Shalom, 

heute möchte ich mich mit der Frage auseinandersetzen, wie wir unsere Zunge im alltäglichen Leben benutzen.

  • Wählen wir unsere Worten mit Bedacht?
  • Sind wir uns der Wirkung unserer Worte auf andere bewusst?
  • Welche Außenwirkung haben wir auf andere aufgrund der Dinge, die wir sagen?
  • Lästern wir über andere?

Mit diesen und weiteren Fragen möchten wir uns aus einer biblischen Perspektive auseinandersetzen. Schon in den 10 Geboten finden wir im 9. Gebot die Aufforderung, dazu kein falsches Zeugnis gegen seinen Nächsten zu reden.

2. Mose 20/16:

Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!

Darüber hinaus gibt es weitere Verse, welche davor warnen, andere zu verleumden.

2. Mose 23/1:

Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten! Leihe keinem Gottlosen deine Hand, sodass du durch dein Zeugnis einen Frevel unterstützt.

Die Sündlosigkeit Yeshuas ist u.a. darin bezeugt, dass kein betrügerisches Wort aus seinem Mund kam.

1. Petrus 2/22:

Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden.

Es ist schon erstaunlich, dass unter all den guten Eigenschaften, welche Yeshua vorlebte, ausgerechnet seine lautere Rede als Beispiel herangezogen wird, um seine Sündlosigkeit zu bezeugen. Diese Tatsache sollte uns zu denken geben, damit wir verstehen, wie wichtig es ist, eine aufrichtige und lautere Rede an den Tag zu legen. Auf der anderen Seite handelt es sich dabei um eine der schwierigeren Dinge, auf die es im täglichen Wandel zu achten gilt. Zumindest für mich persönlich stellt dies eine Herausforderung dar und oft genug passiert es, dass ich an diesen Ansprüchen scheitere. Daher ist es wichtig, täglich zu prüfen, ob das was wir sagen und das was wir hören, mit den biblischen Anforderungen einher geht.

 

Die Zunge ist mächtig durch das gesprochene Wort zum Segen oder zum Fluch

Die deutlichste Warnung über die verheerende Wirkung einer Zunge, welche verleumderisch und lästernd eingesetzt wird, lesen wir im Jakobusbrief.

Jakobus 1/26:

Wenn jemand unter euch meint, fromm zu sein, seine Zunge aber nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt, dessen Frömmigkeit ist wertlos.

 

Jakobus 3/3-12:

Siehe, den Pferden legen wir die Zäume ins Maul, damit sie uns gehorchen, und so lenken wir ihren ganzen Leib. Siehe, auch die Schiffe, so groß sie sind und so rau die Winde auch sein mögen, die sie treiben — sie werden von einem ganz kleinen Steuerruder gelenkt, wohin die Absicht des Steuermannes will. So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich doch großer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer — welch großen Wald zündet es an! Und die Zunge ist ein Feuer, eine Welt der Ungerechtigkeit. So nimmt die Zunge ihren Platz ein unter unseren Gliedern; sie befleckt den ganzen Leib und steckt den Umkreis des Lebens in Brand und wird selbst von der Hölle in Brand gesteckt.  

Denn jede Art der wilden Tiere und Vögel, der Reptilien und Meerestiere wird bezwungen und ist bezwungen worden von der menschlichen Natur; die Zunge aber kann kein Mensch bezwingen, das unbändige Übel voll tödlichen Giftes! Mit ihr loben wir Gott, den Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bild Gottes gemacht sind; aus ein und demselben Mund geht Loben und Fluchen hervor. Das soll nicht so sein, meine Brüder! Sprudelt auch eine Quelle aus derselben Öffnung Süßes und Bitteres hervor? Kann auch, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven tragen, oder ein Weinstock Feigen? So kann auch eine Quelle nicht salziges und süßes Wasser geben.

Wir wir hier sehen, wird der Zunge ein erhebliches Maß an zerstörerischer Kraft zugemessen. Auf der anderen Seite kann die Zunge wiederum dazu genutzt werden, um Segnungen zu sprechen über andere und / oder um Menschen das Evangelium zu verkünden. Dann kann die Macht der Zunge dazu genutzt werden, Heilung und Erneuerung hervorzubringen anstelle von Leid und Zerstörung.

Der Apostel Petrus fordert uns dazu auf, dass wir unsere Zunge zum Guten und nicht zum Bösen gebrauchen.

1. Petrus 3/8-11:

Endlich aber seid alle gleich gesinnt, mitfühlend, voll brüderlicher Liebe, barmherzig, gütig! Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben. Denn »wem das Leben lieb ist und wer gute Tage sehen will, der bewahre seine Zunge vor Bösem und seine Lippen, dass sie nicht Trug reden; er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche den Frieden und jage ihm nach!

Aus diesen Versen kann man sehr gut erkennen, was Yeshua damit meinte, dass wir die andere Wange hinhalten sollen. Wenn wir Schmähungen empfangen, dann sollen wir nicht zurück schmähen, sondern segnen. Für viele von uns wird dies sicherlich nicht immer einfach sein. Die menschliche Natur trachtet danach sich immer zu rechtfertigen und zu verteidigen. Auf der anderen Seite heißt dies jedoch nicht, dass wir Verleumdungen oder falsche Anschuldigungen einfach über uns ergehen lassen müssen. Es steht uns natürlich immer frei, uns gegen solche Angriffe entsprechend zur Wehr zu setzen, damit die Wahrheit auch ans Licht kommt. Vielmehr sehe ich darin eine Aufforderung, nicht auf Beleidigungen einzugehen und Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

 

Unsere Rede kann zur inneren Verunreinigung führen

An vielen Stellen in der Bibel lesen wir davon, dass wir uns aufgrund von biblisch unreinen Speisen, gesundheitlichen Zuständen (z.B. Aussatzplage, Monatsregel) und vielen anderen Dingen verunreinigen können. Eine rituelle Unreinheit muss an sich keine Sünde sein, jedoch war es in diesem Zustand z.B. nicht erlaubt, den Tempel zu betreten. Yeshua persönlich jedoch hat uns darauf hingewiesen, dass wir uns aufgrund unserer unlauteren Reden selbst verunreinigen können.

Matthäus 15:18-20

Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen. Das ist’s, was den Menschen verunreinigt! Aber mit ungewaschenen Händen essen, das verunreinigt den Menschen nicht.

Unsere Worte sind es oftmals, die uns innerlich verunreinigen. Es ist aber problematisch, in solch einem verunreinigten Zustand dann ins Gebet zu gehen. Wir haben bereits zuvor in Jakobus gelesen, dass wir nicht einerseits den Menschen verfluchen sollen, welche in Gottes Abbild geschaffen wurde, um anschließend Gott zu loben. Diese beiden Dinge können nicht miteinander einhergehen. Solche Verhaltensweisen führen dazu, dass wir ein Gericht über unseren eigenen Kopf bringen.

Matthäus 12/35-37

Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz des Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus seinem bösen Schatz Böses hervor.  Ich sage euch aber, dass die Menschen am Tag des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben. Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden!

 

Fazit

Wir Menschen neigen dazu, unseren eigenen Worten oftmals nicht allzu viel Bedeutung zuzumessen. Darüber hinaus findet ein großer gesellschaftlicher Verfall statt, was den Umgangston untereinander betrifft. Unser Fleisch trachtet förmlich danach, über andere herzuziehen oder andere schlecht zu machen. Dies dient oftmals dazu, sich selber über den anderen zu erhöhen. All diese Dinge sind Gott ein Gräuel und über ein jegliches unnützes Wort, welches wir gesprochen haben, wird gerichtet werden. Es wird für viele von uns schwer sein, dieses immer zu beachten und wir müssen uns selbst dahingehend überprüfen, ob unsere Rede vor den Augen Gottes wohlgefällig ist.

Auf der anderen Seite kann unsere Reden auch viel Gutes bewirken, wenn wir sie entsprechend anwenden. Die Aufrechterhaltung einer stets lauteren Rede ist eine große Herausforderung für viele von uns und es gilt sich bewusst mit dem eigenen Zustand auseinanderzusetzen, damit notwendige Veränderungen vollzogen werden können. Auch hier gilt, dass eine nachhaltige Verbesserung nur dann erfolgen kann, wenn wir dies im Gebet erbitten. Darüber hinaus müssen wir natürlich auch eigene Maßnahmen ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen. Eine solche Maßnahme wäre z.B. darauf zu achten, sich nicht an Gesprächen zu beteiligen, in welchen über andere Menschen böswillig gelästert wird.

Eine berechtigte Kritik an eine Person ist in sich noch kein “Lästern”. Es ist jedoch wichtig, dass man evtl. geäußerte Kritik dann auch der betreffenden Person mitteilt und es nicht dabei bleibt, dass man sich über jemanden hinter seinem Rücken beschwert. Eine Kritik soll ja letztendlich dazu dienen, dass jemand anderem dabei zu helfen, sich zu verbessern. Dies kann natürlich nur dann geschehen, wenn man die kritisierte Person auch offen darauf anspricht.