Shalom und herzlich willkommen,

oftmals hadern wir Menschen mit unseren Lebensumständen oder den Situationen, in welchen wir uns befinden. Nicht selten neigt man dazu zu meckern oder sich darüber zu beklagen, “wie schlecht es einem doch geht”. In der Tat gibt es schwierige Situationen im Leben, welche einen an die persönliche Belastungsgrenze bringen können. Dazu würde ich Dinge zählen, wie z.B. eine schwerwiegende Erkrankung am eigenen Leib oder innerhalb des familiären Umfeldes oder ein plötzlicher Todesfall. In diesem Artikel soll es aber mehr um alltägliche Begebenheiten gehen, welche häufig auch schon zum Anlass genommen werden, sich zu beklagen.

Die Bibel ist sehr deutlich darin, dass es Gott ein Gräuel ist, wenn seine Nachfolger wehklagen. Wie bereits erwähnt, bezieht sich dieses vor allem auf die alltäglichen Schwierigkeiten, welche uns begegnen können.

Im 4. Buch Mose 11 / 1-6 lesen wir folgendes:

Und es geschah, dass das Volk sich sehr beklagte, und das war böse in den Ohren des Herrn; und als der Herr es hörte, da entbrannte sein Zorn, und das Feuer des Herrn brannte unter ihnen und fraß am Ende des Lagers. Da schrie das Volk zu Mose. Und Mose betete zu dem Herrn; da erlosch das Feuer. Und man nannte den Ort Tabeera, weil das Feuer des Herrn unter ihnen gebrannt hatte. Das hergelaufene Gesindel aber, das in ihrer Mitte war, wurde sehr lüstern, und auch die Kinder Israels fingen wieder an zu weinen, und sie sprachen: Wer wird uns Fleisch zu essen geben? Wir denken an die Fische zurück, die wir in Ägypten umsonst aßen, und an die Gurken und Melonen, den Lauch, die Zwiebeln und den Knoblauch; nun aber ist unsere Seele matt, unsere Augen sehen nichts als das Manna!

Wir sehen in diesen Versen gleich mehrere interessante Dinge:

  • Gott ist zornig über das Wehklagen des Volkes
  • Das Feuer brannte am Endes des Lagers. Daran sehen wir, dass diejenigen mit demWehklagen begonnen haben, welche am weitesten von Gott entfernt waren. Eine enge und innige Beziehung zu Gott ist die Voraussetzung dafür, dass wir in unserer Nachfolge auch beständig bleiben.
  • Die Wehklagen, welche am Rand des Lagers begannen, gingen auch auf Teile des restlichen Volkes über. Daran sehen wir, dass ein Hadern und Meckern nicht nur uns selbst schadet, sondern es besteht die Gefahr, dass auch andere um uns herum davon angestachelt werden.
  • Die große Gnade und Befreiung, welche uns durch Gott zuteil wurde, gerät schnell in Vergessenheit, sowie der Weg etwas schwieriger wird. Beispielhaft können wir das in dem Auszug aus Ägypten sehen. Entgegen der Tatsache, dass die Kinder Israels in Ägypten schwerste Sklavenarbeit ableisten mussten und alle männlichen Babys ermordet wurden, wurde propagiert, dass es in Ägypten umsonst Fleisch, Fisch und Gemüse  gab. 
  • Das Volk war matt vom Manna. Das Manna jedoch war das Brot des Himmels und deutet somit auf das Wort Gottes (Lukas 4/4). Das Manna ist auch ein Sinnbild auf Yeshua, welcher sagt, dass er das Brot des Himmels ist (Johannes 6/ 49-51). Hierin sehen wir, dass das Volk sich von seinem Erlöser und dem Wort Gottes abwendet. 
  • Die Ursache allen Übels sind unsere fleischlichen Gelüste, die uns von Gottes Wegen abbringen, zurück zur Knechtschaft der Sünde, welche wir in Yeshua doch eigentlich abgelegt haben sollten.

Unser Murren und Meckern ist ein Ausdruck unserer Ablehnung gegenüber Gott. Denn der Grund unseres Zornes rührt von der Erwartung her, dass sich alles gemäß unseren Wünschen ausrichten muss. Vielmehr müssen wir uns darüber bewusst werden, dass Gott uns testen und prüfen wird, damit ein spiritueller Wachstumsprozess vollzogen werden kann. Gott möchte, dass wir lernen auf Ihn zu vertrauen, auch wenn wir in unserem Leben mit Rückschlägen und Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Im Judentum gibt es sogar eine Auslegung, die besagt, dass ein Murren und Meckern mit der Sünde des Götzendienstes gleichzusetzen ist. Denn das Murren rührt von der falschen Erwartungshaltung her, dass wir es nicht verdient haben, was gerade passiert. Daher beklagen wir uns und jammern vor Gott.

Es gibt ein paar Dinge, welche wir uns vor Augen führen müssen:

  • Gott schuldet uns nichts, dennoch hat er seinen eingeborenen Sohn geopfert, damit wir leben können.
  • Niemand von uns hat solch ein Geschenk verdient, da nichts Gutes in dem Menschen zu finden ist, Psalm 14/2-3: Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt, einen, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen!
  • Wenn wir jetzt schon mit unserer Situation hadern, wie soll es uns dann gelingen, unseren Glauben während der Drangsal zu bewahren? 

 

Murren und Meckern bezeugen Unglauben

Wie wir gelesen haben entbrannte Gottes Zorn über das Volk und die Mitreisenden, wegen ihrer Wehklagen. Zu beachten hierbei ist die Tatsache, dass Gott sein Volk in der Wüste mit allem versorgt hat. Es gab tägliches Manna vom Himmel und darüber hinaus führte das Volk große Herden an Vieh mit durch die Wüste. Es wäre somit auch möglich gewesen, Fleisch zu essen. Daran erkennen wir, dass der vornehmliche Grund der Klage in einer Rebellion gegenüber Gott zu finden ist. Daher wird dieses Verhalten in der Bibel auch als Unglaube oder Glaubensabfall klassifiziert.

4. Buch Mose 14/26-29:

Und der Herr redete zu Mose und Aaron und sprach: Wie lange soll ich diese böse Gemeinde dulden, die gegen mich murrt? Ich habe das Murren der Kinder Israels gehört, das sie gegen mich erheben. Darum sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr: Ich will genauso an euch handeln, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt! Eure Leichname sollen in dieser Wüste fallen und alle eure Gemusterten, die ganze Zahl, von 20 Jahren an und darüber, die ihr gegen mich gemurrt habt.

Das neue Testament nimmt hierauf Bezug und bezeichnet diese Handlungsweise als Unglaube.

Hebräerbrief 3 / 17-18:

Über wen war er aber 40 Jahre lang zornig? Waren es nicht die, welche gesündigt hatten, deren Leiber in der Wüste fielen? Welchen schwor er aber, dass sie nicht in seine Ruhe eingehen sollten, wenn nicht denen, die sich weigerten zu glauben?

 

Gott testet und prüft seine Nachfolger

Falls nicht schon geschehen, muss man damit aufhören, sich über Nichtigkeiten und Unwegbarkeiten zu beklagen. Selbst wenn uns größere Schicksalsschläge widerfahren mögen, dürfen wir nie vergessen, dass Gott uns nichts schuldig ist. Vielmehr müssen wir dankbar sein und auf Gottes Leitung und Hilfe vertrauen, auch in schlechten Zeiten. Gott möchte uns erlösen und nicht quälen. Oftmals werden wir nicht verstehen können, warum gewisse Dinge in unserem Leben eintreten, doch wenn wir fest und treu im Glauben bleiben, wird es am Ende zum Guten führen.

5. Mose 8/16:

Der dich in der Wüste mit Manna speiste, von dem deine Väter nichts wussten, um dich zu demütigen und zu prüfen, damit er dir am Ende Gutes tue.

Jakobus 1/12:

Glückselig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.

 

Philipper 2/ 12-14:

Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen. Tut alles ohne Murren und Bedenken.

 

Fazit

Die Bibel spricht sehr deutlich davon, dass Gott es nicht schätzt, wenn wir uns über unsere Lebensumstände beklagen. Es wird uns nicht immer gelingen zu verstehen, warum Gott uns durch Situationen in unserem Leben bringt. Doch am Ende soll all dies dazu dienen, dass wir die Erlösung auch tatsächlich erreichen. 

Römerbrief 8 / 28: 

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.

Daher sind wir dazu aufgerufen, die Herausforderungen, welche Gott uns in den Weg stellt, als Möglichkeit zu sehen, daran zu wachsen. Natürlich liegt es nicht in unserer Macht, selbst die Überwindung hervorzubringen. Daher müssen wir alles was wir tun, Kraft unserer Beziehung zu Gott, bestreiten. Eine enge Beziehung zu unserem Schöpfer ist daher von höchster Wichtigkeit. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass wir mit sehr schweren Umständen konfrontiert werden, welche wir kaum zu tragen vermögen. Umso wichtiger wird dann, dass wir uns ganz auf Gott stützen und sein Angesicht suchen. Dann können wir auch aus solchen Situationen gestärkt hervorgehen. Es ist sogar zu bezweifeln, dass es ein Vorteil ist, wenn unser Leben möglichst einfach verläuft. Umso weniger jedoch ist es dann geboten, sich auch noch zu beklagen. So ermahnt uns der Hebräerbrief mit folgenden Worten, Hebräerbrief 12 / 4-6:

Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde und habt das Trostwort vergessen, das zu euch als zu Söhnen spricht: »Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst! Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.«

Es ist somit bedenklich, wenn alles in unserem Leben glatt und einfach vonstatten geht. Nicht, dass wir die Probleme bewusst suchen sollen, jedoch dürfen wir auch nicht überrascht sein, wenn sie aufkommen. 

1.Petrusbrief 4 /12-13:

Geliebte, lasst euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt.

Wir müssen damit aufhören, uns ständig über Nichtigkeiten zu beklagen, denn nicht selten ist die Ursache unserer Probleme bei uns selbst zu finden. Gott ist uns nichts schuldig und doch hat er alles für uns gegeben, damit wir leben können. Dieses gilt es sich vor Augen zu führen, damit Danksagung aus unserem Mund kommen möge, anstelle von Wehklagen und Beschwerden.