Kapitel 9

1 Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist, 2 daß ich große Traurigkeit und unablässigen Schmerz in meinem Herzen habe. 3 Ich wünschte nämlich, selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch, 4 die Israeliten sind, denen die Sohnschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse gehören und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen; 5 ihnen gehören auch die Väter an, und von ihnen stammt dem Fleisch nach der Christus, der über alle ist, hochgelobter Gott in Ewigkeit. Amen!

Der Apostel Paulus bezeugt hier seine große Liebe und Sorge um seine jüdischen Brüder nach dem Fleisch. Paulus ist voller Trauer um diejenigen, welche Maschiach noch nicht angenommen haben und äußert den Wunsch anstelle seiner Brüder verbannt zu sein. Dies ist eine Parallele zur Torah. Im 2. Buch Mose Kapitel 32, Vers 32 spricht Mose zu Elohim: „Und nun vergib ihnen doch ihre Sünde; wenn aber nicht, so tilge mich aus deinem Buch, das du geschrieben hast!“ Hier trat Mose für das Volk ein, nachdem Israel die Sünde mit dem goldenen Kalb begannen hat. Paulus in seiner Fürsorge eifert für sein Volk in Lieb, wie auch Yeshua es tat, so lesen wir im Johannes Evangelium Kapitel 15, Vers 13: „Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde.“ In allem was wir tun ist es sehr wichtig, immer die Liebe im Blick zu halten denn ohne die Liebe sind alle unsere taten nichtig, mögen sie auch noch so groß sein, 1. Korinther 13, Vers 2-3: „Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, sodass ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts!“

Unser modernes Verständnis von Liebe hat jedoch wenig bis gar nicht mit dem biblischen Verständnis von Liebe zu tun. Die Liebe ist nicht daran zu messen wie warm es in unserem inneren ist, wenn wir an jemanden denken oder wie groß unsere Emotionen gegenüber jemanden sind, sondern die Liebe wird ersichtlich anhand der Taten, welche aus der Liebe resultieren. So wie der Glaube ohne die Werke tot ist, so ist es auch die Liebe. Die Liebe zwischen Mann und Frau wird dadurch ersichtlich, gemäß dem Maß in welchem sich Mann und Frau gegenseitig dienen gemäß den Verordnungen, welche Gott uns in Bezug auf die Ehe und die Stellung zwischen  Mann und Frau gegeben hat. Genauso äußert sich unsere Liebe zu Gott nicht durch Emotionen (allein) oder durch abstrakte Gefühlsregungen in unserem inneren, sondern gemäß dem Maß in welchem wir Gott und seine Geboten gehorsam sind.

1 .Johannes 5/3: „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“

2. Johannes 1/6: „Und darin besteht die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln; dies ist das Gebot, wie ihr es von Anfang an gehört habt, dass ihr darin wandeln sollt.“

In Vers4-5 lesen wir, dass alle Verheißungen, Bündnisse und die Sohnschaft nur Israel gilt. Dies gilt für alle Bündnisse, welche Gott seinem Volk gegeben. Auch der Neue Bund ist nur Israel gegeben worden. So lesen wir im Hebräerbrief Kapitel 8, Vers 8: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde.“

Israel sind alle diese Segnungen gegeben worden auch Yeshua ist nur gekommen für die verlorenen Schafe des Hauses Israel, Matthäus 15/24: „Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“

Doch auch für uns Heiden öffnet Gott einen Weg an den Segnungen Israels in Yeshua teilhaftig zu werden. Der Apostel wird diese Thematik im weiteren Verlauf dieses Briefes erläutern.

6 Nicht aber, daß das Wort Gottes nun hinfällig wäre! Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel; 7 auch sind nicht alle, weil sie Abrahams Same sind, Kinder, sondern »in Isaak soll dir ein Same berufen werden«. 8 Das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet. 9 Denn das ist ein Wort der Verheißung: »Um diese Zeit will ich kommen, und Sarah soll einen Sohn haben«.

10 Und nicht allein dies, sondern auch, als Rebekka von ein und demselben, von unserem Vater Isaak, schwanger war, 11 als [die Kinder] noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten – damit der gemäß der Auserwählung gefaßte Vorsatz Gottes bestehen bleibe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden –, 12 wurde zu ihr gesagt: »Der Ältere wird dem Jüngeren dienen«; 13 wie auch geschrieben steht: »Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehaßt«.

Eine fleischliche Abstammung alleine reicht nicht aus, sondern die Verheißung sowie der der dazugehörige Wandel müssen miteinander einher gehen. Wie wir bereits in Kapitel 2, Vers 28-29 gesehen haben, ist es entscheidend, dass eine Beschneidung am Herzen erfolgt sein muss. Esau kam aus den Lenden Isaacks so wie Jacob auch, dennoch hat Gott ihn verworfen. So lesen wir im 1. Buch Mose Kapitel 25, Vers 29-34, dass Esau sein Erstgeburtsrecht verkaufte für ein Linsengericht. Sein körperliches Verlangen war ihm in dem Moment wichtiger als die Verheißung, welche er hätte empfangen können. Jacob hingegen eiferte für die Verheißungen und achtete das Geistige höher als das Fleischliche. Wir haben bereits behandelt, dass niemand, welcher nach dem Fleisch und nicht nach dem Geist wandelt, Gott gefallen kann (Kapitel 8/8).

14 Was wollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne! 15 Denn zu Mose spricht er: »Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich«. 16 So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen. 17 Denn die Schrift sagt zum Pharao: »Eben dazu habe ich dich aufstehen lassen, daß ich an dir meine Macht erweise, und daß mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde«. 18 So erbarmt er sich nun, über wen er will, und verstockt, wen er will.

19 Nun wirst du mich fragen: Warum tadelt er dann noch? Denn wer kann seinem Willen widerstehen? 20 Ja, o Mensch, wer bist denn du, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch das Gebilde zu dem, der es geformt hat: Warum hast du mich so gemacht? 21 Oder hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre, das andere zur Unehre zu machen?

22 Wenn nun aber Gott, da er seinen Zorn erweisen und seine Macht offenbar machen wollte, mit großer Langmut die Gefäße des Zorns getragen hat, die zum Verderben zugerichtet sind, 23 damit er auch den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit erzeige, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat?

Wir Menschen sind in die Sünde hineingeboren (Psalm 51/7) und können aus eigener Kraft nichts tun um unsere Erlösung zu erlangen. Daher beruht alles was auf der Gnade Gottes. Auch der Glauben ist ein Geschenk Gottes und eine Gnadengabe. So lesen wir im Matthäus Evangelium Kapitel 9, Vers 23-24 von einem Mann welcher Yeshua darum bittet ihm wegen seines Unglaubens zu helfen. Auch für unseren Glauben müssen wir vor Gott gehen und beten, denn nichts kommt aus unserer eigenen Kraft heraus. Der allmächtige Gott steht außerhalb von Zeit und Raum. Er ist nicht an die Grenzen von Raum und Zeit gebunden und daher ist ihm jetzt schon wohl bekannt, wie der weitere Verlauf dieser Welt sein wird und wer am Ende der Tage in das ewige Leben gehen wird. Allerdings ist es wichtig zu verstehen, dass jeder Mensch für seine eigenen Entscheidungen selbst verantwortlich ist. Niemand hat Esau dazu gezwungen, sein Erstgeburtsrecht zu verkaufen. Diesen Entschluss traf er aus freien Stücken. So lesen wir, dass Gott niemanden versucht. So lesen wir im Jakobusbrief Kapitel 1, Vers 13-14: „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand; sondern jeder einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird.“ Auf der anderen Seite gibt es keine Mächte in dieser Welt, welche gegen Gott wirken können. Vielmehr macht Gott sich auch die Mächte und Gewalten zu Nutze, welche gegen ihn sind um letztendlich seinen Plan und seine Herrlichkeit zur gänzlichen Fülle zu bringen.

Jesaja 10/5-6: „Wehe Assyrien, der Rute meines Zorns, der in seiner Hand den Stock meines Grimms trägt! Gegen eine gottlose Nation werde ich ihn senden, und gegen das Volk, dem ich zürne, will ich ihn aufbieten, damit er Beute macht und Raub holt und es zertritt wie Kot auf der Gasse!“

Jeremia 51/7: „Babel war ein goldener Becher in der Hand des HERRN, der die ganze Welt trunken machte; die Völker haben von seinem Wein getrunken, darum sind die Völker rasend geworden.“

So sehen wir, dass alles auf Gnade beruht und nichts auf eigene Werke. Darüber hinaus nutzt Gott sowohl seine Nachfolger als auch diejenigen, welche ihn hassen für seine Zwecke. Dies jedoch entbindet niemanden von seiner persönlichen Verantwortung für die von ihm getroffenen Entscheidungen. Sei es für Gott oder gegen ihn. Das gerechte Gericht unseres Gottes wird einem jeden Vergelten gemäß seiner Werke sei es zum Guten oder zum Schlechten.

Psalm 116/5: „Der HERR ist gnädig und gerecht, ja, unser Gott ist barmherzig“

Psalm 119/75: „HERR, ich weiß, dass deine Gerichte gerecht sind, und dass du mich in Treue gedemütigt hast.“

 

24 Als solche hat er auch uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden; 25 wie er auch durch Hosea spricht: »Ich will das ›mein Volk‹ nennen, was nicht mein Volk war, und die ›Geliebte‹, die nicht Geliebte war. 26 Und es soll geschehen, an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk!, da sollen sie ›Söhne des lebendigen Gottes‹ genannt werden.« 27 Jesaja aber ruft über Israel aus: »Wenn die Zahl der Kinder Israels wäre wie der Sand am Meer, so wird doch nur der Überrest gerettet werden; 28 denn eine abschließende und beschleunigte Abrechnung in Gerechtigkeit wird der Herr durchführen, ja, eine summarische Abrechnung über das Land!« 29 Und, wie Jesaja vorhergesagt hat: »Hätte der Herr der Heerscharen uns nicht einen Samen übrigbleiben lassen, so wären wir wie Sodom geworden und Gomorra gleichgemacht!«

Hier ist es nun wichtig zu verstehen, wer genau mit „den Heiden“ in Vers 24-26 gemeint ist. Paulus zitiert hier aus Hosea Kapitel 2/1. Der Prophet Hosea spricht hier von den 2 Häusern Israel, dem Nordreich (das Haus Israel) und dem Südreich (das Haus Juda). Wem die Historie zu den geteilten Reichen Israels nicht bekannt ist, dem empfehle ich dringend die Videoserie „Wer ist Gottes Volk?“ zu finden auf der Website firstfruits.de. Ohne dieses Verständnis kann es sehr leicht zu Missverständnissen kommen. Die Heiden, von denen Paulus spricht ist eine Bezeichnung für die verlorenen 10 Stämme aus dem Nordreich. Diese wurden in alle Welt zerstreut und haben nach all der Zeit keine Kenntnis mehr über ihre eigentliche Identität und Zugehörigkeit zu Israel. Darüber hinaus haben sie die heidnischen Bräuche und Traditionen der jeweiligen Kulturen übernommen, in welchen sie bis heute wohnhaft sind.

 Diese sind es, welche Yeshua meint, wenn wer von den verlorenen Schafen des Hauses Israel spricht. Der Prophet Hosea jedoch verheißt, dass der Maschiach ganz Israel (alle 12 Stämme) sammeln und vereinen wird. So lesen wir in Hosea Kapitel 2, Vers 2: „Dann werden die Söhne Judas und die Söhne Israels sich einmütig versammeln und über sich ein einziges Oberhaupt setzen und wer den aus dem Land heraufziehen; denn der Tag von Jesreel wird groß sein.“ Diese Prophetie hat sich bisher noch nicht erfüllt. Dies jedoch heisst nicht, dass die Erlösung nur für diejenigen offen steht, welche natürliche Nachfahren der 12 Stämme sind. Es war auch Heiden aus den Nationen schon immer möglich Teil von Israel zu werden und sich in das Bundesvolk einpfropfen zu lassen. So sehen wir z.B. dass beim Auszug aus Ägypten viel Mischvolk dabei war oder im Buch Ruth lesen wir von selbiger, welche eine Moabiterin war, doch Teil Israels werden wollte. Schließlich heiratete sie Boaz welcher ein Vorfahre Yeshuas ist! Jedem steht es somit offen, sich JHWH anzuschließen und Teil seines Volkes zu werden, egal welcher Herkunft man angehören möge. So finden wir eine schöne Verheißung für alle, welche in Gehorsam und Treue Gott nachfolgen wollen, auch wenn sich keine Israeliten von Geburt an waren, Jesaja 56/3-5: „Und der Fremdling, der sich dem HERRN angeschlossen hat, soll nicht sagen: Der HERR wird mich gewiss von seinem Volk ausschließen! Und der Verschnittene soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum! Denn so spricht der HERR: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwählen, was mir gefällt, und an meinem Bund festhalten, denen will ich in meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter; ich will ihnen einen ewigen Namen geben, der nicht ausgerottet werden soll.“

 

30 Was wollen wir nun sagen? Daß Heiden, die nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erlangt haben, und zwar die Gerechtigkeit aus Glauben, 31 daß aber Israel, das nach dem Gesetz der Gerechtigkeit strebte, das Gesetz der Gerechtigkeit nicht erreicht hat. 32 Warum? Weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken des Gesetzes. Denn sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes, 33 wie geschrieben steht: »Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!«

Wie wir bereits zuvor behandelt haben, geschieht alles aus Glauben und aus Gnade (auch das Befolgen von Gottes Geboten). Niemand hat die Kapazitäten seine Erlösung zu verdienen aus Werken des Gesetzes. Denn Erlösung ist nur in Yeshua. Jedoch zeugen Werke des Gesetztes davon, dass wir wahrlich erlöst wurden sind. Doch ohne das Blut Yeshuas, kann es keine Erlösung geben.

 

Kapitel 10

1 Brüder, der Wunsch meines Herzens und mein Flehen zu Gott für Israel ist, daß sie gerettet werden. 2 Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach der rechten Erkenntnis. 3 Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.

Paulus richtet sein Gebet für den Teil Israels, welcher Maschiach (noch) nicht angenommen haben. Wir haben zuvor bereits behandelt, dass man aus Werken der Torah alleine nicht vor Gott gerecht sein kann. Ohne den Mittler und Hohepriester Yeshua kann niemand vor Gott treten und als gerecht gelten. Der Eifer für die Torah ist gut, denn er zeigt auf, dass jemand wahrlich errettet wurde. Nicht die Torah ist es, welche uns vor Gott gerecht macht, sondern das Blut des Maschiachs. Doch nachdem Maschiach uns befreit hat aus der Knechtschaft der Sünde und durch sein Blut Vergebung vor Gott ermöglicht, wird ein Wandel gemäß seine Geboten Aufschluss über unseren Glauben geben, (Jakobus 2/20 „Glaube ohne Werke ist tot“). Doch ein Teil Israels lehnt Yeshua und glaubt, dass sie aus eigener Werksgerechtigkeit vor Gott bestehen können. Dies ist ein Irrtum, denn ohne den von Gott eingesetzten Priester und Mittler, kann niemand vor Gott bestehen. In der Torahportion Korach wird dieses verdeutlicht. Im 4. Buch Mose Kapitel 16 lesen wir von der Rotte Korach, welche eine Rebellion gegen Moshe und Aaron anstifteten. Korach war ein Levit aus der Linie Kahat. Die priesterliche Linie kam nur aus Aaaron. Die Kahatiter unter den drei Levitenklassen diejenigen, welche die höchste Stellung nach dem Priestertum innehatten. Denn sie waren für den Transport der heiligen Geräte (Bundeslade, Menora, Räucheralter, Schauborttisch). Doch dieses reichte ihnen nicht und sie begehrten auch das Amt des Priestertums für sich. Außerdem empörten sie sich gegen Moses, den von Gott eingesetzten Leiter des Volkes. Dies war ein eklatanter Verstoß gegen die von Gott eingesetzte Ordnung. Moses rief die Rotte Korach dazu auf, dass ein jeder der 250 Männer mit Räucherpfannen vor JHWH treten möge sowie auch Aaron um zu sehen, wessen Räucherwerk (Sinnbild auf das Gebet s. Ps. 141/2)von Gott akzeptiert werden würde. Korah und sein Gefolge empörte sich gegen Moshe (sinnbildlich die Torah) und gegen Aaaron (das von Gott eingesetzte Priestertum). An dieser Stelle sei noch mal Sprüche 28/9 angeführt, welcher besagt, dass wer sein Ohr vom Hören der Torah abwendet, dessen Gebet ist ein Gräuel vor Gott. Korah und seine Rotte kamen tatsächlich mit Räucherpfannen vor die Stiftshütte. Da sie jedoch den von Gott eingesetzten Mittler und das Priestertum ablehnten, ging Feuer aus von JHWH und verzerrte sie. Diese Lehre soll uns vermitteln, dass wir ohne Torah und ohne Priestertum nicht vor Gott treten können. Die Heiligkeit Gottes macht es dem Menschen unmöglich direkt mit Gott in Kontakt zu treten (2. Mose 33/20). Yeshua ist unser Hohepriester und Mittler (Hebr. 4/14) vor Gott. Ohne Ihn kann kein Fleisch vor Gott bestehen.

4 Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt. 5 Mose beschreibt nämlich die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, so: »Der Mensch, der diese Dinge tut, wird durch sie leben«. 6 Aber die Gerechtigkeit aus Glauben redet so: Sprich nicht in deinem Herzen: Wer wird in den Himmel hinaufsteigen? – nämlich um Christus herabzuholen – 7 oder: Wer wird in den Abgrund hinuntersteigen? – nämlich um Christus von den Toten zu holen. 8 Sondern was sagt sie? »Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen!« Dies ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen.

Römer 10/4 wurde aufgrund einer fehlerhaften Übersetzung schon oft benutzt um eine Irrlehre aufzurichten, welche besagt, dass durch Yeshua die Torah hinweg getan wurde. Das Wort für „Ende“ ist das griechische Wort Telos. Dies müsste richtiger Weise mit Ziel und nicht Ende übersetzt werden. So müssten wir eigentlich lesen, dass Maschiach das Ziel des Gesetzes (Torah) ist. Yeshua ist es welcher die Torah ohne jeglichen Fehl ausgelebt hat und seinem Beispiel sollen wir nachfolgen.

1. Petrus 2/21-22: „Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, auf daß ihr seinen Fußstapfen nachfolget; welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde erfunden.“

Matthäus 5/17-18: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.“

Bis zum heutigen Tag ist noch nicht alles erfüllt worden, was in der Torah und in den Propheten geschrieben wurde. Darüber hinaus können wir uns weiterhin an Himmel und Erde erfreuen. Somit sagt uns der Meister hier persönlich, dass Seine Torah weiterhin Bestand hat in diesem Universum.

Noch deutlicher wird diese Schlussfolgerung in den Versen 6-8. Paulus zieht hier eine bemerkenswerte Verknüpfung zum 5. Buch Mose Kapitel 30, Vers 11-14: „Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht zu wunderbar für dich und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: “Wer will für uns zum Himmel fahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun?” Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: “Wer will für uns zum Himmel fahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun?” Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: “Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun?” Sondern das Wort ist sehr nahe bei dir, in deinem Mund und in deinem Herzen, sodass du es tun kannst.“

Im 5. Buch Mose 30/11-14 ist die Rede von der Torah, welche nicht zu weit weg ist sondern nahe bei uns in unserem Mund. Doch der Apostel bezieht dieses auf Yeshua Maschiach. Wir wissen, dass Yeshua das lebendige Wort Gottes ist, Johannes 1/1: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“

Somit lernen wir, dass Yeshua das Wort ist, welches am Anfang existierte. Yeshua ist das Wort und Yeshua ist Gott. Das Wort ist (auch) die Torah. Die Absurdität der Idee, welche besagt, dass die Torah hinweg getan wurde wird hier überdeutlich. Die Torah wegzutun würde bedeuten, Yeshua wegzutun. Denn er ist die lebendige Torah und sein Wandel soll ein Bespiel für uns sein, was es bedeutet gemäß seiner Torah zu leben. Daher ist Yeshua das Ziel, nicht das Ende der Torah! Der Grund warum ich von „Seiner Torah“ spreche ist, dass Yeshua der Gesetzgeber vom Berg Sinai ist. Eine detaillierte Ausarbeitung dazu sowie weiteres wird in dem Text „ist Yeshua Gott“ behandelt.

9 Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. 10 Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden; 11 denn die Schrift spricht: »Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!«

Auch hier behandelt der Apostel noch mal die Thematik, dass eine Errettung nur durch ein Bekenntnis auf Yeshua erfolgen kann. Nach dem Bekenntnis folgt der Glaube. Wir haben bereits mehrfach auf Jakobus 2/22 ua. Textstellen verwiesen, welche uns aufzeigen, dass ein wahrer Glaube einhergeht mit Werken des Glaubens und nicht allein auf ein intellektuelles Verständnis beruht. Der Glaube an Yeshua, welcher wahrhaftig ist und dadurch erkenntlich wird, dass ein Wandel damit einhergeht, welcher sich am Beispiel Yeshuas orientiert, dieser führt wahrhaftig zur Errettung für das ewige Leben. Ein reines Lippenbekenntnis jedoch, ohne die damit einhergehenden Werke gemäß einer reinen Herzenshaltung jedoch ist nichtig.

12 Es ist ja kein Unterschied zwischen Juden und Griechen: alle haben denselben Herrn, der reich ist für alle, die ihn anrufen, 13 denn: »Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden«. 14 Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne einen Verkündiger? 15 Wie sollen sie aber verkündigen, wenn sie nicht ausgesandt werden? Wie geschrieben steht: »Wie lieblich sind die Füße derer, die Frieden verkündigen, die Gutes verkündigen!« 16 Aber nicht alle haben dem Evangelium gehorcht; denn Jesaja spricht: »Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt?«  17 Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Bei JHWH gibt es ein Ansehen der Person. Dieses Konzept können wir an vielen Stellen in der Schrift nachlesen:

5. Mose 1/17: „Im Gericht soll es kein Ansehen der Person geben, sondern ihr sollt den Geringen anhören wie den Großen und euch vor niemand scheuen; denn das Gericht steht bei Gott. Die Sache aber, die zu schwer für euch ist, die tragt an mich heran, dass ich sie höre!“

5. Mose 10/17: „Denn der HERR, euer Gott, Er ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, mächtige und furchtgebietende Gott, der die Person nicht ansieht und kein Bestechungsgeschenk annimmt“

Kolosser 3/25: „Wer aber Unrecht tut, der wird empfangen, was er Unrechtes getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person.“

Dieses gilt natürlich in beide Richtungen. Gott hat ein Volk auserwählt, welchem er seine Verheißungen und Ratschlüsse offenbart hat. Es gilt, dass ein Jeder an diesem Bund teilhaftig werden kann egal welche Herkunft er haben mag. Für jeden gilt das gleiche Recht und die gleichen Verheißungen

3. Mose 24/22: „Ihr sollt ein einheitliches Recht haben, für den Fremdling wie für den Einheimischen; denn ich, der HERR, bin euer Gott.“

Wenn es bei JHWH kein Ansehen der Person gibt, dann macht es keinen Sinn zu sagen, dass es einen Bund für „die Juden“ bzw. Israel und einen getrennten Bund für „die Heiden“ gibt, welche sich voneinander unterscheiden. So eine These würde Gott zum Lügner machen, denn es widerspricht dem Konzept, dass JHWH kein Anseher der Person ist. Schon immer stand es den Heiden offen, dem Gott Israels nachzufolgen und sich ihm anzuschließen, gemäß seinen Geboten und Verordnungen. So lesen wir in Jesaja 56/3-5, dass JHWH einen jeden willkommen heißt, welcher seine Sabbate und Gebote hält und Teil Israels werden möchte.

Des Weiteren lesen, wir dass der Glaube und die damit verbundene Errettung durch die Verkündigung des Evangeliums verbreitet werden wird. Dieses wiederum setzt voraus, dass wir dem Auftrag der Verkündigung nachkommen gemäß der Lehre von Maschiach Yeshua.

Markus 16/15: „Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“

 Diese Verkündigung soll gemäß dem Wort Gottes erfolgen (Vers 17). Zu der Zeit als dieser Brief geschrieben wurde, gab es noch kein „Neues Testament“. Das Wort Gottes von dem hier die Rede ist, sind die Torah, die Propheten und die Schriften. Diese müssen unser Maßstab und unsere Grundlage sein um das Evangelium von Yeshua Maschiach weiterzutragen. Sowohl Yeshua als auch Paulus verkündeten das Evangelium auf diese Weise.

Nachdem Yeshua wiederauferstanden war, verkündete er den Jüngern, welche auf dem Weg nach Emmaus waren das Evangelium anhand der Schriften.

Lukas 24/27: „Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht.

Apostelgeschichte 17/2-3: „Paulus aber ging nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten mit ihnen aufgrund der Schriften, indem er erläuterte und darlegte, dass der Christus leiden und aus den Toten auferstehen musste, und [sprach:] Dieser Jesus, den ich euch verkündige, ist der Christus!“

18 Aber ich frage: Haben sie es etwa nicht gehört? Doch, ja! »Ihr Schall ist ausgegangen über die ganze Erde, und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises.« 19 Aber ich frage: Hat es Israel nicht erkannt? Schon Mose sagt: »Ich will euch zur Eifersucht reizen durch das, was kein Volk ist; durch ein unverständiges Volk will ich euch erzürnen«.20 Jesaja aber wagt sogar zu sagen: »Ich bin von denen gefunden worden, die mich nicht suchten; ich bin denen offenbar geworden, die nicht nach mir fragten«. 21 In Bezug auf Israel aber spricht er: »Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestreckt nach einem ungehorsamen und widerspenstigen Volk!«

Die Verkündigung jedoch wird nicht bei jedem auf fruchtbaren Boden treffen. Die Verkündigung geht zwar beständig aus, doch nicht alle wollen dem Aufruf zum Heil nicht folgen. Dies gilt auch für Israel, welche in Teilen nicht das Evangelium angenommen haben und Yeshua ablehnen. Auch hier gilt das Prinzip, dass JHWH die Person nicht ansieht. Entscheidend für die Erlösung ist der Glaube und der Wille an Gottes Wort, dem Maschiach Yeshua und ein Wandel, welcher den Glauben Wahrhaftigkeit verleiht. Ein jeder Mensch ist dazu aufgerufen dem Heil des Evangeliums Folge zu leisten und sein Herz nicht zu verhärten.

Hebräer 3/15: „solange gesagt wird: “Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie in der Auflehnung”.

 

Kapitel 11

1 Ich frage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit, aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. 2 Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor ersehen hat! Oder wißt ihr nicht, was die Schrift bei Elia sagt, wie er vor Gott gegen Israel auftritt und spricht: 3 »Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre zerstört, und ich bin allein übriggeblieben, und sie trachten mir nach dem Leben!« 4 Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? »Ich habe mir 7 000 Männer übrigbleiben lassen, die [ihr] Knie nicht gebeugt haben vor Baal.« 5 So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest vorhanden aufgrund der Gnadenwahl. 6 Wenn aber aus Gnade, so ist es nicht mehr um der Werke willen; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade; wenn aber um der Werke willen, so ist es nicht mehr Gnade, sonst ist das Werk nicht mehr Werk.

Der Apostel macht hier deutlich, dass Israel nicht von Gott verstoßen wurde. Wie wir bereits behandelt haben, achtet Gott die Person nicht. Sehr wohl sind die Bündnisse, welche mit den Vorvätern geschlossen wurde auf ewig gültig. Dies widerlegt auch jegliche Lehre einer Ersatztheologie, welche besagt, dass Israel durch die Heiden ersetz wurde. Gott spottet über diese Sichtweise im Buch des Propheten Jeremia, wo Gott uns schon im Vorfeld ankündigte, dass solche fehlgeleiteten Lehren eines Tages aufkommen werden.

Jeremia 33:23-25: „Und das Wort des HERRN erging an Jeremia folgendermaßen: Merkst du nicht, was dieses Volk behauptet, wenn es spricht: “Die zwei Geschlechter, die der HERR erwählt hat, die hat er verworfen “? So verlästern sie mein Volk, dass es in ihren Augen kein Volk mehr ist. So spricht nun der HERR: So gewiss ich meinen Bund mit Tag und Nacht, die Ordnungen des Himmels und der Erde fest gesetzt habe, so wenig werde ich den Samen Jakobs und meines Knechtes David verwerfen, dass ich aus seinen Nach kommen keinen Herrscher mehr nähme, der über den Samen Abrahams, Isaaks und Jakobs herrschen soll; denn ich werde ihr Geschick wenden und mich über sie erbarmen!

Doch sowohl für Israel als auch für einen jeden, welcher dem Bundesvolk beitreten möchte gilt, dass JHWH die Person nicht ansieht. Daher sind nur diejenigen erwählt durch Gnade und nicht durch Werke, welche vom Herzen und in Treue Gott nachfolgen. Daher ist es immer nur ein Überrest, welcher errettet wird. Denn nur ein Überrest wird den Glauben bis ans Ende treu bewahren.

7 Wie nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; die Auswahl aber hat es erlangt. Die übrigen dagegen wurden verstockt, 8 wie geschrieben steht: »Gott hat ihnen einen Geist der Betäubung gegeben, Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis zum heutigen Tag«. 9 Und David spricht: »Ihr Tisch soll ihnen zur Schlinge werden und zum Fallstrick und zum Anstoß und zur Vergeltung; 10 ihre Augen sollen finster werden, daß sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge allezeit!« 11 Ich frage nun: Sind sie denn gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall wurde das Heil den Heiden zuteil, um sie zur Eifersucht zu reizen. 12 Wenn aber ihr Fall der Reichtum der Welt und ihr Verlust der Reichtum der Heiden geworden ist, wieviel mehr ihre Fülle!

Eine der größten Wunder unseres Gottes ist die Tatsache, dass er nicht nur das Gute, sondern auch das Schlechte nutzen kann um Gutes hervor zu bringen. Wir sehen das am Beispiel Israels, welche in die Zerstreuung geschickt wurden. Der Grund warum Israel und Juda ins Exil geschickt wurden liegt an ihrem Ungehorsam gegenüber den Geboten JHWH und weil sie anderen Göttern gedient haben. Für eine detaillierte Ausführung über die Geschichte Israels empfehle ich die Videoserie „Wer ist Gottes Volk?“ auf der Website „firstfruits.de“. Aufgrund Israels Ungehorsam wurde es in der ganzen Welt zerstreut. Wie Paulus in Vers 11 schreibt wurde ihr Fall den Heiden zum Heil. Passend dazu lesen wir im Buch des Propheten Micha Kapitel 5, Vers 6: „Und der Überrest Jakobs wird inmitten vieler Völker sein wie ein Tau vom HERRN, wie Regenschauer auf das Gras, das auf niemand wartet und nicht auf Menschen kinder hofft.“

Hier ist die Rede von dem Überrest Jakobs. Wie wir bereits gelesen haben ist mit dem Überrest der Teil gemeint, welcher JHWH von Herzen nachfolgt. Dieser Überrest ist somit unter den Heidenvölkern wie der Tau von JHWH und wie Regenschauer. Um zu verstehen, was der Prophet uns hier sagen möchte, müssen wir im 5. Mose Kapitel 32, Vers 1-2 lesen: „Horcht auf, ihr Himmel, denn ich will reden, und du, Erde, höre die Rede meines Mundes! Meine Lehre triefe wie der Regen, meine Rede fließe wie der Tau, wie die Regenschauer auf das Gras, und wie die Tropfen auf das Grün.“

Die Rede und die Lehre JHWH soll sein wie der Regen und wie der Tau. Die Torah und die Gebote JHWH sind wie der Regen, welcher sich auf das trockene Grass ergießt und zum Wachstum führen soll. Wenn also der Überrest Jakobs unter die Heiden zerstreut wurde, dann soll dieser dazu dienen, den Heiden die Ratschlüsse Gottes und das Evangelium zu verkünden, damit auch sie zum Heil geführt werden mögen. So sehen wir, wie Gott etwas Schlechtes nutzt um eine Segen daraus hervorkommen zu lassen. Daran erkennen wir auch, dass es nichts gibt, was gegen Gott arbeiten kann. Am Ende dient alles zum Guten.

 

13 Denn zu euch, den Heiden, rede ich: Weil ich Apostel der Heiden bin, bringe ich meinen Dienst zu Ehren, 14 ob ich irgendwie meine Volksgenossen zur Eifersucht reizen und etliche von ihnen erretten kann. 15 Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt [zur Folge hatte], was wird ihre Annahme anderes [zur Folge haben] als Leben aus den Toten? 16 Wenn aber die Erstlingsgabe heilig ist, so ist es auch der Teig, und wenn die Wurzel heilig ist, so sind es auch die Zweige.

Wie können wir als ehemalige Heiden, welche zum Glauben gefunden unsere Brüder und Schwestern aus Juda zur Eifersucht reizen? Sicherlich nicht dadurch, dass wir versuchen sie zum Christentum zu konvertieren und ihnen sagen, dass es ab sofort in Ordnung ist unreine Speise zu essen und andere Götter anzubeten. Damit werden wir sie nur verschrecken, denn die Bibel lehrt uns eindeutig, dass wir keine fremden Götter anbeten sollen. Weihnachten und Ostern z.b. sind jedoch heidnische Feste, welche die Götzen Baal und Astarte ehren sollen. Für eine eingehende Studie zu diesem Thema empfehle ich das Buch „Von Babylon nach Rom“ von Alexander Hislop.

Wenn unser großer Bruder Juda jedoch sieht, dass wir eine Liebe für Israel haben, dass wir nach den Geboten des Gottes Israel leben, dass wir seine Feste halten gemäß dem Vorbild unseres Maschiachs Yeshua, dann besteht eher die Möglichkeit vorzuleben, dass Yeshua Maschiach ist und das er uns lehrt gehorsam den Willen seines Vaters zu folgen.

Matthäus 7/21: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“

Johannes 14/24: „Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.“

Als Yeshua diese Worte sprach, gab es noch kein „Neues Testament“, das Wort von welchem er hier sprach, welches vom Vater kommt war die Torah, die Propheten und die Schriften. Dieses Wort sagt Yeshua sollen wir befolgen, wenn wir ihn lieben. Nirgendwo in der Bibel hat Yeshua davon gesprochen, dass wir fremdartige Feste feiern, den Sabbat missachten oder unreine Speise essen sollen. Wenn wir unseren Bruder Juda also wirklich zur Eifersucht reizen wollen, dann geht dies nur in Gehorsam und im liebevollen Wandel gemäß den Geboten Gottes und unseres Maschiachs Yeshua. Auch hilft es wenig, viel zu reden, ohne das entsprechende Taten damit einhergehen. Wie bereits erwähnt ist der Glaube ohne die Werke tot, (Jakobus 2/20).

In Vers 15 lesen wir, dass die Annahme Judas das Leben aus den Toten zur Folge haben wird. Die Wichtigkeit dieses Verses wird vielleicht manchmal übersehen. Denn die Auferstehung der Toten wird erst dann geschehen, wenn Yeshua zurückkehrt.

1. Korinther 15/52: „Plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.“

Die letzte Posaune (die siebte) wird erschallen zur Wiederkunft Maschiachs, Offenbarung 11. Allerdings sagte Maschiach folgendes vor seiner Kreuzigung:

Lukas 13/34-35: „Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind; wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden! Und wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sprechen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“

Hier sehen wir, dass Yeshua erst zurück kommen wird, wenn Juda ihn als Maschiach angenommen hat und ihn ruft. Wie wir bereits wissen, wird dies erst in Zeiten größter Bedrängnis passieren, daher auch die Zeit der Drangsal.

Wie überhaupt die Idee entstehen konnte, dass Israel und die Juden nicht mehr wichtig seien und Jesus nun die „neue Braut“ oder die Kirche anstelle von Israel erwählt hat, ist ein Rätsel. Wo doch Maschiach selbst folgendes sagte, Matthäus 15/24: „Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“

Ohne das Juda seinen Maschiach erkennt und ihn ruft, wird Yeshua nicht zurück auf diese Erde kommen. Daher ist der Feind auch so sehr daran interessiert, Lehren zu verbreiten, welche besagen, dass Israel verworfen wurde, dass die Torah hinweg genommen wurde und das es ab sofort erlaubt ist ein sündhaftes Leben zu führen.

In Vers 16 lesen wir einen weiteren wichtigen Aspekt nämlich, dass wenn die Erstlingsgabe heilig ist, so auch der ganze Teig heilig ist. Wir wissen, dass Yeshua die Erstlingsgabe ist. Er ist der Erstling, welcher aus den Toten in die Verherrlichung gegangen ist.

1. Korinther 15/20: „Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden.“

Wir wissen auch, dass Yeshua vollkommen sündlos wandelte und dass er Zeit seines Lebens in Perfektion gemäß den Geboten seines Vaters lebte. Nach seiner Wiederauferstehung fuhr zu seinem Vater hinauf und wurde von diesem als Erstlingsfrucht akzeptiert. Nun müssen wir verstehen, dass die Erstlingsgabe eine bestimmte Funktion hat. Wenn ein Landwirt z.B. den Ertrag seines Weizenfeldes zum Verkauf anbietet, dann kann der potenzielle Käufer z.B. eine Probe der Ernte, eine Erstlingsgabe, fordern. Wenn er mit der Erstlingsgabe zufrieden ist und dann eine große Menge Weizen bestellt, dann ist doch klar, dass der Käufer davon ausgeht, dass der gelieferte Weizen die gleiche Qualität besitzt, wie die Erstlingsprobe, welche er zuvor erhalten hat. Sollte dem nicht so sein, würde er wahrscheinlich die Annahme der Bestellung verweigern. Als Yeshua vor den Vater trat, garantierte er dafür, dass die Ernte (der Leib der Gläubigen) so sein würde wie Er. Yeshua bürgt dafür, dass diejenigen, welche Er dem Vater präsentiert als die Seinigen, rein und unbefleckt sein werden, gemäß den Geboten Gottes. So lesen wir folgendes:

Epheser 5/24-27: „Wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem. Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heilige, und sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.“

1: Korinther 11/1: „Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich [Nachahmer] des Christus bin!“

1: Johannes 2/4-6: „Wer sagt: “Ich habe ihn erkannt”, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht; wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.“

 

17 Wenn aber etliche der Zweige ausgebrochen wurden und du als ein wilder Ölzweig unter sie eingepfropft bist und mit Anteil bekommen hast an der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums, 18 so überhebe dich nicht gegen die Zweige! Überhebst du dich aber, [so bedenke]: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich! 19 Nun sagst du aber: »Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werde«. 20 Ganz recht! Um ihres Unglaubens willen sind sie ausgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich! 21 Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, könnte es sonst geschehen, dass er auch dich nicht verschont.

Der Apostel verdeutlicht hier, dass wir Heiden in den edlen Ölbaum eingepfropft worden sind. Der Ölbaum steht für Israel, Jesaja 11/16-17: „Einen grünen Ölbaum mit schöner, wohlgestalteter Frucht” hat dich der HERR genannt. Mit mächtigem Brausen legt er nun Feuer an ihn, und seine Äste krachen. Denn der HERR der Heerscharen, der dich pflanzte, hat dir Unheil angedroht wegen der Bosheit des Hauses Israel und des Hauses Juda, die sie verübt haben, um mich zu erzürnen, indem sie dem Baal räucherten.“

Die Heiden sind somit in die Bündnisse eingepfropft, welche den Vorvätern gegeben wurden, es ist in keinster Weise ein Neuer Bund mit den Heiden geschlossen worden. Vielmehr wurde der Neue Bund mit dem Haus Juda und dem Haus Israel geschlossen, Heberäer 8/6-8 i.V.m. Jeremia 31/31: „Nun aber hat er einen umso erhabeneren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde. Denn wenn jener erste [Bund] tadellos gewesen wäre, so wäre nicht Raum für einen zweiten gesucht worden. Denn er tadelt doch, indem er zu ihnen spricht: “Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde.“

Dies ist übrigens die einzige Stelle im Neuen Testament, wo der Neue Bund definiert ist. Ich möchte noch eine weitere Stelle zu diesem Thema zitieren, Epheser 2/12: „dass ihr in jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung; ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. Hier wird nochmals deutlich, dass wir in Maschiach Teil von Israel werden und somit auch an den Verheißungen und Satzungen teilhaftig werden. Wenn wir nun Teil von Israel sind, dann gelten für uns auch die Satzungen und Gebote, welche Israel gegeben wurden. In den Versen 18-21 warnt uns der Apostel Paulus eindringlich davor uns gegen Israel zu erheben, da sie als natürliche Zweige wegen des Unglaubens ausgebrochen wurden. Denn wenn die natürlichen Zweige ausgebrochen wurden, wie viel mehr wird Gott auch die wilden Zweige (Heiden) ausbrechen, wenn sie nicht im Glauben und Treue vor ihm wandeln. Man bedenke, dass der Grund warum die natürlichen Zweige ausgebrochen wurden darin bestand, dass sie falsche Götter anbeteten und nicht den Geboten Gottes gehorchten.

So lesen wir im 2. Buch der Könige Kapitel 17/16-18: „Und sie verließen alle Gebote des HERRN, ihres Gottes, und machten sich Bilder, zwei gegossene Kälber, und machten ein Aschera Standbild und beteten das ganze Heer des Himmels an und dienten dem Baal. Und sie ließen ihre Söhne und ihre Töchter durchs Feuer gehen und trieben Wahrsagerei und Zauberei und verkauften sich, zu tun, was böse ist in den Augen des HERRN, um ihn zu erzürnen. Da wurde der HERR sehr zornig über Israel und tat sie von seinem Angesicht hinweg, sodass nur der Stamm Juda übrigblieb. Ein jeder möge kritisch hinterfragen, falls das nicht ohnehin schon geschehen, ob es wirklich ratsam ist, weiterhin darauf zu verharren, dass die Gebote Gottes im „Neuen Bund“ keine Gültigkeit mehr haben und dass es Gott wohlgefällig ist, wenn man andere Götter anbetet (Ostern=Astrate und Baal= Weihnachten).

22 So sieh nun die Güte und die Strenge Gottes; die Strenge gegen die, welche gefallen sind; die Güte aber gegen dich, sofern du bei der Güte bleibst; sonst wirst auch du abgehauen werden! 23 Jene dagegen, wenn sie nicht im Unglauben verharren, werden wieder eingepfropft werden; denn Gott vermag sie wohl wieder einzupfropfen. 24 Denn wenn du aus dem von Natur wilden Ölbaum herausgeschnitten und gegen die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wieviel eher können diese, die natürlichen [Zweige], wieder in ihren eigenen Ölbaum eingepfropft werden!

Diese Verse bestätigen nochmals, die vorherige Feststellung. Wir sehen, dass Gott sehr wohl strenge walten lässt, gegen jene, welche im Unglauben und Ungehorsam verharren. Doch gleichwie wir durch seien Güte an den Bündnissen teilhaftig werden durften als wilde Zweige, so werden auch die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden, wenn sie sich JHWH wieder zuwenden und Buße tun. Genauso sind wir dazu aufgerufen im Gebet und einem wohlgefälligen Wandel, durch die Kraft Yeshuas vor Gott zu wandeln.

25 Denn ich will nicht, meine Brüder, daß euch dieses Geheimnis unbekannt bleibt, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Israel ist zum Teil Verstockung widerfahren, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist; 26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Aus Zion wird der Erlöser kommen und die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden, 27 und das ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde«.

In Vers 25 ist die Rede von Verstockung, welche Israel zum Teil widerfahren ist. Allerdings wird dieses Wort in andren Übersetzungen (z.B. KJV, Lutherbibel) auch mit Blindheit übersetzt. Wir sehen im Tanach bereits einige Sinnbilder darauf. Joseph wurde von seinen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft. Er wurde dort jedoch zu einem wichtigen Mann in Zeiten der Hungersnot. Als seine Brüder nach Ägypten reisten um Korn von ihm zu bekommen erkannten sie ihn nicht (1. Mose 42/8). Joseph war gekleidet wie ein Ägypter und nicht mehr wie ein Hebräer. Auch Israel tut sich schwer damit ihren Maschiach zu erkennen. Wohlmöglich, weil man aus dem jüdischen Gelehrten und Rabbi Yeshua Ben Josph den heidnischen Sonnengott „Jesus Christus“ gemacht hat, welcher nicht wie ein Hebräer aussieht und vermeidlich dafür gesorgt hat, dass die Torah nicht mehr gilt. Man beachte, dass Paulus bei der Vollzahl der Heiden, welche eingehen werden, darauf verweist, dass ganz Israel dadurch gerettet werden wird. Auch hier wird deutlich, dass die Heiden, welche in den Bund hineinkommen dazu dienen, ganz Israel wieder herzustellen. Denn dies ist der einzige Bund, welcher von Gott geschlossen wurde. Es spielen noch weitere Aspekte mit hierein. Denn man muss bedenken, dass die zwölf Stämme Israel in zwei Reiche geteilt wurden. Der Neue Bund dient dazu, diesen Bruch wieder herzustellen. Die Heiden spielen eine Rolle in diesem Plan, denn das Nordreich Israel, wurde unter alle Heidenvölker zerstreut. Im Buch des Propheten Amos, Kapitel 9 und in der Apostelgeschichte Kapitel 15 lesen wir, das durch die Bekehrung des Kornelius der Prozess in Gang gesetzt wurde, welcher dazu führen wird, dass die zerfallene Hütte Davids wieder aufgebaut werden wird, (Apostelgeschichte 15/16). Der Wideraufbau der zerfallenen Hütte Davids umschreibt die Vereinigung und Widerherstellung der beiden Häuser Israel und Juda, welche durch Maschiach wieder Eins werden. So lesen wir auch im Buch Hesekiel 37/19: „So gib ihnen zur Antwort: So spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich will den Holzstab Josephs nehmen, der in der Hand Ephraims und der Stämme Israels, seiner Mitverbundenen, ist, und will ihn zu dem Holzstab Judas hinzufügen und sie zu einem einzigen Holzstab machen, und sie sollen eins werden in meiner Hand!“ Für eine tiefergehende Studie zum Thema Israel, die zwei Häuser und die Wiederherstellung empfehle ich nochmals die Videoserie „Wer ist Gottes Volk“ auf der Website www.firstfruits.de.

 

28 Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter willen. 29 Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht reuen. 30 Denn gleichwie auch ihr einst Gott nicht geglaubt habt, jetzt aber Barmherzigkeit erfahren habt um ihres Unglaubens willen, 31 so haben auch sie jetzt nicht geglaubt um der euch erwiesenen Barmherzigkeit willen, damit auch sie Barmherzigkeit erfahren sollen. 32 Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, damit er sich über alle erbarme.

33 O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! 34 Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? 35 Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß es ihm wieder vergolten werde?  36 Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.

 

In Vers 28 weist uns der Apostel darauf hin, dass aufgrund des Evangeliums noch Feindschaft besteht, zwischen denjenigen, welche Yeshua angenommen haben und den Teil Israels, welcher Yeshua ablehnt. Das jedoch, hat keinen Einfluss darauf, dass Israel als Volk, das von Gott auserwählte Volk ist, zu welchem die gläubigen Heiden sich hinzugesellen können, gemäß den Verheißungen, welche den Vorvätern Abraham, Isaack und Jacob gegeben wurden. So wie den Heiden daraus Barmherzigkeit widerfuhr, so wird Gott sich auch über Israel erbarmen, wenn sie sich zu Ihm wenden. Niemand jedoch ist aus eigener Kraft oder Klugheit zu Gott gekommen. Dieses mögen wir uns immer vor Augen halten, damit niemand dazu neigen möge sich zu überheben. Schließlich sind Gottes Wege und Ratschlüsse für uns Menschen nicht zu ergründen. Somit gilt alle Ehre unserem Schöpfer in Ewigkeit.

 

Jesaja 9/22-23: „So spricht der HERR: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er Einsicht hat und mich erkennt, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden! Denn daran habe ich Wohlgefallen, spricht der HERR.“

1. Korinther 1/30-31: „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung, damit [es geschehe], wie geschrieben steht: “Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn!“