Shalom, 

heute möchte ich mir den Begriff „böse“aus dem hebräischen Kontext anschauen. Wir benutzen viele Wörter im allgemeinen Sprachgebrauch, ohne uns unbedingt genau vor Augen zu führen, wie diese eigentlich definiert sind. Hier soll es vor allem darum gehen, zu verstehen, wie Gott das Wort „böse“, in der Bibel definiert ist. Dies ist wichtig für einen jeglichen Gläubigen, damit wir verstehen, was böse ist, in den Augen Gottes.

  • 1. Mose 6/5:

Als aber der Herr sah, daß des Menschen Bosheit sehr groß war auf Erden und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse allezeit, da reute es den Herrn, daß er den Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen.

  • Richter 6/1:

Die Kinder Israel taten, was böse war vor dem Herrn; da gab sie der Herr in die Hand der Midianiter, sieben Jahre lang.

Das hebräische Wort, welches hier benutzt wir, ist das Wort „Ra”  רַע (Hebräisch wird von Rechts nach Links gelesen): 

Strongs H7451:

schlecht, böse (moralisch oder physisch), Schaden, boshaft, niederträchtig u.w.

Das Wort „Ra” stammt aus der Wurzel „Ra-ah” רָעַע. 

Strongs H7489:

ruinieren, beschädigen, zerstören, unbrauchbar machen, schlecht, böse u.w.

 

Das „Böse” ist aus hebräischer Sichtweise so zu verstehen, dass wir etwas tun oder benutzen, entgegen dem eigentlichen Zweck oder entgegen der Natur. Darüber hinaus ist es böse, wenn etwas mutwillig zerstört wird. Gottes Gebote dienen dazu, solche Handlungen zu unterbinden. Daher ist es wichtig, dass wir uns innerhalb Gottes Rahmenbedingungen bewegen, damit die Ordnung der Schöpfung aufrechterhalten wird. Anderenfalls schädigen wir sowohl uns, als auch unsere Mitmenschen. 

Beispiele: 

  • Gott schuf z.B. die Sexualität, welche im Rahmen einer Ehe zwischen Mann und Frau ausgeübt werden soll. Diese soll u.a. dazu dienen, die Bindung zwischen den Ehepartnern zu stärken und zur Erhaltung des Lebens. Andere Formen der Sexualität werden als Hurerei bezeichnet und sind in Gottes Augen böse, wie z.B. Ehebruch. Dieser führt zur Zerstörung einer von Gott eingesetzten Institution, der Ehe und Familie.
  • Die Verwendung von Werkzeugen kann auch angeführt werden. Man kann z.B. ein Messer nutzen, um Nahrung zuzubereiten, einen Brief zu öffnen oder ähnliches. Darüber hinaus kann ein Messer auch dazu benutzt werden, einen unrechtmäßigen Angriff auf einen Menschen auszuführen. Eine solche Tat wäre sowohl im biblischen als auch im allgemeinen Sinne als böse einzustufen. Denn man hat das Messer zweckentfremdet, (aus Gottes Sicht).
  • Falsche Anbetung ist sicherlich eines der wichtigsten Beispiele. Ein jeder Mensch hat das innere Verlangen, Anbetung zu betreiben. Wer das nicht glaubt, möge mal schauen, warum es so viele sogenannte „Stars” in den verschiedenen Bereichen gibt, (Sport, Unterhaltung, Medien). Wenn Menschen zu einem Konzert oder zu einer Sportveranstaltung gehen und ihren „Idolen” zujubeln, dann ist das eine Art von Anbetung. Darüber hinaus gibt es die Anbetung von falschen Göttern / Dämonen oder die Anbetung von materiellen Dingen wie z.B. Geld. All das kann zu einem Götzen verkommen und die Schrift warnt uns davor, dem nicht zu verfallen. Anbetung an sich wurde gegeben, um den wahrhaftigen Gott anzubeten. Dort, wo der Mensch dies ablehnt, wird er sich zwingendermaßen einen Ersatz suchen. Denn der Drang zur Anbetung ist in jedem Menschen verankert. Ein Mensch muss anbeten. Die Frage ist nur, wen wird er anbeten, den wahrhaftigen Gott oder einen Götzen?

 

Bedeutung der Buchstaben

 ra

 

Die Bibel warnt in vielen Passagen davor, dass wir uns durch die Lust unserer Augen leiten lassen.

  • 1. Mose 13/10:

Da hob Lot seine Augen auf und besah die ganze Jordanaue; denn sie war allenthalben bewässert, wie ein Garten des Herrn, wie Ägyptenland, bis nach Zoar hinab, ehe der Herr Sodom und Gomorra verderbte.

  • Psalm 101/3:

Ich will nichts Schlechtes vor meine Augen stellen;Übertretung zu üben hasse ich, es soll mir nicht ankleben.

  • Sprüche 27/20:

Totenreich und Abgrund kriegen nie genug; so sind auch die Augen der Menschen unersättlich.

  • 1. Johannes 2/16-17:

Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht aus dem Vater, sondern aus der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

 

Fazit

Böse bedeutet, die Zerstörung oder zweckentfremdete Nutzung einer legitimen Sache oder Eigenschaft. Dies kann auf geistiger oder physischer Art und Weise geschehen, oftmals ist es sogar eine Kombination von beidem. Damit wir davor geschützt werden, böse in den Augen Gottes zu handeln, hat er uns seine Gebote gegeben. Häufig jedoch laufen wir Gefahr, dass unser Herz oder unsere Augen uns dazu verleiten, böse Handlungen zu vollziehen. Das Fleisch trachtet nach diesen Dingen, doch der Geist Gottes ist stärker. Er wird uns darin anleiten, unsere Gelüste und Neigungen zu überwinden, wenn wir um diese Kraft bitten und beständig im Gebet bleiben.