die Wohnung aufgerichtet.

2. Mose 40/16-17

Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.

2. Mose 40/34

Mose steht sinnbildlich für die Torah (die fünf Bücher Mose). Wenn wir die Stiftshütte sein sollen, dann kann dies nur geschehen, wenn wir auf Mose hören. Nachdem die Stiftshütte gemäß Gottes Geboten aufgestell wurde, füllte Gott die Stiftshütte. In Gott zu wandeln, heißt gemäß seinen Ratschlüssen und Geboten zu wandeln, welche wir in seinem Wort wiederfinden. Danach gilt es sich auszurichten, damit Gott wahrhaftig mit uns sein kann. Der Wandel nach dem Fleisch muss abnehmen, damit der Wandel gemäß dem Geist zunehmen kann.

Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.

Römberbrief 8/10

Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

Galaterbrief 2/20

Fazit

Die Sünde des Menschen führt zu einer Trennung zu Gott. Die Trennung ist auch als Exil zu verstehen. Adam und Eva wurden nach dem Sündenfall aus dem Garten Eden verbannt nach Osten. Die Stiftshütte zeigt den Weg auf, welcher uns aus dem Exil (Osten) zurück in Gottes Anwesenheit führt (im Westen). Yeshua ist es, welcher uns den Weg dazu bereitet hat, kraft seines Opfers. Wenn wir dieses angenommen haben, folgt die Taufe und der Zugang zum Heiligtum. Gottes Wort und Geist und das Gebet öffnen den Zugang zum Allerhöchsten.

Darüber hinaus dient die Stiftshütte als Vorbild für den Wandel im Glauben. Der Vorhof symbolisiert äußerliche Reinheit. Im Inneren sind wir gefüllt mit dem Geist Gottes, welcher uns innerlich erleuchtet und das Wort eröffnet. Gottes Gebote sind auf unsere Herzen geschrieben und Gott ist in uns.

Diese Umschreibung stellt den Idealzustand eines Gläubigen dar. Für die meisten von uns wird es noch ein weiter Weg dorthin sein. Wir sind jedoch dazu aufgerufen, diese Perfektion anzustreben. Ein Verharren in alten Wegen und Verhaltensweisen ist keine Option, denn der fleischliche Mensch wird nicht zum ewigen Leben finden.

Das aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können; auch erbt das Verwesliche nicht die Unverweslichkeit.

1. Korintherbrief 15/50

Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!

Matthäus 5/48

Die Anleitung zur Gott wohlgefälliger Wandlung finden wir in Gottes Wort. All dies kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn der Heilige Geist uns darin leitet und befähigt.