Kapitel 12

1 Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst! 2 Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.

 Der Apostel Paulus nutzt Begriffe aus dem levitischen Tempel und Opferdienst. Er fordert uns dazu auf, unsere Leiber als lebendiges Opfer Gott darzubringen. Im dritten Buch Mose Kapitel 1-5 finden wir die Satzungen zu den verschiedenen Opfern, welche JHWH vor der Stiftshütte dargebracht wurden.

Wir werden uns hier nicht in der Tiefe mit der Bedeutung der Opfer auseinandersetzten können, da dieses Thema sehr komplex ist und eine eigene Studie für sich darstellen würde. Daher werden wir uns auf ein paar Grundkonzepte beschränken. Für weitere Details empfehle ich das Video zu der entsprechenden Torahportion Vajikrah auf der Website www.firstfruits.de sowie die Videoserie „die Mishkan“ auf der gleichen Website. Zuerst einmal wollen wir uns den Begriff des Opfers genauer anschauen. Das hebräische Wort für Opfer ist Korban. Dieses stammt aus der Wurzel Karav, was „sich nähern“ bedeutet. Daran sehen wir, dass der Zweck eines Opfers darin bestand, JHWH näher zu kommen. Die Sünde ist es welche uns von Gott trennt. Durch das Blut des Opfers jedoch konnte man sich JHWH wieder nähern. Denn zum Einen gestand man dadurch, dass man ein Opfer darbrachte, seine Schuld vor Gott ein und zum anderen war man bereit etwas von Wert zu „opfern“ um für Wiederherstellung unserer Beziehung mit Gott zu sorgen. Wir wissen, dass der levitische Opferdienst ultimativ auf das Opfer Jeshuas deutete und wir durch sein Opfer ein für allemal mit Gott versöhnt werden können, wenn wir in Jeshua treu vor Ihm wandeln. So lesen wir im Hebräerbrief Kapitel 9, Vers 11-14:

„Als aber Christus kam als ein Hoherpriester der zukünftigen [Heils ] Güter, ist er durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht, das heißt nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht mit dem Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erlangt. Denn wenn das Blut von Stieren und Böcken und die Besprengung mit der Asche der jungen Kuh die Verunreinigten heiligt zur Reinheit des Fleisches, wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als ein makelloses Opfer Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dienen könnt.”

Nun wollen wir ein paar Aspekte der einzelnen Opfer anschauen um zu sehen, wie wir das auf unser Leben übertragen können, gemäß der Aussage vom Apostel Paulus, welcher schrieb, dass unser vernünftiger Gottesdienst darin besteht, unsere Leiber als lebendiges Opfer Gott darzubringen. Das Brandopfer (3. Mose 1) sollte gänzlich verbrannt werden vor JHWH. Auch Jeshua hat sich gänzlich dem Vater gegeben und opferte sein sogar eigenes Leben. Dies zeigt uns, dass auch wir unser ganzes Leben in den Dienst und Wandel, gemäß dem Willen Gottes stellen sollen. Wir sind teuer erkauft wurden durch das Blut des Messias. So lesen wir im 1. Korinther 6/20:

„Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören!“

Das Speisopfer zeichnet sich ua. dadurch aus, dass es aus Feinmehl bestand. Diese wurde gewonnen, indem man Mehl durch immer feinere Siebe laufen ließ bis nur noch das feinste Mehl übrig blieb. So sollen auch wir unser Leben beständig aussieben, von allem was Gott nicht wohlgefällig ist.

3 Denn ich sage kraft der Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, daß er nicht höher von sich denke, als sich zu denken gebührt, sondern daß er auf Bescheidenheit bedacht sei, wie Gott jedem einzelnen das Maß des Glaubens zugeteilt hat. 4 Denn gleichwie wir an einem Leib viele Glieder besitzen, nicht alle Glieder aber dieselbe Tätigkeit haben, 5 so sind auch wir, die vielen, ein Leib in Christus, und als einzelne untereinander Glieder, 6 wir haben aber verschiedene Gnadengaben gemäß der uns verliehenen Gnade; wenn wir Weissagung haben, [so sei sie] in Übereinstimmung mit dem Glauben; 7 wenn wir einen Dienst haben, [so geschehe er] im Dienen; wer lehrt, [diene] in der Lehre; 8 wer ermahnt, [diene] in der Ermahnung; wer gibt, gebe in Einfalt; wer vorsteht, tue es mit Eifer; wer Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit!

Die Aufgaben im Leib Jeshuas sind vielfältig und alle sind von großer Wichtigkeit. Nicht jeder ist ein Lehrer oder ein Lobpreisleiter, was nicht heißt, dass nicht jeder sich gemäß seinen Fähigkeiten im Leib einbringen kann und soll. Der beste Lehrer ist z.B. davon abhängig, dass er eine Plattform hat über welche er die Lehre an die Menschen bringen kann. Dies könnte z.B. eine Webseite sein, ein Versammlungshaus oder ein Konferenzraum. Geschwister, welche z.B. über Kenntnisse verfügen, eine Internetpräsenz aufzubauen, welche wiederum von einem Lehrer genutzt werden kann, können so ihre Fähigkeiten einbringen. Eine Videoproduktion bedarf auch viel Know How und technischer Ausrüstung und bei Versammlungen muss für Verpflegung und für eine Betreuung der Kinder gesorgt sein. Diese und weitere Aspekte sind von großer Wichtigkeit, um den Dienst und die Lehre des Wortes effektiv ausführen zu können. Eine Person allein kann nicht all dieses erfüllen, darum ist ein jeder dazu aufgerufen zu schauen, in wie fern er oder sie sich in den Dienst einbringen kann. Jeder Dienst wird gebraucht und ist von hoher Wertigkeit. Wir alle sind Diener und keiner ist höher als der andere.

9 Die Liebe sei ungeheuchelt! Haßt das Böse, haltet fest am Guten! 10 In der Bruderliebe seid herzlich gegeneinander; in der Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor! 11 Im Eifer laßt nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn! 12 Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet! 13 Nehmt Anteil an den Nöten der Heiligen, übt willig Gastfreundschaft!

14 Segnet, die euch verfolgen; segnet und flucht nicht! 15 Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! 16 Seid gleichgesinnt gegeneinander; trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen; haltet euch nicht selbst für klug!

17 Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid auf das bedacht, was in den Augen aller Menschen gut ist. 18 Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn [Gottes]; denn es steht geschrieben: »Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr«. 20 »Wenn nun dein Feind Hunger hat, so gib ihm zu essen; wenn er Durst hat, dann gib ihm zu trinken! Wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.« 21 Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute!

 

Der Apostel ermuntert uns der gegenseitigen Liebe untereinander, ganz wie auch Jeshua dies mehrfach tat, z.B. im Johannesevangelium 13/34-35:

„Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

Keiner soll danach streben sich selbst zu erhöhen, sondern vielmehr im beständigen Dienst für seine Mitmenschen tätig sein. In Matthäus 23, Vers 11-12 lesen wir:

„Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. Wer sich aber selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“

Auch sollen wir keinen Groll gegen Menschen hegen, welche uns feindlich eingestellt sind, sondern vielmehr für sie beten und hoffen, dass auch jene zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

Matthäus 5/44:

„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

Das Gericht wird bei Gott liegen und nicht bei uns. Auch wir sind nur aus Gnade berufen wurden und waren einst Feine Gottes. Daher sollen auch wir mit Geduld und Liebe und Gebet für Menschen eintreten, welche uns schmähen oder verfolgen.

Kapitel 13

1 Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt. 2 Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes; die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilung zu.

3 Denn die Herrscher sind nicht wegen guter Werke zu fürchten, sondern wegen böser. Wenn du dich also vor der Obrigkeit nicht fürchten willst, so tue das Gute, dann wirst du Lob von ihr empfangen! 4 Denn sie ist Gottes Dienerin, zu deinem Besten. Tust du aber Böses, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; Gottes Dienerin ist sie, eine Rächerin zum Zorngericht an dem, der das Böse tut. 5 Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um des Zorngerichts, sondern auch um des Gewissens willen. 6 Deshalb zahlt ihr ja auch Steuern; denn sie sind Gottes Diener, die eben dazu beständig tätig sind.

7 So gebt nun jedermann, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer, Zoll, dem der Zoll, Furcht, dem die Furcht, Ehre, dem die Ehre gebührt.

Alle Obrigkeiten sind von Gott eingesetzt worden und wir sollen nicht dagegen rebellieren oder aufbegehren. Auch sollen wir unseren bürgerlichen Pflichten nachgekommen, gemäß den gesetzlichen Bestimmungen unseres jeweiligen Aufenthaltsort. Eine staatliche Autorität ist nötig, damit ein gewisses Maß an Recht und Ordnung aufrechterhalten wird. Gott nutzt die jeweils von IHM eingesetzten Staatsgewalten, um dies zu gewährleisten. Auch dort müssen wir natürlich schauen, dass wir in keinen Konflikt mit den Geboten Gottes kommen, sofern dies nicht der Fall ist, sollen wir uns entsprechend unterordnen. Die oberste aller Autoritäten jedoch ist Gott. In der Apostelgeschichte wurde den Jüngern Jeshuas verboten in seinem Namen zu verkündigen.

 Apostelgeschichte 4/18-19:

„Und sie ließen sie rufen und geboten ihnen, überhaupt nicht mehr in dem Namen Jesu zu reden noch zu lehren. Aber Petrus und Johannes antworteten ihnen und sprachen: Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott!“

In einem jeglichen Fall jedoch soll es ferne von uns sein in irgendeiner Weise gewalttätigen Widerstand gegen den Staat zu leisten.

8 Seid niemand etwas schuldig, außer daß ihr einander liebt; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn die [Gebote]: »Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen, du sollst nicht begehren« – und welches andere Gebot es noch gibt –, werden zusammengefaßt in diesem Wort, nämlich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!« 10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

Oftmals wird gesagt, dass die Gebote nicht mehr zählen und nur die Liebe wichtig sei im Neuen Bund. Wir müssen jedoch dabei bedenken, dass unsere Definition von Liebe sich von der Biblischen Definition von Liebe unterscheiden kann. So ist Vers 8 nicht etwa so zu verstehen, dass die von Paulus zitierten Gebot durch „die Liebe“ ersetzt werden, vielmehr zeugt unsere Liebe zu Gott und unseren Nächsten davon, dass wir die Gebote halten.

5. Buch Mose 7/9:

„So erkenne nun, dass der HERR, dein Gott, der wahre Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Gnade denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote bewahren, auf tausend Generationen.“

Jeshua bestätigt uns dieses Konzept, dass die Liebe zu Ihm darin besteht, Seine Gebote zu halten, Johannes 14/21:

„Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“

 

11 Und dieses [sollen wir tun] als solche, die die Zeit verstehen, daß nämlich die Stunde schon da ist, daß wir vom Schlaf aufwachen sollten; denn jetzt ist unsere Errettung näher, als da wir gläubig wurden. 12 Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber ist nahe. So laßt uns nun ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts! 13 Laßt uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid; 14 sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden!

Hier ermahnt uns der Apostel noch einmal, dass wir uns stetig vor Augen führen sollen, dass die Zeit der Erlösung naht und somit auch die Zeit der Drangsal. Das kann uns dabei helfen, unsere Aufmerksamkeit nicht auf Nichtigkeiten zu legen. Vielmehr sollen wir im Geist und Wandel uns auf die Wiederkunft Maschiachs vorbereiten und beten, dass wir für die Zeit, die kommt, gewappnet sind.