Shalom, 

nachdem Moses den ägyptischen Sklaventreiber erschlug und dies beim Pharao bekannt wurde, floh er nach Midian ins Exil. Dort traf er an einem Brunnen auf die Töchter Reguels, des Priesters von Midian. Es gibt mehrere signifikante Passagen in der Bibel, wo sich Jungfrauen am Brunnen befinden. Abrahams Diener Elieser z.B. traf Rebecca, welche die Ehefrau von Isaack werden sollte, am Brunnen. Auch Jakob traf eine seiner späteren Frauen, Rahel, an einem Brunnen. 

Heute soll es jedoch um die Begebenheit mit Mose und den Jungfrauen in Midian gehen. Dazu schauen wir uns eine Passage im 2. Buch Mose an. Im 2. Kapitel, Vers 16-17 lesen wir folgendes: 

Aber der Priester in Midian hatte sieben Töchter; die kamen, um Wasser zu schöpfen, und füllten die Tränkrinnen, um ihres Vaters Schafe zu tränken. Da kamen die Hirten und jagten sie fort. Aber Mose machte sich auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe. 

Die Hirten verwehrten den Jungfrauen den Zugang zum Wasser. Daraufhin erhob sich Mose und kam ihnen zur Hilfe. Wir wollen damit beginnen zu schauen, welche Sinnbilder wir hierin finden können. In der Bibel ist eine Jungfrau ein Abbild auf die Gemeinde, bzw. Gottes auserwähltes Volk Israel. Dieses Konzept finden wir in vielen Passagen und einige möchte ich folgend auflisten: 

  • Jermia 31/4:

Ich will dich wiederum bauen, und du sollst gebaut werden, du Jungfrau Israel; wiederum sollst du dich mit deinen Handpauken schmücken und ausziehen in lustigem Reigen

  • Jeremia 31/20:

Setze dir Meilensteine, stelle dir Wegweiser auf; richte dein Herz auf die gebahnte Straße, auf den Weg, den du gegangen bist!
Kehre heim, Jungfrau Israel, kehre heim zu diesen deinen Städten.

  • 2. Korintherbrief 11/2: 

Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine reine Jungfrau dem Christus zuzuführen. 

 

Das Wasser im Brunnen deutet auf das lebendige Wasser, auf Yeshua, auf die Lehre und das Wort Gottes. Folgend einige Verse, welche dies bestätigen:

  • 5. Buch Mose 32/2: 

Meine Lehre triefe wie der Regen,meine Rede fließe wie der Tau, wie die Regenschauer auf das Gras,
und wie die Tropfen auf das Kraut.

  • Jeremia 2/13: 

Denn mein Volk hat eine zwiefache Sünde begangen: Mich, die Quelle des lebendigen Wassers haben sie verlassen.

  • Johannes Evanglium 7/37-38: 

Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach:Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

 

Die folgenden Schlussfolgerungen können wir bis hierhin ziehen:

Die sieben Jungfrauen deuten auf die Braut, welche sich nach der Quelle des lebendigen Wassers ausstreckt. Wir finden dieses Konzept auch im Buch der Offenbarung bestätigt. Dort ist die Rede von sieben Gemeinden:

Offenbarung 1/4:

Johannes an die sieben Gemeinden, die in Asia sind:Gnade sei mit euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sindDas lebendige Wasser steht für die gute und reine Lehre Gottes gemäß seinem Wort und für die Erlösung in Yeshua. Denn Er ist die Quelle lebendigen Wassers.

Die sieben ist die Zahl des Bundes und die Tatsache, dass es sich um Jungfrauen handelt zeigt, dass die Braut sich nicht mit Ehebruch (Götzendienst) oder anderen Fehltritten befleckt hat. Diejenigen unter uns, welche sich nicht an der Quelle des lebendigen Wassers befinden (Yeshua, Torah und Gottes Bündnisse), werden von Gott nicht angetroffen werden.

Die Hirten jedoch wollen die Frauen von der guten Quelle fernhalten. Diese wiederum symbolisieren die falschen Leiter und Pastoren, welche die Suchenden von der guten Lehre und der Erlösung in Yeshua abhalten wollen.

Zu der Thematik der falschen Hirten, welche die Gemeinde in die Irre führen, wollen wir uns folgend ein paar Verse anschauen:

  • Jeremia 2/8:

Die Priester fragten nicht: Wo ist der Herr? Und die mit dem Gesetz umgingen, kannten mich nicht; die Hirten fielen von mir ab und die Propheten weissagten durch Baal und liefen denen nach, die nicht helfen können.

  • 2. Petrus 2/1-3: 

Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden.

  • Jermia 50/6: 

Mein Volk war wie verlorene Schafe; ihre Hirten haben sie irregeführt, daß sie die Berge verließen; von den Bergen sind sie zu den Hügeln gezogen und haben ihre Ruheplätze vergessen.

  • Epheserbrief 4/11-12: 

Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen, zum Werk des Dienstes, zur Erbauung des Leibes des Christus.

  • Matthäus 23/13: 

Aber wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Reich der Himmel vor den Menschen zuschließt! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die laßt ihr nicht hinein. 

 

Mose als Erlöser vor den falschen Hirten

Mose ist ein Bild auf den Messias Yeshua. Es gibt sehr viele Parallelen zwischen Yeshua und Mose. Als Mose zum ersten Mal vor sein Volk trat, wurde er nicht akzeptiert und musste ins Exil. Auch Yeshua wurde bei seiner ersten Ankunft von den Meisten seines Volkes abgelehnt und befindet sich bis zu seiner Rückkehr im himmlischen Exil. Als Moses und Yeshua geboren wurden, war Israel unter der Herrschaft einer fremden Macht. Außerdem wurde vom jeweiligen Machthaber ein Kindermord angeordnet. Es gibt noch viele weitere Parallelen zwischen Moses und Yeshua. Ich habe zu diesem Thema folgendes Video gedreht:  Yeshua ein Prophet wie Mose.

Darüber hinaus symbolisiert Moses die geschriebene Torah. Er ist somit ein Sinnbild auf den Erlöser Yeshua, welcher wiederum auch das Wort Gottes (Torah) repräsentiert. Daher überrascht es uns auch nicht, dass Yeshua als das Wort Gottes bezeichnet wird, (Johannes 1/1). Daraus lernen wir, dass die falschen Hirten immer versuchen werden, uns daran zu hindern, Gottes wahren Weg zu finden, welcher schmal und eng ist (Matthäus 7/13). Die Bewahrung und wahrhaftige Leitung finden wir in unserem Erlöser Yeshua Maschiach, welcher ist: der Weg, die Wahrheit und das Leben. Der Heilige Geist ist es, der uns die Kraft und Einsicht schenkt, Gottes Wort mehr und mehr zu verstehen und vor allem auch, danach zu leben. Die geschriebene Torah lehrt uns Gottes Willen und zeigt uns auf, nach welchen Grundsätzen wir unser Leben führen sollen. Yeshua macht dies im Gleichnis des armen Lazarus deutlich in Lukas 16/19-31. Dort lesen wir folgendes:

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer namens Lazarus, der lag vor dessen Tür voller Geschwüre und begehrte, sich zu sättigen von den Brosamen, die vom Tisch des Reichen fielen; und es kamen sogar Hunde und leckten seine Geschwüre. Es geschah aber, daß der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde.

Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da er Qualen litt, sieht er den Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach:Vater Abraham, erbarme dich über mich und sende Lazarus, daß er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme! Abraham aber sprach:Sohn, bedenke, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt. Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, so daß die, welche von hier zu euch hinübersteigen wollen, es nicht können, noch die von dort zu uns herüberkommen können. 

Da sprach er:So bitte ich dich, Vater, daß du ihn in das Haus meines Vaters sendest– denn ich habe fünf Brüder–, daß er sie warnt, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen! Abraham spricht zu ihm:Sie haben Mose und die Propheten;auf diese sollen sie hören! Er aber sprach:Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun! Er aber sprach zu ihm:Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer aus den Toten auferstände.

Wer ist denn derjenige, welcher von den Toten auferstanden ist? Natürlich ist hier die Rede von unserem Erlöser Yeshua und das Gleichnis besagt, dass wer nicht auf Mose und die Propheten hören will, der wird sich auch nicht von demjenigen überzeugen lassen, der von den Toten auferstanden ist. Somit warnt uns Yeshua davor, unsere Ohren von der Torah und den Propheten abzuwenden. Dies soll vornehmlich zu unserem eigenen geistigen Schutz dienen. Denn die Täuschungen des Feindes und die vielen falschen Lehren, die kursieren, können uns vom wahren Weg schnell abbringen. 

Doch wenn die Torah in unserem Leben präsent ist und wir den Brunnen des lebendigen Wassers (Yeshua) suchen, dann werden diese falschen Lehren uns nichts anhaben können. Denn die Torah ist es, welche Gottes Ratschlüsse aufzeigt und jegliche Lehre, die dem entgegensteht, ist abzulehnen. Die Torah in Verbindung mit dem Heiligen Geist leitet uns in Gottes Wegen und entlarvt die falschen Lehren und Propheten.

Fazit:

  • Die sieben Jungfrauen deuten auf die Gemeinde (s. Offenbarung 1/4).
  • die Hirten deuten auf die falschen Lehrer und Propheten, welche die Braut von lebendigen Wasser (Yeshua) fernhalten wollen.
  • Mose deutet sinnbildlich auf Yeshua und die geschriebene Torah
  • Mose (die Torah) ist es, welche die falschen Hirten (falsche Lehre) vertreibt und die Herde der Jungfrauen mit dem lebendigen Wasser tränkt. Ohne die Torah (Mose), wäre die Braut machtlos gegen die Hirten gewesen.
  • Wer auf Mose und die Propheten nicht hört, der wird auch nicht auf den hören, welcher von den Toten auferstanden ist (Lukas 16)

Ich hoffe, dass diese Ausarbeitung verdeutlichen konnte, dass Gottes Wort für uns essentiell wichtig ist. Wir dürfen unser Ohr von Gottes Torah nicht abwenden. Denn sonst sind wir den falschen Lehren und Propheten, vor welchen die Schrift uns im neuen Testament warnt, schutzlos ausgeliefert. Die Torah ist es, welche uns zum lebendigen Wasser geleitet. Das lebendige Wasser ist Yeshua!