Dieser Artikel soll sich mit der sehr wichtigen Frage auseinandersetzten ob der Erlöser und Maschiach Yeshua, Gott ist und welchen Status er in der Heiligen Schrift tatsächlich einnimmt. Es gibt zu dieser Thematik eine ganze Reihe von Thesen und Meinungen. Diese Frage ist sehr wichtig für jeden Gläubigen und niemand sollte diese Thematik auf die lange Bank schieben.

Denn wenn die Antwort auf diese Frage anhand der Bibel mit Ja zu beantworten ist und jemand glaubt dies nicht, besteht die akute Gefahr seine Erlösung aufs Spiel zu setzen. Sollte es jedoch so sein, dass die Antwort auf diese Frage mit Nein zu beantworten wäre und man würde (fälschlicher Weise?) an die Göttlichkeit Yeshuas Glauben, dann hätte dies zur Folge, dass man einen falschen Gott angebetet hätte. Dies wäre ein direkter Verstoß gegen das 1. Gebot,

2. Mose 20/2-3: „Ich bin JHWH, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“

Für unseren Glauben und unsere Beziehung zu Gott ist es wichtig bei diesem Punkt zu einem klaren und festen Verständnis zu gelangen. Bevor wir in unserem Glaubenswandel weiter voranschreiten können, müssen wir zuerst einmal geklärt haben, welchen Gott wir denn tatsächlich anbeten, denn andernfalls ist unser Glaube vergebens. Ich denke, dass sich diese Frage anhand der Heiligen Schrift zweifelsfrei beantworten lässt. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da die Fülle an Versen zu dieser Thematik erheblich ist.

Wer ist der Schöpfer von Himmel und Erde?

Kol. 1:15-16:

„dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen“

i.V.m. Johan. 1/1-3 und Johan 1/16:

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist…Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

Anhand dieser Verse können wir feststellen:

Yeshua ist das Wort Gottes, welches am Anfang bei Gott war und auch selbst Gott war. Darüber hinaus ist alles durch das Wort (=Yeshua) entstanden und er war es, der Himmel und Erde erschaffen hat. Wenn alles auf Himmel und Erde durch Yeshua geschaffen wurde, dann wäre es naheliegend, dass auch die Torah von Yeshua gegeben wurde. Vor allem wenn man bedenkt, dass Yeshua als das Wort Gottes bezeichnet wird, denn letztendlich ist die Torah ja genau das: „Das Wort Gottes“.

Wer war der Gesetzgeber am Berg Sinai?

 

Bevor wir uns näher mit dieser Frage beschäftigen, möchte ich eine rhetorische Frage in den Raum stellen. Wer ist derjenige, welcher uns errettet?

…Ich denke, dass wir uns soweit darauf einigen können, dass Yeshua derjenige ist, welcher uns Erlösung schenkt

Lukas 1/68: „Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet“.

2. Timoth. 1/9: „der uns gerettet und mit einem heiligen Ruf berufen hat, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Mashiach Yeshua vor ewigen Zeiten gegeben.“

Yeshua ist unser Erlöser, was auch schon an seinem Namen zu sehen ist, denn Yeshua bedeutet „Erlösung, Errettung bzw. er wird erlösen“. Vor diesem Hintergrund wollen wir uns nun folgende Verse anschauen:

Hosea 13/4: „Ich aber bin JHWH, dein Gott, vom Lande Ägypten her, und außer mir kennst du keinen Gott, und es gibt keinen Retter als mich allein!“ (Wenn Yeshua unser Erretter ist, dann muss er auch JHWH unser Gott sein, gemäß diesem Vers)

Jak. 4/12: „Einer nur ist Gesetzgeber und Richter, er, der retten und verderben kann; wer aber bist du, dass du deinen Nächsten richtest?“

Psalm 50/1 u.6: „Ein Psalm Asaphs: JHWH, der starke Gott, hat geredet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. Da verkündigten die Himmel seine Gerechtigkeit, dass Gott selbst Richter ist.

Johan 5/22-23: „Denn der Vater richtet auch niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.“

Hier bezeugt Yeshua, dass nicht der Vater richtet, sondern der Sohn. Wenn wir nun nochmal die og. Verse aus Psalm 50 dazu nehmen, wo steht, dass JHWH der stake Gott ist, welcher selbst richtet, bleibt keine andere Möglichkeit mehr als das Yeshua sowohl Richter als auch Gott ist!

Jes 43/11-12: „Ich, ich bin JHWH, und außer mir ist kein Erretter. Ich habe verkündigt, geholfen und von mir hören lassen und bin nicht fremd unter euch; und ihr seid meine Zeugen, spricht der JHWH, dass ich Gott bin.“

Jes 43/14: „So spricht JHWH, der Heilige Israels, euer Erlöser“

Jes. 44/6: „So spricht JHWH, der König Israels, und sein Erlöser, JHWH der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott.“

Offenb. 22/13: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“

(Anmerkung, wir wissen aus Apostelgeschichte 26/14, dass Yeshua im Himmel Hebräisch gesprochen hat. Demnach hätte er dort gesagt „ich bin das Aleph und das Taph (der erste und letzte Buchstabe des hebr. Alphabets)

Aus den og. Versen lassen sich ein paar eindeutige Verknüpfungen schließen. Es gibt nur einen Gesetzgeber. Dieser ist derjenige, welcher rettet und richtet. Wir wissen, dass Yeshua uns errettet. Darüber hinaus ist er aber auch derjenige, welcher uns richtet,

Röm 14/10: „Wir werden alle vor dem Richterstuhl Maschiachs erscheinen.“

Im Markus Evangelium, Kapitel 2, Vers 5-7 lesen wir:

„Als aber Yeshua ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Es saßen aber dort etliche von den Schriftgelehrten, die dachten in ihren Herzen: Was redet dieser solche Lästerung? Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein?“

Hier sehen wir gleich zwei klare Belege dafür, dass Yeshua wahrhaftig auch Gott ist. Er konnte den Menschen die Sünden vergeben, etwas was nur Gott zu tun vermag. Daraufhin dachten die Pharisäer, dass Yeshua lästert, da er sich somit selbst zu Gott erklärte. Doch auch die Gedanken der Pharisäer vermochte Yeshua zu lesen auch dieses kann nur Gott vollbringen. Da Yeshua unser Richter ist und wir im Tanach lesen, dass JHWH unser Gott und Richter ist, war es ihm auch möglich aus dieser Autorität heraus, einem Menschen die Sünden zu vergeben.

Gemäß Jakobus und auch Psalm 50 ist Yeshua derjenige, welcher uns richten oder erretten kann und ist somit auch der Gesetzgeber vom Berg Sinai. In Jesaja konnten wir lesen, dass JHWH der Erlöser Israels ist. Darüber hinaus ist JHWH auch der König Israels und JHWH sagt in Jes 44/6, dass er der Erste und der Letzte ist. Genau das was Yeshua von sich selbst sagt in Offenb. 22/13.

All dieses lässt eigentlich nur einen Schluss zu:

 

–Yeshua ist JHWH!-

Johan 1/23: „Er sprach: Ich bin «eine Stimme, die da ruft in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!» wie der Prophet Jesaja gesagt hat.“

Dies ist das Zeugnis welches Johannes der Täufer über Yeshua abgibt. Er ebnet also den Weg Yeshuas. Jedoch bezieht sich Johannes dabei auf das Buch Jesaja. Dort lesen wir in Jes 40/3:

„Eine Stimme ruft: In der Wüste bereitet den Weg JHWH, ebnet auf dem Gefilde eine Bahn unserem Gott!“ Nicht nur geht hieraus hervor, dass Yeshua JHWH ist, sondern auch, dass Yeshua Gott ist.

Jes. 45/21-23: „War Ich es nicht, JHWH, außer dem kein anderer Gott ist, der gerechte Gott und Erretter? Außer mir ist keiner. Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott und keiner sonst! Ich schwöre bei mir selbst, Gerechtigkeit geht aus meinem Munde, ein Wort, das nicht zurückgenommen wird: Mir soll sich beugen jedes Knie und schwören jede Zunge.“

Röm. 14/10-12: „Wir werden alle vor dem Richterstuhl Christi erscheinen; denn es steht geschrieben: «So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir soll sich beugen jedes Knie, und jede Zunge wird Gott bekennen.“

Phil. 2/10-11: „damit in dem Namen Yeshua sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Yeshua Maschiach der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters.“

Ich fasse nochmal zusammen. Johannes bezeugt, dass er den Weg Yeshuas ebnet und zitiert einen Vers, wo ausdrücklich steht, dass die Stimme aus der Wüste den Weg für JHWH, unseren Gott ebnet. In Jesaja konnten wir lesen, dass JHWH der einzige Gott ist, welcher richtet und errettet. Doch im Römerbrief und in Philipper konnten wir lesen, dass Yeshua unser Richter sein wird und auch Yeshua selbst bezeugte im Johannesevangelium, dass nicht der Vater Gericht halten wird, sondern Yeshua persönlich. In der Offenbarung bekommen wir eine Beschreibung über das Endgericht, Offenb. 20/12:

„Und ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott, und Bücher wurden aufgetan und ein anderes Buch ward aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken.“

Hier wird es nochmal deutlich, dass Yeshua auf dem Thron sitzt um Gericht zu halten und er wird als Gott bezeichnet.

Im Buch der Psalmen können wir ebenfalls lesen, dass Gott unser Richter ist. In Psalm 75/7-8 steht geschrieben:

„Denn weder von Osten noch von Westen, auch nicht von der Wüste her kommt Erhöhung; sondern Gott ist der Richter; den einen erniedrigt, den anderen erhöht er.“