Shalom,

heute befasse ich mich mit der Offenbarung, welche Moses zuteil wurde, als er an den brennenden Busch kam. Es gibt natürlich sehr viel, was zu diesem Thema gesagt werden könnte. Ich möchte mich in dieser Ausarbeitung aber spezifisch nur darauf konzentrieren, was zuvor passieren musste, bevor Mose mit Gott in Kommunikation treten konnte. Hierzu wollen wir uns zunächst mal den dazugehörigen Bibeltext anschauen.

2. Mose 3/ 1-4:

1 Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian. Und er trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. 2 Da erschien ihm der Engel des Herrn in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und als er hinsah, siehe, da brannte der Dornbusch im Feuer, und der Dornbusch wurde doch nicht verzehrt. 3 Da sprach Mose: Ich will doch hinzutreten (hebr. סוּר = “Sur”) und diese große Erscheinung ansehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt! 4 Als aber der Herr sah, dass er hinzutrat (hebr. סוּר = “Sur”), um zu schauen, rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch zu und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich!

Das Wort “hinzutreten” (hebräisch Sur) kann u.a. folgendermaßen übersetzt werden: Sich zu etwas oder jemanden zuwenden, indem man von seinem bisherigen Weg abkehrt.

Wir können hier erkennen, dass Mose sich auf einem Weg befand und die Schafe durch die Wüste trieb. Von diesem Weg wendete er sich ab, um hinzuzutreten und sich die große Erscheinung anzuschauen. Darüber hinaus lesen wir im biblischen Text, dass Gott Mose erst gerufen hatte, nachdem er gesehen hat, dass Mose hinzutrat. Wie bereits erwähnt, kann das Wort “hinzutreten” hier viel eher damit übersetzt werden, dass Mose von seinem bisherigen Weg abkehrte, um sich Gott zuzuwenden.

Hier sehen wir ein klares Prinzip darin, wie Gott sich den Menschen offenbart. Er ruft zu den Menschen und nutzt verschiedene Wege, um auf sich aufmerksam zu machen. Er vermeidet jedoch, den Menschen dazu zu zwingen, sich ihm zuzuwenden. Der freie Entscheidungswille steht immer im Vordergrund. Diesen hat Gott jedem Menschen überlassen. Er möchte, dass wir uns ihm zuwenden. Er wird es jedoch nicht erzwingen. Wir erinnern uns an das Prinzip, dass der Bund zwischen Gott und seinem Volk mit dem Ehebund verglichen wird.

Epheser 5/31-33:

Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«. 32 Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. 33 Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht

Die Ehe ist ein Bund zwischen einem Mann und einer Frau, welcher von beiden Seiten freiwillig eingegangen wird, ohne Zwang. Genauso möchte Gott nur mit den Menschen in den Bund treten, welche dies aus freien Stücken für sich entschieden haben. Die Option der freien Entscheidung für oder gegen Gott wurde zwar jedem Menschen zuteil, dies heißt jedoch nicht, dass diese Entscheidung frei von Konsequenzen wäre.

Sich für Gott zu entscheiden, wird Veränderungen für das persönliche Leben mit sich bringen. Nicht immer werden diese Veränderungen uns leicht fallen. Manches wird wahrscheinlich sogar erst einmal auf Ablehnung stoßen. Dem gegenüber jedoch steht die Vergebung der Sünden in Yeshua und die Aufnahme in das Bundesvolk Israel. Auf der anderen Seite bedeutet eine endgültige Ablehnung Gottes in unserem Leben entsprechend, dass wir die Vergebung unserer Sünden in Yeshua ablehnen und weiterhin unseren eigenen Wegen und Regeln folgen wollen. Am Ende der Zeiten wartet auf jeden Menschen das Gericht, welches Yeshua als Richter halten wird. Spätestens dann wird sich die jeweilige Konsequenz unserer individuellen Entscheidungen für jeden von uns endgültig manifestieren. 

Fazit

Der Mensch ist i.d.R. mit sich selbst beschäftigt. Die meisten Menschen werden sich nicht unbedingt aktiv auf die Suche nach Gott begeben. Das alltägliche Leben und die damit einhergehenden Sorgen haben uns meistens vollkommen im Griff. Gott wird sich uns zwar auf die eine oder andere Art und Weise offenbaren, er erwartet jedoch, dass wir uns ihm aktiv zuwenden. Es ist notwendig, dass wir bereit sind, von unserem bereits eingeschlagenen Weg abzukehren, damit wir uns Gott und seinen Wegen zuwenden können. Es handelt sich dabei immer um eine freiwillige Entscheidung. Die uns zugestandene Freiheit der Entscheidung entbindet uns jedoch nicht von den Konsequenzen, welche eine jegliche Entscheidung mit sich bringen wird.