Schalom,

wir möchten uns hier mit dem Römerbrief auseinandersetzten. Aufgrund der Fülle an Text wird dies in mehreren Teilen passieren. Ich werde den Text Kapitelweise aufführen und zwischen den Versen in Kursivschrift den Kommentar einfügen. Es handelt sich dabei um meine persönlichen Gedanken zu dem Text. Man könnte sicherlich ohne Probleme ganze Bücher füllen zum Römerbrief. Daher werde ich mich in dieser Arbeit an einige Kernpunkte halten. Speziell der Römerbrief liefert uns einige sehr wichtige Einsichten zum Thema des Neuen Bundes, zum Wandel im Glauben an Yeshua und zur Wichtigkeit seines Dienstes und Opfers ohne dessen es dem Menschen unmöglich wäre, jemals vor Gott als gerechtfertigt gelten zu können.  Diese und weitere Aspekte wollen wir uns nun genauer anschauen.

Kapitel 1

1 Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes, 2 das er zuvor verheißen hat in heiligen Schriften durch seine Propheten 3 [nämlich das Evangelium] von seinem Sohn, der hervorgegangen ist aus dem Samen Davids nach dem Fleisch 4 und erwiesen ist als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist der Heiligkeit durch die Auferstehung von den Toten, Jesus Christus, unseren Herrn, 5 durch welchen wir Gnade und Aposteldienst empfangen haben zum Glaubensgehorsam für seinen Namen unter allen Heiden, 6 unter denen auch ihr seid, Berufene Jesu Christi 7 – an alle in Rom anwesenden Geliebten Gottes, an die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

 

Paulus bekräftigt hier seine Berufung und Absonderung zum Aposteldienst. Außerdem macht er deutlich, dass das Leben und Werk Yeshuas sowie die Tatsache, dass er der auferstandene Maschiach ist, zuvor verheißen wurde in den Heiligen Schriften. Insbesondere, dass Yeshua aus dem Samen Davids kommt, welchem ein ewiger Thron verheißen wurde, sowie die Sohnschaft Gottes.

 

Im 2. Buch Samuel Kapitel 7/12-16 lesen wir: „Wenn deine Tage erfüllt sind und du bei deinen Vätern liegst, so will ich deinen Samen nach dir erwecken, der aus deinem Leib kommen wird, und ich werde sein Königtum bestätigen. Der wird meinem Namen ein Haus bauen, und ich werde den Thron seines Königreichs auf ewig befestigen. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er eine Missetat begeht, will ich ihn mit Menschenruten züchtigen und mit Schlägen der Menschenkinder strafen. Aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie von Saul weichen ließ, den ich vor dir beseitigt habe; sondern dein Haus und dein Königreich sollen ewig Bestand haben vor deinem Angesicht; dein Thron soll auf ewig fest stehen!“

 

Schließlich lesen wir in diesen ersten Versen vom Glaubensgehorsam. Im weiteren Verlauf des Briefes wird Paulus noch detaillierter auf diese Thematik eingehen. Doch der Gehorsam im Glauben gemäß den Geboten ist ein elementarer Bestandteil des Glaubenswandels. Yeshua selbst sagt uns im Johannes Evangelium Kapitel 14/15: „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote!“

 

8 Zuerst danke ich meinem Gott durch Jesus Christus um euer aller willen, weil euer Glaube in der ganzen Welt verkündigt wird. 9 Denn Gott, dem ich in meinem Geist diene am Evangelium seines Sohnes, ist mein Zeuge, wie unablässig ich an euch gedenke, 10 indem ich allezeit in meinen Gebeten flehe, ob es mir nicht endlich einmal durch den Willen Gottes gelingen möchte, zu euch zu kommen. 11 Denn mich verlangt danach, euch zu sehen, um euch etwas geistliche Gnadengabe mitzuteilen, damit ihr gestärkt werdet, 12 das heißt aber, dass ich mitgetröstet werde unter euch durch den gegenseitigen Austausch eures und meines Glaubens.

13 Ich will euch aber nicht verschweigen, Brüder, daß ich mir schon oftmals vorgenommen habe, zu euch zu kommen – ich wurde aber bis jetzt verhindert –, um auch unter euch etwas Frucht zu wirken, gleichwie unter den übrigen Heiden. 14 Ich bin ein Schuldner sowohl den Griechen als auch den Barbaren, sowohl den Weisen als auch den Unverständigen; 15 darum bin ich bereit, soviel an mir liegt, auch euch in Rom das Evangelium zu verkündigen.

 

In diesen Zeilen kann man sehr gut sehen, wie sehr Paulus um die Gemeinden, mit welchen er im Kontakt steht besorgt ist und die große Liebe, welche er für seine Glaubensgeschwister in sich trägt. Der Eifer und das große Maß an Selbstaufgabe, welche den Dienst und das Leben des Paulus auszeichnen sollten uns als Beispiel und Vorbild dienen.

 

 

16 Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; 17 denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«

 

Paulus spricht von seiner Freimütigkeit zur Verkündigung der frohen Botschaft. Auch Yeshua warnt uns davor unser Zeugnis zurück zuhalten, so lesen wir in Markus 8/38: „Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.“

 

Am Schluss zitiert Paulus den Propheten Habakuk Kapitel 2/4. Sowohl damals als auch heute verstand man unter einem Gerechten (Tzadik) jemanden, welcher gelehrt war im Wort Gottes und einen Wandel gemäß den Geboten führte. Darüber hinaus war ein Tzadik jemand, welcher Almosen den Armen gab und viel für seine Mitmenschen ins Gebet gegangen ist. Es ist also keineswegs ein abstrakter Glaube, welcher zur Gerechtigkeit führt, sondern ein vor Gott gerechter Wandel in Verbindung mit dem Glauben an Yeshua Maschiach. Dieses führt zur Errettung durch den Glauben. Zumal wir im Jakobusbrief Kapitel 2, Vers 19-20 lesen können, dass der Glaube ohne Werke ein toter Glaube ist. Als Beispiel nennt der Apostel Jakobus den Glaubensgehorsam von Abraham, welcher bereit war seinen Sohn zu opfern aus Glauben heraus. Dieser praktische Glaube war es, welcher ihm als Gerechtigkeit angerechnet wurde.

 

18 Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, 19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat;

 

Hier wird nochmal deutlich, dass Ungerechtigkeit mit Gottlosigkeit zu vergleichen ist und das Gott diese Dinge nicht bei sich dulden wird. Ungerechtigkeit verdrängt die Wahrheit. In Psalm 119/142 lesen wir: „Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz (Torah) ist Wahrheit.“ Die Gerechtigkeit und die Torah sind Wahrheit. Das Gegenteil sind Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit. Wir lesen im 1. Johannesbrief 5/17: „Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; aber es gibt Sünde nicht zum Tode.“ Im gleichen Brief lesen wir in Kapitel 3, Vers 4: „Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.“ Hier wird es nochmal ganz deutlich. Die Sünde ist die Übertretung der Torah und jemand, der so etwas tut lebt in Ungerechtigkeit. Dieses kann vor Gott niemals wohlgefällig sein.

 

20 denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben.

21 Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. 22 Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden 23 und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht.

 

 

Paulus gibt hier das wahrhaftige Zeugnis, dass anhand der Schöpfung man erkennen müsste, dass dies von einem höheren Wesen erschaffen wurde. Die Evolutionstheorie vertritt eine gegenteilige Meinung. Die Idee, dass alles  was wir um uns herum sehen können aus dem Nichts und durch Zufälle entstanden sein soll, ist mit den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr zu halten. Der DNA Code kann sich in seiner Komplexität unmöglich aus dem Zufall heraus gebildet haben, genauso wenig wie ein komplexes Computerprogramm durch zufällige Eingaben programmiert wurde. Auch die Naturkonstanten, welche unser Universum zusammenhalten sind so genau aufeinander abgestimmt, dass von Zufall keine Rede sein kann. Schon bei minimalsten Änderungen bei den Naturkonstanten wäre Leben im Universum nicht mehr möglich. In Vers 23 wird die Evolutionstheorie sogar vorhergesagt. Dort wird die Herrlichkeit Gottes verleugnet und stattdessen schaut man auf Fossilien und Knochen von Menschen, Vögeln und kriechenden Tieren. Wenn man sich ernsthaft mit dem Thema Evolution auseinandersetzt, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass unser Universum und das Leben auf unserem Planeten, geschaffen worden sein muss. Es gibt Menschen, die wollen an die Evolution glauben, doch mit Wissenschaft und Logik hat dieser Glaube nichts zu tun. Der Apostel warnt, dass niemand am Tag des Gerichts eine Ausrede haben wird vor Gott.

 

24 Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, so daß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren, 25 sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen!

26 Darum hat sie Gott auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; 27 gleicherweise haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfangen.

28 Und gleichwie sie Gott nicht der Anerkennung würdigten, hat Gott auch sie dahingegeben in unwürdige Gesinnung, zu verüben, was sich nicht geziemt, 29 als solche, die voll sind von aller Ungerechtigkeit, Unzucht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit; voll Neid, Mordlust, Streit, Betrug und Tücke, solche, die Gerüchte verbreiten, 30 Verleumder, Gottesverächter, Freche, Übermütige, Prahler, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam; 31 unverständig, treulos, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig. 32 Obwohl sie das gerechte Urteil Gottes erkennen, daß die des Todes würdig sind, welche so etwas verüben, tun sie diese Dinge nicht nur selbst, sondern haben auch Gefallen an denen, die sie verüben.

 

Hier können wir sehen welche Folgen es haben kann, wenn man den Schöpfer ablehnt und stattdessen weltlichen Ideen und Glaubenskonzepten festhält. Denn wenn es keinen Schöpfer gibt, dann gibt es auch niemanden vor dem man sich eines Tages für sein Tun verantworten muss. Somit gibt es keine Grenzen mehr, was der Mensch bereit ist zu tun. Der Mensch ist nun im Begriff frei nach dem Willen seines Herzens zu wandeln und mit der Zeit wird das zu einem immer größeren moralischen und gesellschaftlichen Verfall führen. In etwa so wie es in unserer heutigen Zeit zu sehen ist. Die sexuelle Perversion nimmt ungeahnte Ausmaße an, Kinder kommen immer früher in Kontakt mit pornographischen Inhalten. Das Alter von schwangeren Mädchen wird immer niedriger. Der Respekt der jungen Generation gegenüber älteren Menschen oder Autoritätspersonen wie Lehrern oder Polizisten ist auf einem absoluten Tiefstand, mit weiterhin fallender Tendenz. Jedes Jahr werden Millionen von Kindern abgetrieben und die Gesellschaft scheint sich nicht dran zu stören. Die Gewaltbereitschaft vor allem unter Jugendlichen steigt stetig an und die Erwachsenen haben dem nichts entgegen zusetzten. Auch der Okkultismus wächst beständig vor allem in der sg. Jugendliteratur und im Kino. Mord und Totschlag dient der Unterhaltung und 70% allen Internetverkehrs betrifft den Konsum von Pornographie. Menschenhandel und Zwangsprostitution erreichen Rekordwerte, genauso wie der Missbrauch von Schutzbefohlenen. Das und mehr sind die Früchte einer Gesellschaft, welche nur noch nach Vergnügen und Konsum ausrichtet, Gott aus seiner Mitte herausgenommen hat und sich keiner höheren, moralischen Instanz mehr verpflichtet fühlt.

 

 

Kapitel 2

 

1 Darum bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, wer du auch seist, der du richtest! Denn worin du den anderen richtest, verurteilst du dich selbst; denn du, der du richtest, verübst ja dasselbe! 2 Wir wissen aber, daß das Gericht Gottes der Wahrheit entsprechend über die ergeht, welche so etwas verüben. 3 Denkst du etwa, o Mensch, der du die richtest, welche so etwas verüben, und doch das gleiche tust, daß du dem Gericht Gottes entfliehen wirst? 4 Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet?

 

Paulus tadelt hier das Richten über andere, insbesondere vor dem Hintergrund, das die richtende Person selbst gottlose Verhaltensweisen an den Tag legt. Gerne werden diese Passagen genutzt um zu sagen, man soll als Gläubiger andere gar nicht richten. Es ist richtig, dass wir nicht die Autorität oder das Verständnis haben eine Aussage darüber zu treffen ob ein Mensch vor Gott verloren ist oder nicht. Das heißt jedoch nicht, dass wir uns innerhalb des Leibes nicht gegenseitig ermahnen sollen, wenn wir sehen, dass jemand im Leib unangemessen wandelt. Vielmehr ist dieses unsere Pflicht gegenüber unseren Brüdern und Schwestern. Dazu schreibt Paulus im 1. Korintherbrief Kapitel 5, Vers 11-13: „Nun aber habe ich euch geschrieben, dass ihr keinen Umgang haben sollt mit jemand, der sich Bruder nennen lässt und dabei ein Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer oder Trunkenbold oder Räuber ist; mit einem solchen sollt ihr nicht einmal essen. Denn was gehen mich auch die an, die außerhalb [der Gemeinde] sind, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, welche drinnen sind? Die aber außerhalb sind, richtet Gott. So tut den Bösen aus eurer Mitte hinweg!“

Es bleibt zu hoffen, dass solche Maßnahmen nicht nötig sind, doch das gegenseitige Ermahnen innerhalb des Leibes darf nicht vernachlässigt werden. Sollte die Schwester oder der Bruder uneinsichtig bleiben, dann liegt es in der Verantwortung des jeweiligen Leiters diese Person (vorerst) aus der Gruppe auszuschließen. Andernfalls droht die Gefahr, dass dieses Verhalten auf weitere Teile der Gruppe übergreift, wenn es geduldet wird.

 

5 Aber aufgrund deiner Verstocktheit und deines unbußfertigen Herzens häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, 6 der jedem vergelten wird nach seinen Werken: 7 denen nämlich, die mit Ausdauer im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, ewiges Leben; 8 denen aber, die selbstsüchtig und der Wahrheit ungehorsam sind, dagegen der Ungerechtigkeit gehorchen, Grimm und Zorn! 9 Drangsal und Angst über jede Menschenseele, die das Böse vollbringt, zuerst über den Juden, dann auch über den Griechen; 10 Herrlichkeit aber und Ehre und Friede jedem, der das Gute tut, zuerst dem Juden, dann auch dem Griechen.

 

Hier weisst Paulus noch einmal darauf hin, dass wir uns am Tag des Gerichts für unsere Taten vor Gott werden verantworten müssen. Er warnt spezifisch davor unbußfertigen Herzens zu sein und in Ungerechtigkeit zu verharren, entgegen der Wahrheit (=Torah s. Ps 119/142). Die Übertretung der Torah führt dazu, dass wir Gottes Zorn provozieren. Es ist wichtig, dass wir schnellstmöglich Buße (=Umkehr) tun, wenn wir Gottes Gebote übertreten haben. Die Gnade dient nicht dazu, dass wir in unserer Ungerechtigkeit und Sünde verharren. Diese Thematik wird Paulus im weiteren Verlauf noch detaillierter erklären. Schließlich lesen wir, dass das Zorngericht zuerst über die Juden kommen wird und dann auch über den Griechen. Im 1. Petrusbrief Kapitel 4, Vers 17 lesen wir, dass das Gericht im Haus Gottes beginnt. Zuerst wird Gott in seinem Leib für Ordnung sorgen, bevor er sein Gericht über die Nationen bringt.

 

11 Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person; 12 alle nämlich, die ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verlorengehen; und alle, die unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durch das Gesetz verurteilt werden 13 – denn vor Gott sind nicht die gerecht, welche das Gesetz hören, sondern die, welche das Gesetz befolgen, sollen gerechtfertigt werden. 14 Wenn nämlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz, 15 da sie ja beweisen, daß das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen – 16 an dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird nach meinem Evangelium.

 

Hier lesen wir, dass es bei Gott kein Ansehen der Person gibt. Es gibt bei Gott keinen Unterschied ob arm oder reich, mächtig oder unter Knechtschaft. Ein jeder wird gemessen daran, wie er vor Gott gewandelt ist und ob er seine Möglichkeiten genutzt hat, nach Gottes Gebot zu wandeln. Der Apostel Petrus schreibt dazu im 1. Petrusbrief Kapitel 1, Vers 17: „Und wenn ihr den als Vater anrufet, der ohne Ansehen der Person richtet nach eines jeden Werk, so wandelt die Zeit eurer Fremdlingschaft in Furcht.“ Im 5. Buch Mose Kapitel 10, Vers 17 lesen wir dazu, dass Gott nicht bestechlich ist und keine Bestechungsgeschenke annimmt. Kein Mensch kann sich seine Erlösung erkaufen. Nur das Blut Yeshuas vermag es, uns vor Gott zu gerechtfertigen. Im Psalm 49, Vers 8-9 lesen hierzu: „Und doch vermag kein Bruder den anderen zu erlösen; er kann Gott das Lösegeld nicht geben  – zu teuer ist die Erlösung ihrer Seelen, er muss davon abstehen auf ewig!“

In Vers 13 lesen wir nochmal, dass diejenigen vor Gott gerecht sind, welche die Torah nicht nur hören, sondern auch danach leben. Außerdem erklärt der Apostel, dass Heiden, welche wohlmöglich noch nie mit der Torah in Kontakt gekommen sind aber nach den Grundsätzen der Torah leben, auch vor Gott als gerecht angesehen werden können. In der heutigen Zeit jedoch wo die Bibel in sehr vielen Sprachen für wenig Geld zur Verfügung steht, ist so ein Szenario eher selten.

 

17 Siehe, du nennst dich einen Juden und verläßt dich auf das Gesetz und rühmst dich Gottes, 18 und kennst [seinen] Willen und verstehst zu prüfen, worauf es ankommt, weil du aus dem Gesetz unterrichtet bist; 19 und du traust dir zu, ein Leiter der Blinden zu sein, ein Licht derer, die in der Finsternis sind, 20 ein Erzieher der Unverständigen, ein Lehrer der Unmündigen, der den Inbegriff der Erkenntnis und der Wahrheit im Gesetz hat: 21 Nun also, du lehrst andere, dich selbst aber lehrst du nicht? Du verkündigst, man solle nicht stehlen, und stiehlst selber? 22 Du sagst, man solle nicht ehebrechen, und brichst selbst die Ehe? Du verabscheust die Götzen und begehst dabei Tempelraub? 23 Du rühmst dich des Gesetzes und verunehrst doch Gott durch Übertretung des Gesetzes? 24 Denn der Name Gottes wird um euretwillen gelästert unter den Heiden, wie es geschrieben steht.

 

Hier tadelt Paulus nochmals Menschen in Leiterschaft, welche in den Geboten Gottes unterwiesen sind, sich jedoch selbst nicht daran halten. Wenn die Leiter nicht ihrer Verantwortung nicht nachkommen und kein gutes Beispiel den ihnen anvertrauten Menschen vorleben, dann führt das dazu, dass die Ordnung innerhalb des Leibes nicht aufrecht erhalten werden kann. Im Buch Maleachi Kapitel 2, Vers 5-9 lesen wir etwas ähnliches wo JHWH eine Schelte gegen die geistigen Führer Israels ausspricht, welche vom Weg der Torah abgewichen sind: „Mein Bund mit ihm (Levi) war Leben und Friede, und ich verlieh ihm beides, damit er [mich] fürchtete, und er fürchtete mich auch und hatte Ehrfurcht vor meinem Namen. Das Gesetz (=Torah) der Wahrheit war in seinem Mund, und nichts Verkehrtes wurde auf seinen Lippen gefunden; er wandelte mit mir in Frieden und Aufrichtigkeit, und viele brachte er zur Umkehr von der Missetat. Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis bewahren, und aus seinem Mund soll man das Gesetz erfragen; denn er ist ein Bote JHWH der Heerscharen. Ihr aber seid vom Weg abgewichen; ihr seid schuld, dass viele im Gesetz zu Fall gekommen sind, ihr habt den Bund mit Levi missbraucht! spricht JHWH der Heerscharen. Darum habe auch ich euch beim ganzen Volk verächtlich und unwert gemacht, weil ihr meine Wege nicht bewahrt, sondern bei Anwendung des Gesetzes die Person anseht.“

25 Die Beschneidung nämlich hat nur Wert, wenn du das Gesetz hältst; bist du aber ein Übertreter des Gesetzes, so ist deine Beschneidung zur Unbeschnittenheit geworden. 26 Wenn nun der Unbeschnittene die Rechtsbestimmungen des Gesetzes befolgt, wird ihm dann nicht seine Unbeschnittenheit als Beschneidung angerechnet werden? 27 Und wird nicht der von Natur Unbeschnittene, der das Gesetz erfüllt, dich richten, der du trotz Buchstabe und Beschneidung ein Übertreter des Gesetzes bist? 28 Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist; auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; 29 sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und [seine] Beschneidung [geschieht] am Herzen, im Geist, nicht dem Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.

 

In diesen Versen erklärt Paulus nochmals, dass Gott kein Anseher der Person ist und dass die Herkunft aus der Blutlinie Judas keinen Nutzen hat, wenn der Wandel, gemäß Gottes Geboten, nicht damit einhergeht. Die physische Beschneidung verliert ihren Wert, wenn sie nicht mit Gehorsam und Gottesfurcht einhergeht. Auf der anderen Seite wird ein physisch Unbeschnittener als beschnitten gesehen vor Gott, wenn die Beschneidung im Herzen vollzogen wurde und der Gläubige bestrebt ist, nach Gottes Geboten, in Yeshua, zu wandeln.

 

 

Kapitel 3

1 Was hat nun der Jude für einen Vorzug, oder was nützt die Beschneidung? 2 Viel, in jeder Hinsicht! Denn vor allem sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden.

3 Wie denn? Wenn auch etliche untreu waren, hebt etwa ihre Untreue die Treue Gottes auf? 4 Das sei ferne! Vielmehr erweist sich Gott als wahrhaftig, jeder Mensch aber als Lügner, wie geschrieben steht: »Damit du recht behältst in deinen Worten und siegreich hervorgehst, wenn man mit dir rechtet«.

 

Nachdem Paulus im vorherigen Kapitel verdeutlichte, dass die Beschneidung und die Herkunft aus Juda allein keinen Nutzen hat, wenn es nicht mit einem gottgefälligen Wandel verbunden ist, zeigt er nachfolgend auf, dass im richtigen Wandel, es sehr wohl von großem Vorteil sein kann, wenn man als Jude zum Glauben an Yeshua findet. Denn nur dem israelischen Volk wurden die Ratschlüsse Gottes sowie die Sprache anvertraut. Ein Jude, welcher von klein auf in der Torah gelehrt wurde und darüber hinaus in der Lage ist, die Bibel fließend auf Hebräisch zu lesen, hat einen erheblichen Vorteil gegenüber uns Heiden. Die Übersetzungen, welche wir nutzen müssen, können oftmals den wahren Reichtum und Kontext der Heiligen Schrift gar nicht wiedergeben. Auch die Art des griechisch/westlichen Denkens unterscheidet sich deutlich von der hebräischen Denkweise. Dadurch fällt es uns oft schwer zu verstehen, was Gott wirklich von uns möchte. Zu einem besseren Verständnis zu dieser Thematik kann ich das Buch „diese Gesinnung sei in Euch“ von Brad Scott empfehlen. Dort ist es ihm gut gelungen, den Unterschied zwischen Westlichem und Hebräischen Denken aufzuzeigen. Es ist sicherlich für niemanden ein Geheimnis, dass die Bibel von Hebräern geschrieben wurde. Diese Männer lebten in einem hebräisch-kulturellen Umfeld und waren von einem hebräischen Verständnis geprägt, gleiches gilt für unseren jüdische Messias Yeshua, welcher Urjüdisch erzogen wurde und ein jüdisch/biblisches Leben führte. Für Gläubige, welche aus einem heidnischen Bereich kommen ist es sehr wichtig von unseren jüdischen Brüdern zu lernen und uns mit der hebräischen Sprache auseinanderzusetzen, wenn wir eine Chance haben wollen, den Willen unseres Vaters zu verstehen.

 

5 Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit beweist, was sollen wir sagen? Ist Gott etwa ungerecht, wenn er das Zorngericht verhängt? (Ich rede nach Menschenweise.) 6 Das sei ferne! Wie könnte Gott sonst die Welt richten? 7 Wenn nämlich die Wahrhaftigkeit Gottes durch meine Lüge überströmender wird zu seinem Ruhm, weshalb werde ich dann noch als Sünder gerichtet? 8 Müßte man dann nicht so [reden], wie wir verleumdet werden und wie etliche behaupten, daß wir sagen: »Laßt uns Böses tun, damit Gutes daraus komme«? Ihre Verurteilung ist gerecht!

 

Paulus räumt hier mit einigen falschen Gedankengütern auf. Vornehmlich damit, dass Gott einerseits gnädig ist und uns einen Ausweg geschaffen hat, durch welchen wir trotz unserer Sünden uns Gott wieder nähern dürfen. Doch es darf nicht der Fehler gemacht werden Ursache und Wirkung zu vertauschen. Nicht unsere Sünde zeigt die Gerechtigkeit Gottes, sondern obwohl wir sündhaft waren, hat Gott in seiner großen Güte einen Weg für uns geschaffen, der Verdammnis zu entkommen. Jedoch darf dies nicht in so fern verdreht werden, dass unsere Sünde vor Gott in irgendeiner Weise wohlgefällig wären. In Vers 8 finden wir eine Schlüsselaussage aus dem Römerbrief. Dort berichtet Paulus, dass viele  behaupten, dass der Apostel lehren würde, dass man böses tun sollte (in Sünde leben), damit gutes daraus folgen möge. Dies ist auch eine Kernaussage von einer großen Glaubensinstitution, welche sich auf die Bibel und insbesondere auf Paulus beruft und lehrt, dass die Torah hinweg getan sei und wir sie nicht mehr befolgen bräuchten. Der Apostel Paulus jedoch widerspricht solchen Ideen, indem er schreibt, dass die Verurteilung derjenigen, welche so etwas behaupten, gerecht sei.

 

9 Wie nun? Haben wir etwas voraus? Ganz und gar nicht! Denn wir haben ja vorhin sowohl Juden als Griechen beschuldigt, daß sie alle unter der Sünde sind, 10 wie geschrieben steht: »Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; 11 es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. 12 Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer!

 

Der Apostel macht wiederrum deutlich, dass kein Mensch aus sich heraus vor Gott gerecht sein kann, dass wir alle unter der Sünde verkauft sind und das aus uns heraus nichts Gutes kommen kann.

 

13 Ihre Kehle ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen betrügen sie; Otterngift ist unter ihren Lippen; 14 ihr Mund ist voll Fluchen und Bitterkeit, 15 ihre Füße eilen, um Blut zu vergießen; 16 Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn, 17 und den Weg des Friedens kennen sie nicht. 18 Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen.«

 

Hier tadelt der Apostel die ungezügelte Zunge von uns Menschen, welche voller Fluch und Boshaftigkeit steckt. Im Jakobusbrief wird auf diese Thematik näher eingegangen, so lesen wir im Kapitel 3, Vers 8-11: „die Zunge aber kann kein Mensch bezwingen, das unbändige Übel voll tödlichen Giftes! Mit ihr loben wir Gott, den Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bild Gottes gemacht sind; aus ein und demselben Mund geht Loben und Fluchen hervor. Das soll nicht so sein, meine Brüder! Sprudelt auch eine Quelle aus derselben Öffnung Süßes und Bitteres hervor?“

Außerdem lesen wir im Epheserbrief Kapitel 5, Vers 3-4: „Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht soll nicht einmal bei euch erwähnt werden, wie es Heiligen geziemt; auch nicht Schändlichkeit und albernes Geschwätz oder Witzeleien, die sich nicht gehören, sondern vielmehr Danksagung.“

Ein jeder von uns möge sich hinterfragen welche Worte aus unserem Mund kommen. Lästerung, Witzeleien, Verleumdung und ähnliches sind eine große Sünde vor Gott. Auch die Teilhabe an solchen Gesprächen anderer soll nicht sein. Wir müssen sehr vorsichtig damit umgehen, was wir sprechen und ob wir verleumderisch gegen unsere Mitmenschen sprechen. Die Art unserer Rede ist wie eine Visitenkarte unserer Gesinnung. Wie wollen wir anderen Menschen das Reich Gottes verkünden, wenn wir zuvor über unseren Nächsten gelästert haben oder in unheilvollen Witzeleien verstrickt waren? Auch Yeshua lehrt uns, dass unsere Rede das wiederspiegelt, was in unserem Herzen vorgeht, Lukas 6/45: „Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor; denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund.“ Wenn wir daraus achten was wir sprechen, dann kann uns das dabei helfen unsere innere Haltung zu erkennen und wenn nötig durch Gebet zu korrigieren.

 

19 Wir wissen aber, daß das Gesetz alles, was es spricht, zu denen sagt, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, 20 weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

21 Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, 22 nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben. Denn es ist kein Unterschied;

23 denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, 24 so daß sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. 25 Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, 26 als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist.

 

Es geht in diesem Vers nicht darum, dass Werke des Gesetzes an sich schlecht sind. Allerdings möchte uns der Apostel verdeutlichen, dass kein Mensch aus Werken des Gesetzes vor Gott gerecht sein kann. Nur das Blut Yeshuas vermag es uns vor Gott zu gerecht fertigen. Das Blut unseres Messias bedeckt unsere Sünde, jedoch sind wir dazu aufgefordert danach zu streben gerecht zu wandeln, nachdem wir Yeshua als unseren Erlöser angenommen haben. Im 1. Johannesbrief Kapitel 2, Vers 6 lesen wir: „Wer sagt, dass er in ihm (Yeshua) bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.“

 

27 Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen! Durch welches Gesetz? Das der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens! 28 So kommen wir nun zu dem Schluß, dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes. 29 Oder ist Gott nur der Gott der Juden und nicht auch der Heiden? Ja freilich, auch der Heiden! 30 Denn es ist ja ein und derselbe Gott, der die Beschnittenen aus Glauben und die Unbeschnittenen durch den Glauben rechtfertigt.

31 Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz.

 

Der Vers 31 ist der Schlüssel zu allem, was der Apostel Paulus versucht hat zu lehren in Kapitel 3. Jeder Mensch ist unter die Sünde verkauft und kein Mensch vermag es aus sich selbst heraus, Gutes zu tun. Darüber hinaus kann kein Mensch vor Gott gerecht werden, durch eigene Werke, sondern nur das Blut des Messias Yeshua vermag es uns von unserer Sünde zu reinigen. Eine Gerechtigkeit vor Gott aus Werken der Torah heraus kann es nicht geben, denn dann hätte Yeshua nicht sterben müssen. Doch lässt sich daraus nun ableiten, dass aufgrund der Gnade die Torah hinweg getan wurde? Das sei ferne, schreibt der Apostel, vielmehr bestätigen wir die Torah in unseren künftigen Wandel.

 

 

Kapitel 4

 

1 Was wollen wir denn sagen, daß Abraham, unser Vater, nach dem Fleisch erlangt hat? 2 Wenn nämlich Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, hat er zwar Ruhm, aber nicht vor Gott. 3 Denn was sagt die Schrift? »Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet«. 4 Wer aber Werke verrichtet, dem wird der Lohn nicht aufgrund von Gnade angerechnet, sondern aufgrund der Verpflichtung; 5 wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.

Die Thematik in Kapitel 4 schließt direkt an das vorherige Kapitel an, es sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass der Römerbrief im Original nicht in Kapiteln unterteilt war. In Kapitel 3 lehrte uns der Apostel, dass kein Mensch aus eigenen Werken heraus vor Gott gerecht sein kann. Diesen Gedanken greift er auf am Beispiel von Abraham, welchen es als Gerechtigkeit angerechnet wurde, dass er glaubte schon bevor er beschnitten war. Nun wollen wir allerdings nicht vergessen, dass aus dem Glauben Abrahams sehr viele Werke des Glaubens hervorkamen, welche seinen Glauben wahrhaftig machten. Ich habe in Kapitel 1 bereits auf den Jakobusbrief verwiesen, welcher besagt, dass der Glaube ohne Werke tot ist. Nochmals sei erwähnt, dass nicht die Werke uns vor Gott gerecht werden lassen können, sonder nur das Blut des Maschiachs Yeshua und unser Glaube daran. Aus diesem Glauben jedoch werden Werke des Glaubens sichtbar werden in unserem Leben, welche davon Zeugnis geben, dass unser Glaube auch wirklich wahrhaftig ist. Diesen Gedanken führt Jakobus am Beispiel Abrahams weiter. So lesen wir im Jakobusbrief Kapitel 2, Vers 21-26: „Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtfertigt, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar darbrachte? Siehst du, dass der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war, und dass der Glaube durch die Werke vollkommen wurde? Und so erfüllte sich die Schrift, die spricht: “Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet”, und er wurde ein Freund Gottes genannt. So seht. ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird und nicht durch den Glauben allein. Ist nicht ebenso auch die Hure Rahab durch Werke gerechtfertigt worden, da sie die Boten aufnahm und auf einem anderen Weg entließ? Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke tot.“

Der Hebräerbrief kommt zur gleichen Schlussfolgerung. In Kapitel 11 lesen wir, dass Abraham durch Glauben bereit war, seine Heimat zu verlassen für das Erbteil, welches Gott ihn verheißen hatte, ohne zu wissen wohin er kommen würde. Außerdem erhielt auch Sarah durch Glauben die Kraft schwanger, obwohl sie weit über das geeignete Alter hinaus war. Darüber hinaus brachte Abraham durch Glauben den Isaak als Opfer dar, obwohl dies der Sohn der Verheißung war. Das Neue Testament zeigt uns hier an mehreren Stellen, dass wahrhaftiger Glaube durch Werke und Gehorsam sichtbar wird und dass ein Glaube ohne Werke ein toter Glaube ist. Jedoch sind die Werke ohne den Glauben in sich nichtig sowie der Glaube ohne die dazugehörigen Werke.

 

6 Ebenso preist auch David den Menschen glückselig, dem Gott ohne Werke Gerechtigkeit anrechnet: 7 »Glückselig sind die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden zugedeckt sind; 8 glückselig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht anrechnet!«

Natürlich, denn jeder Mensch ist in die Sünde geboren und bedarf dringend der Gnade Gottes sowie der Vergebung der Sünden, durch das Blut Yeshua Maschiachs. So lesen wir in Psalm 53, Vers 3-4: „Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt, einen, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen einzigen!“

Des Weiteren lehrt uns König David in Psalm 51, Vers 7: „Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.“ Nochmals wird hier deutlich gemacht, dass es für uns Menschen vollkommen unmöglich ist aus eigenen Werken vor Gott gerecht zu sein, denn in Sünde sind wir geboren worden. Der einzige Mensch, welcher völlig frei von Sünde war ist Yeshua Maschiach. Dies ist auch der Grund warum es ihm möglich war, dass er unsere Sünden trägt und die Strafe der Sünde stellvertretend für uns auf sich nimmt. Wie geschrieben steht im Hebräerbrief Kapitel 7, Vers 26-27: „Denn ein solcher Hoherpriester tat uns not, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als die Himmel ist, der es nicht wie die Hohenpriester täglich nötig hat, zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen, danach für die des Volkes; denn dieses [letztere] hat er ein für allemal getan, indem er sich selbst als Opfer darbrachte.“

 

9 Gilt nun diese Seligpreisung den Beschnittenen oder auch den Unbeschnittenen? Wir sagen ja, daß dem Abraham der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet worden ist. 10 Wie wurde er ihm nun angerechnet? Als er beschnitten oder als er noch unbeschnitten war? Nicht als er beschnitten, sondern als er noch unbeschnitten war! 11 Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er schon im unbeschnittenen Zustand hatte, damit er ein Vater aller unbeschnittenen Gläubigen sei, damit auch ihnen die Gerechtigkeit angerechnet werde; 12 und auch ein Vater der Beschnittenen, die nicht nur aus der Beschneidung sind, sondern die auch wandeln in den Fußstapfen des Glaubens, den unser Vater Abraham hatte, als er noch unbeschnitten war.

13 Denn nicht durch das Gesetz erhielt Abraham und sein Same die Verheißung, dass er Erbe der Welt sein solle, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens. 14 Denn wenn die vom Gesetz Erben sind, so ist der Glaube wertlos geworden und die Verheißung unwirksam gemacht. 15 Das Gesetz bewirkt nämlich Zorn; denn wo kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung.

16 Darum ist es aus Glauben, damit es aufgrund von Gnade sei, auf dass die Verheißung dem ganzen Samen sicher sei, nicht nur demjenigen aus dem Gesetz, sondern auch dem aus dem Glauben Abrahams, der unser aller Vater ist 17 (wie geschrieben steht: »Ich habe dich zum Vater vieler Völker gemacht«), vor Gott, dem er glaubte, der die Toten lebendig macht und dem ruft, was nicht ist, als wäre es da.

18 Er hat da, wo nichts zu hoffen war, auf Hoffnung hin geglaubt, daß er ein Vater vieler Völker werde, gemäß der Zusage: »So soll dein Same sein!« 19 Und er wurde nicht schwach im Glauben und zog nicht seinen Leib in Betracht, der schon erstorben war, weil er fast hundertjährig war; auch nicht den erstorbenen Mutterleib der Sara. 20 Er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben, indem er Gott die Ehre gab 21 und völlig überzeugt war, daß Er das, was Er verheißen hat, auch zu tun vermag. 22 Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet.

23 Es steht aber nicht allein um seinetwillen geschrieben, daß es ihm angerechnet worden ist, 24 sondern auch um unsertwillen, denen es angerechnet werden soll, wenn wir an den glauben, der unseren Herrn Jesus aus den Toten auferweckt hat, 25 ihn, der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden ist.

 

In diesem Abschnitt lehrt uns der Apostel, dass das Gnadenangebot Yeshuas sowohl für den Unbeschnittenen als auch für den Beschnittenen offen steht. Denn nicht die Beschneidung, sondern der Glaube an Gott und an Yeshua Maschiach macht uns vor Gott gerecht, sofern dies durch Werke des Glaubens auch offenbar wird, wie wir bereits zuvor gelernt haben. Des Weiteren geht der Apostel auf die Gerechtigkeit Abrahams durch Abraham ein, welche durch die Werke seines Glaubens offenbar wurde. Diese Thematik haben wir bereits behandelt. Durch den Glauben Abrahams erfüllte sich auch die Verheißung, dass er der Vater vieler Völker sein werde. Denn aus Abraham kommen die Patriarchen und die 12 Stämme Israel.